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Arnold Forstmann „Idyllischer Hafen im Mondlicht“

Der Düsseldorfer Landschaftsmaler Arnold Forstmann

Dienstag, 16 Mai 2017 21:14 geschrieben von 

Frankfurt am Main - Die Düsseldorfer Malerschule brachte während ihres Bestehens von 1819-1918 eine schier unglaubliche Zahl talentierter Maler hervor. Stilistisch beim Klassizismus und den katholischen Nazarenern beginnend, entwickelte sie sich über die Romantik hin zu einer realistischen bis naturalistischen Ausrichtung. Ein später, aber doch recht typischer Romantiker war Arnold Forstmann, der vielleicht nicht zur ersten Garde der Düsseldorfer Akademie zu zählen ist, dessen Arbeiten Freunden der idealisierten Landschaftsmalerei dennoch ansprechen sollten.

Über das Leben Arnold Forstmanns ist äußerst wenig bekannt. Geboren wurde er 1842 in Düsseldorf; zumindest in den Schülerlisten der Akademie wurde er später als taubstumm geführt. Er studierte dort von 1867 bis 1872; unter seinen Lehrern waren Oswald Achenbach (1827-1905), sicher einer der bedeutendsten Vertreter der romantischen Landschaftsmalerei, sowie der mit diesem eng befreundete Albert Flamm (1823-1906), der sich besonders italienischen Landschaften widmete.

Nach dem Verlassen der Akademie lebte Forstmann bis 1889 in Düsseldorf, weitere Daten sind nicht bekannt. Seine Bildmotive lassen auf Reisen in den süddeutschen Raum schließen, und das späteste zugeordnete Bild stammt aus dem Jahr 1914. Bis dahin dürfte er also zumindest noch gelebt haben.

Einige Jagd- und Genreszenen hat Forstmann geschaffen, doch den Schwerpunkt seines Werkes bilden romantische Landschaften und kleinformatige Veduten. Bei den Landschaften geht es nicht um Abbildung realer geographischer Gegebenheiten, sondern durchdachte und detailreiche Kompositionen, welche zumeist die Elemente Berge, Wasser, kleine Gebäude und Personenstaffage enthalten, zusammengesetzt mit dem Ziel einer möglichst großen Bildwirkung; auch die Farbkontraste stehen in deren Dienst.

Die Veduten, in gewisser Weise Vorläufer der Ansichtspostkarten, stellen oft Orte des Rheintals und der Alpen dar. Auch hier idealisierte Forstmann und veränderte einzelne Landschaftselemente um der Stimmung willen; allerdings sollte hier das tatsächliche Vorbild stets erkennbar bleiben. Forstmann scheint sehr produktiv gewesen zu sein und sich durchaus an der Nachfrage auf dem Kunstmarkt orientiert zu haben. Manche Motive erscheinen serienweise, und immer wieder werden seine Arbeiten zu nicht übermäßig hohen Preisen auf Auktionen angeboten.

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Ruedi Strese

Mag. Ruedi Strese (Jahrgang 1980) machte 2001 sein Abitur und lebt in Berlin.

Nach seinem Studium der Germanistischen Linguistik und der Südostasienwissenschaften an der Humboldt-Universität und Abschluß mit dem Magistergrad im Jahr 2010 arbeitete Ruedi Strese als Lektor, Autor und Musiker.

Seit Februar 2016 arbeitet er für unsere Redaktion. Er berichtet vor allem zum Themenkomplex Kunst und Kultur.

Webseite: www.hessen-depesche.de/show/author/50-ruedi-strese.html
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