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Interview mit dem CDU-Kandidaten für die Offenbacher Oberbürgermeisterwahl 2017

Peter Freier (CDU): „Ich sage den Menschen offen, was geht und was nicht“

Donnerstag, 29 Juni 2017 21:20 geschrieben von  Axel Frohmeier
Peter Freier (CDU) möchte Oberbürgermeister von Offenbach am Main werden. Peter Freier (CDU) möchte Oberbürgermeister von Offenbach am Main werden. Quelle: Peter Freier

Offenbach am Main - Am 10. September 2017 wählen die Offenbacher ein neues Stadtoberhaupt. Eine mögliche Stichwahl findet am 24. September statt. Die Einreichungsfrist für die Wahlvorschläge endet am 3. Juli. Bislang haben Peter Freier (CDU), Felix Schwenke (SPD), Peter Schneider (Grüne), Christin Thüne (AfD), Elke Kreiss (Linke), Musin Senol (FNO) und Helge Herget (Piraten) ihre Kandidatur angekündigt. Nach den Oberbürgermeisterkandidaten Peter Schneider (Grüne) und Felix Schwenke (SPD) hat uns nun CDU-Kandidat Peter Freier ein Interview gegeben.

HESSEN DEPESCHE: Im Jahr 2011 waren Sie schon einmal Oberbürgermeisterkandidat der Offenbacher CDU, unterlagen aber in der Stichwahl Horst Schneider (SPD) mit 42,0 zu 58,0 Prozent. Welche Schlüsse haben Sie aus dieser Wahlniederlage gezogen?

Peter Freier: Aus der Opposition heraus gegen den Amtsinhaber und die damalige Mehrheit war das ein sehr respektables Ergebnis. Ich habe aus der Oberbürgermeisterwahl 2011 den Schluss gezogen, danach genauso weiterzumachen, wie zuvor auch und im Wahlkampf: die geknüpften Kontakte fortzuführen. Weiter für die Bürger und Vereine da zu sein, ihre Anliegen aufzunehmen und sich um diese zu kümmern. Das zahlt sich heute aus. Die Menschen wissen, dass ich verlässlich bin.

HESSEN DEPESCHE: Hatten Sie damals insgeheim gehofft, diese Scharte eines Tages auswetzen und in einer Oberbürgermeisterwahl nochmals gegen die SPD antreten zu können?

Peter Freier: Ich trete nicht gegen jemanden an, sondern für meine Heimatstadt Offenbach und die Menschen, die hier leben. Nach der Oberbürgermeisterwahl 2011 habe ich mich auf meine Aufgabe als CDU-Fraktionsvorsitzender konzentriert.

HESSEN DEPESCHE: Im Dezember 2016 war auf Empfehlung von Stefan Grüttner, Roland Walter und Ihnen Jutta Nothacker mit einem Sensationsergebnis zur CDU-Kandidatin gewählt worden. Schon im März trat sie aus Krankheitsgründen von der OB-Kandidatur zurück. Was sprach aus Ihrer Sicht für die Kandidatur von Frau Nothacker?

Peter Freier: Zu dem Thema ist alles Notwendige gesagt. Ich wünsche Jutta Nothacker weiterhin beste Genesung.

HESSEN DEPESCHE: Gab es nach dem Rückzug Jutta Nothackers noch andere Parteifreunde, die mit einer Oberbürgermeisterkandidatur liebäugelten oder waren Sie der einzige Bewerber?

Peter Freier: Der CDU-Kreisvorstand und die Delegierten des Kreisparteitags haben mich einstimmig gewählt.

HESSEN DEPESCHE: Was qualifiziert Sie für das Amt des Stadtoberhauptes? 

Peter Freier: Ich bin Offenbacher und kenne meine Stadt und ihre Bürger. Ich habe langjährige Berufserfahrung auf allen Ebenen und bin politisch sehr erfahren. Ich kenne die Verwaltung und den Stadtkonzern. Ich stehe für einen kooperativen Führungsstil. Ich kann Menschen zusammenführen, damit das Beste für Offenbach herauskommt. Ich schaue stets über den Tellerrand und höre erst zu, bevor ich entscheide. Ich habe ein offenes Ohr für die Anliegen der Bürger. Ich bin verlässlich und bodenständig. Und ich habe mindestens bis zur Kommunalwahl 2021 in Magistrat und Stadtverordnetenversammlung eine breite Mehrheit – das heißt, ich kann umsetzen, was ich zusage.

HESSEN DEPESCHE: Mit welchem Wahlprogramm werden Sie um die Stimmen der Offenbacher werben?

Peter Freier: Ich trete an, Offenbach ehrlich besser zu machen. Denn ich sage den Menschen offen, was geht und was nicht. Mein genaues Programm steht auf meiner Homepage www.peterfreier.de sowie im Koalitionsvertrag.

HESSEN DEPESCHE: Wie bewerten Sie die Amtszeit des scheidenden Oberbürgermeisters Horst Schneider? 

Peter Freier: Die Bewertung überlasse ich anderen, die dazu berufener sind.

HESSEN DEPESCHE: Was würden Sie als Oberbürgermeister konkret anders machen als der Amtsinhaber?

Peter Freier: Nicht nur die Ideen haben und Projekte anschieben, sondern die Realisierungsverfahren dann auch steuern. Den Rat der Mitarbeiter suchen und annehmen und dann mit eigener Mehrheit bessere Entscheidungen treffen. Bei offiziellen Anlässen stets angemessen Anzug und Krawatte tragen. 

HESSEN DEPESCHE: Was schätzen Sie persönlich oder politisch an ihren OB-Mitbewerbern Felix Schwenke (SPD), Peter Schneider (Grüne), Christin Thüne (AfD), Elke Kreiss (Linke), Musin Senol (FNO) und Helge Herget (Piraten)?

Peter Freier: Persönlich den fairen und respektvollen Umgang, politisch das Engagement für Offenbach.

HESSEN DEPESCHE: Wie bewerten Sie die Aufstellung eines eigenen Oberbürgermeisterkandidaten durch Ihren grünen Koalitionspartner? Hätten Sie damit gerechnet, dass die Grünen wie die Freien Demokraten im Sinne der „Tansania“-Koalition auf eine solche Konkurrenzkandidatur verzichten?

Peter Freier: Das entscheidet jeder Partner für sich selbst und ist völlig in Ordnung.

HESSEN DEPESCHE: Wie bewerten Sie denn die Arbeit und den derzeitigen Zustand der Koalition aus CDU, Grünen, FDP und Freien Wählern?

Peter Freier: Die Koalition arbeitet sehr harmonisch zusammen. Der Umgang miteinander erfolgt sehr respektvoll und in ruhigem Ton. In den Diskussionen geht es um die Sache und nicht um persönliche Eitelkeiten oder eine Ideologie. Die Partner eint der Wille, stets das Beste für Offenbach erreichen zu wollen. Und die Koalition setzt ruhig und zielstrebig wichtige Vorhaben um, beispielsweise jüngst die Städtebaulichen Leitlinien. 

HESSEN DEPESCHE: Welche Siegeschancen rechnen Sie sich in der wahrscheinlichen Stichwahl am 24. September aus?

Peter Freier: Über eine Stichwahl entscheiden die Bürger im ersten Wahlgang am 10. September. Ich möchte sehr gerne Oberbürgermeister meiner Heimatstadt Offenbach werden.

HESSEN DEPESCHE: Herr Freier, wir danken Ihnen für das Gespräch.


Zur Person: Peter Freier wurde am 13. Juni 1966 in Offenbach am Main geboren. Er besuchte zunächst die Uhlandschule in Offenbach-Bürgel und von 1976 von 1986 das Albert-Schweitzer-Gymnasium. Es folgten der Wehrdienst bei der Bundesmarine und das Studium der Rechtswissenschaften an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Nach einer beruflichen Neuorientierung arbeitete Freier als Journalist für die „Frankfurter Neue Presse“. In den Jahren von 1999 bis 2006 war er Referent im Ministerbüro und Pressesprecher des hessischen Ministeriums des Innern und für Sport. Danach war er Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des hessischen Bereitschaftspolizeipräsidiums. Seit dem Juli letzten Jahres ist er Stadtkämmerer und Dezernent für Beteiligungen, Recht und Ausländerintegration. 1989 trat Peter Freier in die CDU ein und ist seit vielen Jahren Vorsitzender der CDU-Stadtverordnetenfraktion in Offenbach. Unser Gesprächspartner ist verheiratet.

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