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Hans Andersen Brendekilde – skandinavische Freilichtmalerei

Donnerstag, 15 September 2016 19:35 geschrieben von 
H.A. Brendekilde „Ein Waldweg im Herbst“ (1902) H.A. Brendekilde „Ein Waldweg im Herbst“ (1902)

Berlin - Der Däne Hans Andersen Brendekilde gehört zu einer ganzen Reihe skandinavischer Maler, welche um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert in Deutschland recht erfolgreich waren. Er bewegte sich während seiner Schaffenszeit von einem sozialkritischen Realismus, welcher etwa das Leben armer Bauern darstellte, zu einem gediegenen Stil mit stark impressionistischen Anleihen.

Geboren wurde er 1857 als Hans Andersen. Damit trug er einen überaus häufigen Namen, dem fügte er später seinen Geburtsort Braendekilde, gelegen auf der Insel Fünen, als Namensbestandteil hinzu. Er entstammte einer eher armen Bauernfamilie. Als Junge verdingte er sich im Haushalt eines Großbauern, später ging er in die Stadt Odense, wo er sich bei einem Bildhauer zum Steinmetz ausbilden ließ.

Anschließend ging er nach Kopenhagen, wo er an der Königlich Dänischen Kunstakademie zunächst Bildhauerei studierte und sich ab 1881 zur Gänze der Malerei widmete. Er wurde ein enger und lebenslanger Freund eines gleichfalls bedeutenden Malers, welcher aus dem Nachbardorf Ring kam und gleichzeitig mit dem Freund den Namen des Geburtsortes annahm (Laurits Andersen Ring, 1854-1933), um bei gemeinsamen Ausstellungen Verwechslungen zu vermeiden.

In den 1880er Jahren arbeiteten sie gemeinsam auf der Insel Fünen, wo sie sich unter anderem von der Freilichtmalerei von Barbizon beeinflussen ließen. Er nannte sich nun meist H.A. Brendekilde, Schwerpunkt seines Werkes waren Landschaften und Genreszenen in realistischem Stil. Er begann eine umfassende Reisetätigkeit, die Ziele waren Frankreich, Italien, Palästina, Syrien und Ägypten. Dabei lernte er die stimmungsvollen Arbeiten der Orientalisten sowie den lichtdurchfluteten Stil der Impressionisten kennen, dem er sich mehr und mehr annäherte.

1889/90 und 1894/95 ging er nach Deutschland, wo in den Kunstszenen von Berlin und München gerade das Interesse an skandinavischer Malerei, etwa von Edvard Munch oder Adelsteen Normann, erwachte. Inhaltlich bewegte sich Brendekilde von sozialen Themen weg und betrachtete das Landleben in seinen überaus geschmackvollen Bildern von der idyllischen Seite, oft mit religiöser Färbung. Nebenbei befaßte er sich auch mit Keramik sowie der Gestaltung von Kirchenfenstern. Er starb 1942 im westlich von Kopenhagen gelegenen Jyllinge.

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Ruedi Strese

Mag. Ruedi Strese (Jahrgang 1980) machte 2001 sein Abitur und lebt in Berlin.

Nach seinem Studium der Germanistischen Linguistik und der Südostasienwissenschaften an der Humboldt-Universität und Abschluß mit dem Magistergrad im Jahr 2010 arbeitete Ruedi Strese als Lektor, Autor und Musiker.

Seit Februar 2016 arbeitet er für unsere Redaktion. Er berichtet vor allem zum Themenkomplex Kunst und Kultur.

Webseite: www.hessen-depesche.de/show/author/50-ruedi-strese.html
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