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Meinungsmache mit Umfragedaten?

Manfred Güllner und Forsa erklären im STERN den angeblichen Absturz der CSU unter Horst Seehofer

Donnerstag, 09 Juni 2016 16:57 geschrieben von 
Im STERN am 09. Juni 2016 erklärt Manfred Güllner (Forsa) sein eigenwilliges Seehofer-Bashing Im STERN am 09. Juni 2016 erklärt Manfred Güllner (Forsa) sein eigenwilliges Seehofer-Bashing Quelle: STERN, HESSEN DEPESCHE

Frankfurt am Main - Im Geschäft der Meinungsforscher nimmt Forsa-Chef Manfred Güllner (Jahrgang 1941) eine eigenwillige Position ein. Als heute die Wochenillustrierte STERN wieder mal "empirische" Daten für die politische Berichterstattung brauchte, lieferte Manfred Güllner gerne. Sein Fazit dieser Woche war der Abgesang der CSU in Bayern unter Horst Seehofer. Dazu vermittelt Manfred Güllner nicht nur den Lesern des STERN ein Bild, dass es eben Horst Seehofer und nicht Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sei, der die AfD im Zuge der Flüchtlingsfrage groß mache.

Die Argumentation Güllners stützt sich auf Forsa-Zahlen, die freilich um mehrere Prozentpunkte gegenüber Erhebungen anderer Meinungsbefrager abweichen. Die CSU, würde diese Woche gewählt, erreichte bei Landtagswahlen in Bayern nur noch 40 Prozent und benötige einen Koalitionspartner. Käme es zu einer Bundestagswahl, läge das Stimmpotenzial der Christsozialen bei "nur noch" 41 Prozent. Manfred Güllner stellt fest, dass die Wähler gerade auch in Bayern durch die ungelöste Flüchtlingsfrage stark verunsichert sind.

Bei der CSU schüttelt man über Manfred Güllner und den STERN nur den Kopf: "Meinungsmache!"

Tatsächlich sollte es jedem einleuchten, dass der Flüchtlingsstrom über den Balkan und Österreich im bayerischen Freilassing und Rosenheim nach Deutschland strömte und nicht über Sylt oder Lübeck. Insofern war Bayern ganz anders gefordert.

Was Manfred Güllner und dem STERN, die eindeutig immer wieder in Berichterstattung und Kommentaren u.a. von Hans-Ulrich Jörges (Jahrgang 1951) die Bewältigung von Euro- und Flüchtlingskrise durch Bundeskanzlerin Angela Merkel in euphorischen Lettern begleiten, in den Sinn kam das Abschmieren der Union in Meinungsumfragen nur bei der CSU und Horst Seehofer festzumachen, erklärten die Meinungsforscher und Meinungsmacher nicht. Aber sogar in den Rohdaten bei Forsa gibt die CSU mit 41 Prozent aus Bayern den Gesamtwahlchancen von CDU/CSU bei einer Bundestagswahl das stabilisierende Element. Die CDU für sich liegt in Umfragedaten in der restlichen Bundesrepublik annähernd 10 Prozent schlechter als die Schwesterpartei CSU in der Bayern.

Auch in der Vergangenheit fielen Manfred Güllner und Forsa immer wieder auf, besonders für die SPD tiefste Tiefpunkte in Meinungsumfragen festzustellen. Güllner, ein Freund von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder, mochte offenbar die Sozialdemokraten ohne Schröder und Franz Müntefering nicht mehr.

Und die AfD findet ganz offen bei Manfred Güllner und dem STERN kein Gefallen. "Vielleicht", so erklärte heute ein Christsozialer gegenüber unserer Redaktion, "sollte Manfred Güllner seine Forsa-Umfragedaten ordentlich für Leser als 'Meinung' deklarieren."

Letzte Änderung am Donnerstag, 09 Juni 2016 17:54
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Robin Classen

Robin Classen (Jahrgang 1991) hat Rechtswissenschaften an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz studiert und ist seit 2008 als freier Journalist tätig.

Er ist politisch in der AfD aktiv und widmet auch seine Freizeit als Mitglied eines Vereins für internationale Brieffreundschaften dem Schreiben.

Seine Artikel behandeln bevorzugt politische Themen. Er versteht sich jedoch als journalistischer Allrounder mit einem breiten Themenspektrum.

Seit Juni 2016 gehört er der Redaktion von HESSEN DEPESCHE an.

Webseite: www.hessen-depesche.de/show/author/62-robin-classen.html
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