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Polizeibekannter Attentäter hatte Duldungsstatus, obwohl sein Asylantrag abgelehnt wurde

Abgelehnter, aber geduldeter Asylbewerber aus Syrien verübt Bombenanschlag in Ansbach

Montag, 25 Juli 2016 12:23 geschrieben von  Ralph Eichert
Abgelehnter, aber geduldeter Asylbewerber aus Syrien verübt Bombenanschlag in Ansbach Bildquelle: PIXABAY.COM

Ansbach - Wieder ist es in Bayern zu einer schweren Gewalttat durch einen Asylbewerber gekommen. Nach der Axt-Attacke eines jungen Asylanten aus Afghanistan auf Bahnreisende in der Nähe von Würzburg, bei der fünf Personen teils lebensgefährlich verletzt wurden, hat sich am Sonntagabend im fränkischen Ansbach ein 27-jähriger Flüchtling aus Syrien in die Luft gesprengt und dabei 12 Menschen verletzt.

Nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und Nürnbergs Polizeivizepräsident Roman Fertinger hat der polizeibekannte Mann gegen 22.00 Uhr versucht, auf das Gelände eines von 2.500 Menschen besuchten Open-Air-Festivals in Ansbach zu gelangen. Wegen einer fehlenden Eintrittskarte sei ihm der Zutritt aber verwehrt worden.

Daraufhin habe der Syrer einen Sprengsatz gezündet, der in einem Rucksack versteckt war. Dabei kam der Attentäter selbst ums Leben. Herrmann sagte, es sei nur „glücklichen Umständen“ zu verdanken, „dass nicht weitere Menschen zu Tode gekommen sind“. Staatsanwalt Michael Schrotberger zufolge wird wegen Mordversuchs in zwölf Fällen ermittelt.

Die Polizei untersucht, ob es sich bei dem Sprengsatz mit freigesetzten Metallteilen um eine klassische Nagelbombe gehandelt hat.

Bayerns Innenminister geht es davon, dass der Anschlag das Werk eines islamistischen Selbstmordattentäters war: „Meine persönliche Einschätzung ist, dass ich es leider für sehr naheliegend halte, dass hier ein echter islamistischer Selbstmordanschlag stattgefunden hat.“ Mögliche Verbindungen des Täters zur Terrormiliz Islamischer Staat werden derzeit geprüft.

Herrmann zeigte sich beunruhigt, dass der Täter ein syrischer Asylbewerber ist. Der Mann lebte seit zwei Jahren in Deutschland und ist trotz der Ablehnung seines Asylantrags vor einem Jahr weiterhin geduldet worden. Diesen Duldungsstatus erhielt der eigentlich ausreisepflichtige 27-Jährige, obwohl er schon mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten ist, unter anderem wegen eines Drogendelikts.

„Ich bin entsetzt, dass jemand die Möglichkeit, sich in unserem Land aufzuhalten, derartig missbraucht“, sagte Herrmann. Es sei nicht von der Hand zu weisen, „dass das in einer ganz schlimmen Weise das Asylrecht in unserem Land diskreditiert“.

Dass der Asylschutz so menschenverachtend missbraucht werde, sei „ungeheuerlich“. Der CSU-Politiker sagte, es müsse nun alles getan werden, damit derartiges Verhalten nicht weiter um sich greife.

Das sehen auch viele Deutsche so und fordern einen Kurswechsel in der Asyl- und Ausländerpolitik. Schon vor den jüngsten Anschlägen durch Asylbewerber in Würzburg und Ansbach und dem Amoklauf eines Deutsch-Iraners in München haben Umfragen ergeben, dass eine Mehrheit der Deutschen eine Abkehr von der „Willkommenskultur“ verlangt und im unkontrollierten Flüchtlingszustrom eine Gefährdung der inneren Sicherheit sieht.

Ganz in diesem Sinne fordert Rainer Wendt, der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, eine viel strengere Kontrolle der nach Deutschland einreisenden Asylbewerber: „Weder ist die Identität aller Menschen geklärt, die zu uns gekommen sind, noch ihr geistiger und körperlicher Zustand“. Man erlebe gerade, dass sich „psychische Labilität, Terrorismus, Kriminalität miteinander vermischen“.

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