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Publiziert in Politik

Affront gegen Frauke Petry?

AfD mit Spitzenkandidatin oder Spitzenteam im Bundestagswahlkampf 2017

Dienstag, 14 März 2017 22:29 geschrieben von 
Frauke Petry, AfD Frauke Petry, AfD Quelle: AfD

Köln - Der Bundestagswahlkampf 2017 rückt näher und die etablierten Parteien haben bereits ihre personelle Strategie festgelegt. In der AfD soll der Kölner Parteitag am 22./23. April eine Entscheidung herbeiführen, ob die AfD mit einem Spitzenkandidaten oder einem Spitzenteam in den Wahlkampf zieht. Pressemitteilungen zu Folge hält Frauke Petry „Mehrfachspitzen à la SPD-Troika im Wahlkampf für wenig förderlich, wenn tatsächlich dabei verdeckt der Kampf um die zukünftige Fraktionsspitze ausgetragen wird." Soll vermutlich heißen, dass Petry alleinige Spitzenkandidatin sein will.

Zwar hat sich eine Mehrheit der AfD Mitglieder in einer im Zeitraum vom 27. Januar bis zum 5. Februar 2017 durchgeführten Mitgliederbefragung zum Thema Spitzenkandidatur Bund für ein Spitzenteam, das die AfD in den Bundestagswahlkampf führen soll, ausgesprochen. Aber diese Mitgliederbefragung hat entsprechend §20 Abs. 2 der AfD-Bundessatzung nur „empfehlenden Charakter.“ Nun hat der Konvent, der so genannte kleine Parteitag, am Samstag den 11. März 2017 beschlossen, dass sich Spitzenteams bis zum 19. März 2017 bei der Konventsleitung bewerben können und über jede eingereichte Kandidatur eine Mitgliederbefragung durchgeführt werden soll. Am Sonntag sollen dann bei einer Zusammenkunft des Bundesvorstandes und der Landeschefs der Co-Vorsitzende Jörg Meuthen, Frauke Petry und Alexander Gauland und mindestens zwei weitere Persönlichkeiten für das Spitzenteam vorgeschlagen werden und dafür eine Mehrheit erhalten haben.

Auch das ist letztendlich lediglich eine Empfehlung, kann aber durchaus als Affront gegenüber dem Petry-Lager gewertet werden.

Ob die 600 Delegierten am Parteitag vom 22./23 April der mehrheitlichen Empfehlung der Mitgliederbefragung für ein Spitzenteam und den Konventsbefragungen der Mitglieder über die Zusammensetzung des Spitzenteams folgen werden, bleibt offen. Möglicherweise befürchten einige Delegierte auch, dass das schwebende Meineidsverfahren gegen Frauke Petry vor der Bundestagwahl noch hochkochen könnte und dann der AfD schaden dürfte, wenn Petry alleinige Spitzenkandidatin im Wahlkamps ist. Der Parteitag ist eine Zerreißprobe für die AfD.

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Josef Mühlbauer

Dipl. Kfm. Josef Mühlbauer, München

Vita: Nach dem Abitur folgte ein Studium der Wirtschaftswissenschaft und der Rechtswissenschaft  an der Uni München. Mit dem Abschluss Diplom Kaufmann und in Jura dem ersten und zweiten Staatsexamen mit Referendars-Ausbildung hat er seine Universitätszeit abgeschlossen. Danach war Josef Mühlbauer als Vorstandsassistent und dann Leiter Recht und Finanzen in einer großen Aktiengesellschaft tätig.

Dem folgte eine Zeit als freiberuflicher Rechtsanwalt und freier Unternehmensberater in einer Beratungsfirma. Später war Josef Mühlbauer für größere Firmen zuständig.

Zuletzt engagierte er sich im gemeinnützigen Bereich im Rahmen politischer Bildung und gilt als ausgewiesener Spezialist insbesondere für Parteienforschung und Parteienfinanzierung.

Webseite: www.hessen-depesche.de/show/author/53-josef-mühlbauer.html
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