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Publiziert in Politik

Der Axtschwinger von Düsseldorf

Amok statt Terror: Willkommen im Land der Psychopathen

Dienstag, 14 März 2017 22:58 geschrieben von 
Amok statt Terror: Willkommen im Land der Psychopathen Quelle: PIXABAY.COM

Düsseldorf – Es ist wieder passiert. Inzwischen kann man die vielen gleich gelagerten Vorfälle kaum noch zählen. Gottlob gab es im Düsseldorfer Hauptbahnhof diesmal keine Toten. Eigentlich ein Wunder, wenn man bedenkt, dass da einer mit der Axt auf arglose Passanten eingeschlagen hat. Und wie immer dauerte es nur wenige Stunden, bis die Öffentlichkeit plakativ darüber informiert wurde, dass der Täter Fatmir S. psychisch gestört ist. Ein Amoklauf eines Geisteskranken, nichts weiter. Denn es kann im Jahr der Bundestagswahl nicht sein, was nicht sein darf. Das „T-Wort“ muss um jeden Preis vermieden werden – auch um den der Glaubwürdigkeit.

Den Terror nennen Behörden, Redaktionen und Politik nur dann beim Namen, wenn ein Anschlag verhindert werden konnte, wie am Wochenende in einem Essener Einkaufszentrum. Wenn nichts passiert ist, wenn es keinen Täter und keine Opfer gibt, dann brüstet man sich gerne damit, dass der Islamismus nicht zum Zug gekommen ist. Wenn er aber Erfolg hat – und das hat er offenbar häufiger, als man uns wissen lässt –, dann darf er so nicht heißen. Hastig fördern Ermittler die nötigen „Beweise“ zutage: Hier ein herumliegendes Attest, dort ein Familienangehöriger, der die Ferndiagnose bestätigt. Im Zweifel reicht auch ein Nachbar, der schon immer wusste, dass der Täter nicht ganz dicht ist. Es ist wirklich erstaunlich, wie viele amoklaufende Verrückte es in Deutschland seit eineinhalb Jahren gibt.

Wer mit Machete, Beil oder Schusswaffe auf wildfremde Menschen losgeht, hat offensichtlich nicht alle Tassen im Schrank

Dabei liegt man wohl tatsächlich nicht falsch, wenn man Axtschwinger wie Fatmir S. für verrückt erklärt. Wer mit Machete, Beil oder Schusswaffe auf wildfremde Menschen losgeht, hat offensichtlich nicht alle Tassen im Schrank. Dies aber jeweils unmittelbar nach der Tat hervorzuheben, um jeden Verdacht auf einen Zusammenhang mit der religiösen Weltanschauung des Täters zu zerstreuen, weckt Zweifel. Denn auch Fatmir S. bestätigt ein Muster, dass uns inzwischen nur allzu vertraut ist. Aus dem muslimisch geprägten Kosovo stammt der Mann, der sich seit 2009 in Deutschland aufhält und „aus humanitären Gründen“ immer noch bei uns sein darf, weil die eigentlich überfällige Abschiebung angeblich seinem Gesundheitszustand abträglich ist. Nun hat er neun anderen Menschen ihre Gesundheit genommen, weil die Genfer Flüchtlingskonventionen und das Asylrecht bis zum Zerbersten überdehnt worden sind.

Schon die Tatsache, dass wir es immer wieder mit polizeibekannten Tätern zu tun haben, die eigentlich nicht mehr hier sein sollten, wirft die Frage auf, ob nicht irgendetwas grundlegend schief läuft in diesem Land. Vor allem aber darf die Frage gestellt werden, warum die psychische Erkrankung immer dann ins Feld geführt wird, wenn die Täter Abdu, Muhammad oder Fatmir heißen. Hat man je gehört, dass einem rechten Schläger eine „Psychose“ attestiert worden ist? Oder einem linken Polizistenmörder? War eine „psychische Störung“ je gut genug als Grund für die abscheulichen Taten eines Kinderschänders?

Bei Tätern einer bestimmten Glaubensrichtung soll offenbar partout die psychische Verfasstheit in den Mittelpunkt gerückt werden

Nein, nur bei Tätern einer bestimmten Glaubensrichtung – seien es welche mit oder ohne deutschen Pass – soll offenbar partout die psychische Verfasstheit in den Mittelpunkt gerückt werden. Und so ist die Zahl der Psychopathen in Deutschland sprunghaft angestiegen, vor allem jener, die nicht mehr an sich halten können und Erleichterung nur darin zu finden scheinen, andere Menschen in Bahnhöfen, Einkaufszentren und Fußgängerzonen niederzumetzeln. Immer steht dabei die Diagnose am Anfang der Ermittlungen. Natürlich hat es Amokläufe hierzulande auch früher schon gegeben – neun seit der Jahrtausendwende. Uns weismachen zu wollen, dass es plötzlich neun pro Jahr sein sollen, beleidigt jedoch unsere Intelligenz.

Es wird Zeit, dass Deutschland sich ehrlich macht. Wer befürchtet, mit der Benennung des Offensichtlichen irgendwelchen Rechtspopulisten in die Hände zu spielen, darf sich nicht wundern, wenn die Verschleierung offenkundiger Muster genau dies bewirkt. Doch Presse und Politik halten sich für schlauer als den Rest der Bevölkerung. Sie haben vieles probiert: Von penetranten Hurra-Rufen über üble Diffamierungen bis hin zu gespielter Selbstkritik. Es hat ihnen alles nichts genutzt. Zu gut wissen die Bürger mittlerweile einzuordnen, was sich im Deutschland des Jahres 2017 abspielt. Denn Terror ist kein Amoklauf, ganz egal, wie viele Ärzte die psychische Störung des Täters zuvor bescheinigt haben.


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Ramin Peymani

Ramin Peymani (Jahrgang 1968) lebt im Rhein-Main-Gebiet. Neben seinem ehrenamtlichen politischen Engagement für die FDP hält der Ex-Banker Fachvorträge zur Euro- und Staatsschuldenkrise und betätigt sich publizistisch. Er war Büroleiter des früheren DFB-Präsidenten Theo Zwanziger.

Der sportbegeisterte Hobbyfußballer zählt Reisen und gutes Essen und zu seinen Leidenschaften. Für HESSEN DEPESCHE berichtet er vor allem zu Themen aus Frankfurt/Main, dem Taunus und Entwicklungen im Finanzmarkt.

Webseite: www.hessen-depesche.de/show/author/56-ramin-peymani.html
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