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Neue Direktorin des Fritz-Bauer-Instituts

CDU würdigt Historikerin Sybille Steinbacher, die den ersten deutschen Holocaust-Lehrstuhl in Frankfurt leitet

Mittwoch, 17 Mai 2017 18:04 geschrieben von 
Prof. Dr. Sybille Steinbacher, Direktorin des Fritz-Bauer-Instituts Prof. Dr. Sybille Steinbacher, Direktorin des Fritz-Bauer-Instituts Quelle: Johann-Wolfgang-Goethe-Universität

Wiesbaden – Die Historikerin und vormalige Wiener Universitätsprofessorin Sybille Steinbacher ist seit dem 1. Mai 2017 Direktorin des Fritz-Bauer-Instituts in Frankfurt am Main. Damit verbunden ist der bundesweit erste Lehrstuhl für die Erforschung der Geschichte und Wirkung des Holocaust an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität inne. Das Land Hessen unterstützt das Fritz-Bauer-Institut in diesem Jahr mit Fördergeldern in Höhe von 375.100 Euro und finanziert Steinbachers Holocaust-Professur mit weiteren 150.000 Euro. Damit stehen 2017 für beide Einrichtungen insgesamt 525.100 Euro aus Landesmitteln zur Verfügung.

Für die CDU-Fraktion im Hessischen Landtag ist dies gut investiertes Geld in die Aufarbeitung der dunklen Seiten der eigenen Geschichte. „Die nationalsozialistische Gewaltherrschaft in ihrem Wahn zielte nicht nur darauf ab, jüdische Mitbürger und andere Menschen zu drangsalieren, zu verfolgen, zu deportieren und zu töten. Sie wollte vielmehr alles jüdische Leben in Deutschland und Europa, eine reiche kulturelle Tradition und ihre über Generationen hinweg reichende Überlieferung vollständig auslöschen. Eine wesentliche Aufgabe von Holocaustforschung ist daher die Arbeit wider das Vergessen“, so Karin Wolff, wissenschaftspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion.

Die Unionspolitikerin zog dabei einen Vergleich, der sicherlich nicht überall auf Zustimmung stoßen dürfte, denn ihrer Ansicht nach sei Holocaustforschung zugleich „eine Arbeit gegen das Verdrängen und gegen die Wiederholung, denn in der ganzen Welt haben populistische Strömungen an Einfluss gewonnen, die sich über Ab- und Ausgrenzung definieren und nach ‚Schuldigen‘ suchen“, was nicht zuletzt auch als Seitenhieb in Richtung AfD verstanden werden kann.

Karin Wolff würdigte aber vor allem die Arbeit von Prof. Sybille Steinbacher. Mit ihr hätten das Institut und der neue Lehrstuhl „eine renommierte und geachtete Forscherin“ gewonnen, der die CDU „viel Erfolg und eine breite Wirkung“ wünsche. Der neue Lehrstuhl sei auch eine Anerkennung der Leistungen des Institutes und stärke seine wissenschaftliche Arbeit.

„Fritz Bauer hat seinerzeit gegen massivste Widerstände durchgesetzt, dass die Täter in Frankfurt vor Gericht kamen. Er war ein unermüdlicher Kämpfer gegen das Vergessen und für die Gerechtigkeit. Was viele verdrängen wollten, brachte der Ausschwitz-Prozess in den 1960er Jahren ans Licht. Dieser Prozess hat den Opfern eine Stimme verliehen und die Gräueltaten der Nationalsozialisten in ihrer ganzen Breite sichtbar gemacht. Er markierte damit auch das Ende der flächendeckenden Verdrängung der Frage nach der Schuld und den Beginn der offenen Auseinandersetzung mit dem Holocaust in Deutschland. Der neue Lehrstuhl setzt nun das Anliegen von Fritz Bauer für ein besseres Verständnis der nationalsozialistischen Verbrechen und deren Wirkungsgeschichte bis in die Gegenwart an dem nach ihm benannten Institut fort“, so die CDU-Politikerin abschließend.

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Michael Krug

Michael Krug (Jahrgang 1974) kam vor Jahren aus dem norddeutschen Hamburg nach Sachsen.

Seine alte und seine neue Heimat verbindet die Elbe. Heute pendelt er zwischen Dresden und Frankfurt am Main. Ursprünglich aus der volkswirtschaftlichen Richtung kommend, entwickelte sich der studierte Journalist zu einem Vollblutberichterstatter aus Politik, Medien, Lifestyle, Kultur und Wirtschaft. Seit Mai 2016 gehört er unserer Redaktion an.

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