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hessen-depesche.de

Deutsche Umwelthilfe mit nächster Autofahrerjagd?

Drei gute Gründe gegen ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen

Mittwoch, 23 Januar 2019 18:22 geschrieben von 

Frankfurt am Main - Alle Jahre wieder grüßt die Tempolimit-Debatte. Nach einer erstaunlich langen Abstinenzperiode – bei den letzten zwei Bundestagswahlen war ein Tempolimit praktisch gar kein Thema – kommt die leidige Debatte nun wieder auf. Auslöser war diesmal der Irrsinns-Vorschlag einer Regierungskommission, die Kraftstoffsteuern mal eben um 52 Cent zu erhöhen und ein solches generelles Tempolimit auf Autobahnen einzuführen.

Die Rollenverteilung in der Debatte ist dabei wie immer: Die Grünen und ihr Tarnverein „Deutsche Umwelthilfe“ sind leidenschaftlich dafür, alle anderen mehr oder weniger stark dagegen. Verkehrsminister Andreas Scheuer eilte sich nach den ersten Zornesbekundungen von Bürgern nach Bekanntwerden der Kommissionsempfehlung klarzustellen: „Forderungen, die Zorn, Verärgerung, Belastungen auslösen oder unseren Wohlstand gefährden, werden nicht Realität und lehne ich ab.“ Kein Wunder: Bereits der Krieg gegen den Diesel ist für die AfD ein willkommenes Kampagnenthema mal abseits der Migrationsdebatte in den vergangenen Wahlkämpfen gewesen. Ein neues „Autogida“ in „Gelben Westen“ wie in Frankreich will man wohl nicht nur in der CSU tunlichst vermeiden.

Doch auch die Fakten sprechen tatsächlich gegen ein Tempolimit:

  1. Kein nennenswerter Sicherheitsgewinn

Deutsche Autobahnen verfügen über mit physischen Barrieren getrennte Fahrbahnen, die jeweils nur in eine Richtung befahren werden. Schon jetzt gibt es Tempolimits überall da, wo Gefahrenstellen lauern oder sich Unfälle gehäuft haben. Bereits heute gibt es nur noch auf etwa der Hälfte der Autobahnkilometer „freie Fahrt für freie Bürger“. Dort, wo man noch schneller als 130 fahren darf, ist es aber sicher. Das zeigen die Daten der International Traffic Safety Data and Analysis Group (IRTAD): In Ländern wie Österreich, USA oder Belgien gibt es trotz strikter Tempolimits deutlich mehr Verkehrstote pro Milliarde Straßenkilometer als bei uns. In Ländern wie Frankreich oder Großbritannien, die ebenfalls strikte Tempolimits haben, liegt der Wert allenfalls leicht unter dem deutschen. Von den leider immer noch rund 5000 Verkehrstoten pro Jahr sterben übrigens die wenigsten auf der Autobahn: Diese weist „nur“ drei Verkehrstote pro Milliarde Kilometer auf, wohingegen andere Straßen mit 9,6 Verkehrstoten mehr als drei Mal so oft Leben kosten. Wer Leben schützen will, der kümmert sich also um sicherere Land- und Stadtstraßen und nicht um die „German Autobahn“.

  1. Kein Umweltvorteil

Die Regierungskommission hat ihre Empfehlung unter der Prämisse des Klimaschutzes veröffentlicht. Doch im ohnehin umstrittenen Kampf gegen CO2 kann ein Tempolimit nichts bis gar nichts ausrichten. Bereits 2004 stellte das Umweltbundesamt fest: Selbst ein besonders strenges Tempolimit von 120 Stundenkilometern würde den CO2-Gesamtausstoß in Deutschland gerade einmal um 0,3 Prozent verringern. Das aktuell diskutierte 130er-Tempolimit würde sogar nahezu klimaneutral – im negativen Sinne – sein. Wenn also mit beeindruckenden Tonnenzahlen jongliert wird, die ein Tempolimit einsparen könnte, handelt es sich dabei gesamtwirtschaftlich um nicht mehr als Taschenspielertricks.

  1. Schnelles Fahren macht einfach Spaß und ist ein Ausdruck von Freiheit

Nachdem die ersten beiden Punkte die vermeintlich harten Argumente der Tempolimit-Befürworter entkräftet haben, kann nun der Bauch mitreden. Schnelles Autofahren macht einfach Spaß und ja, manchmal sind auch die wenigen Minuten, die man sich dadurch einsparen kann, für einen Termin entscheidend. Auf einer Autobahn zu wissen, dass man an entsprechend gekennzeichneten Stellen dies auch ohne schlechtes Gewissen tun kann, ist schön zu wissen. Darüber hinaus sind freie Autobahnen einfach Teil des Autolandes Deutschland und eine der wenigen exklusiven Freiheiten, die andere westliche Länder im Vergleich mit uns nicht haben.

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Robin Classen

Robin Classen (Jahrgang 1991) hat Rechtswissenschaften an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz studiert und ist seit 2008 als freier Journalist tätig.

Er ist politisch in der AfD aktiv und widmet auch seine Freizeit als Mitglied eines Vereins für internationale Brieffreundschaften dem Schreiben.

Seine Artikel behandeln bevorzugt politische Themen. Er versteht sich jedoch als journalistischer Allrounder mit einem breiten Themenspektrum.

Seit Juni 2016 gehört er der Redaktion von HESSEN DEPESCHE an.

Webseite: www.hessen-depesche.de/show/author/62-robin-classen.html
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