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hessen-depesche.de

„Das Volk darf grob sein und sich unangemessen äußern“

Henryk M. Broder zeigt Verständnis für die „Wutbürger“ von Dresden

Freitag, 07 Oktober 2016 21:40 geschrieben von 
Henryk M. Broder (2013) Henryk M. Broder (2013) Quelle: de.wikipedia.org | Foto: Bernd Schwabe in Hannover | CC BY-SA 3.0

Schwerin – Der Publizist Henryk M. Broder hat die Proteste von „Wutbürgern“ gegen Kanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck am Tag der Deutschen Einheit auf dem Dresdner Neumarkt verteidigt. „Das Volk darf grob sein und sich unangemessen äußern“, so Broder im Gespräch mit dem Nachrichtensender N24. Der Journalist und Buchautor sagte, dass es unter den Protestlern auch Menschen gebe, mit denen „man nicht reden“ könne. „Man kann ihnen aber das Recht auf Meinungsäußerung nicht verwehren.“

Bei der Einheitsfeier am 3. Oktober seien zwei Welten aufeinandergetroffen: „Wie die letzten Tage der DDR: Drinnen feiert die Regierung und draußen harren die Regierten.“ Die mitunter harsche Wortwahl der Protestierer teile er zwar nicht, gab aber dennoch zu bedenken: „Die Parole ‚Merkel muss weg‘ ist nicht nett. Aber sie ist genauso berechtigt und legitim wie die Parole ‚Merkel muss bleiben'.“ Das Volk schulde der Regierung keinen Dank. „Es kommt Leben in die Sülze, die Verhältnisse werden härter.“

Auf die Anmerkung des Moderators, dass Begriffe wie „Volksverräter“ dem Vokabular der NS-Zeit entstammten, entgegnete Broder: „Man kann die Sensibilität auch zu weit treiben.“ Irgendwann lande man hinsichtlich solcher Vergleiche „noch beim Dreißigjährigen Krieg“.

Das vollständige Interview ist hier zu sehen: http://www.n24.de/n24/Mediathek/videos/d/9229800/-das-volk-darf-grob-sein-und-sich-unangemessen-aeussern-.html

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