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Publiziert in Politik

Hat sich der „Lies!“-Initiator einer dschihadistischen Miliz angeschlossen?

Ismail Tipi (CDU) fordert Ermittlungen gegen Salafisten-Prediger Ibrahim Abou-Nagie, Pierre Vogel und Bilal Gümüs

Samstag, 15 April 2017 01:04 geschrieben von 
Ismail Tipi, MdL/CDU Ismail Tipi, MdL/CDU Quelle: Ismail Tipi

Wiesbaden – Der integrationspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Ismail Tipi, hat die Strafverfolgungsbehörden aufgefordert, steuer- und strafrechtliche Ermittlungen gegen die Salafisten-Prediger Ibrahim Abou-Nagie, Pierre Vogel und Bilal Gümüs einzuleiten.

Der gebürtige Palästinenser Abou-Nagie, Kopf der mittlerweile in Deutschland verbotenen islamistischen Vereinigung „Die Wahre Religion“ und Initiator der „Lies!“-Koranverteilungsaktionen in vielen Städten, soll zuletzt nach Malaysia geflüchtet sein. Inzwischen fehlt von ihm jede Spur, so dass nicht auszuschließen ist, dass er sich dschihadistischen Milizen angeschlossen hat und – auch aus Rache – Anschläge in Deutschland plant. Der Salafist, der auch wegen Sozialhilfebetrugs vor Gericht stand, hat bereits im Jahr 2012 den „bewaffneten Jihad“ befürwortet und erklärt, dass er selbst im Kampf sterben wolle. Zugleich rief er andere Muslime dazu auf, den Islam notfalls mit den Waffen zu verteidigen.

Pierre Vogel, ehemals Mitglied des inzwischen aufgelösten salafistischen Vereins „Einladung zum Paradies“ (EZP), lebt in Köln und hat gemeinsam mit dem Frankfurter Bilal Gümüs die Folgekampagne der „Lies!“-Aktion „We Love Mohammad“ ins Leben gerufen. Beiden wird, wie Abou-Nagie, vorgeworfen, maßgeblich zur Radikalisierung von Muslimen in Deutschland beizutragen.

CDU-Integrationspolitiker Tipi fordert daher auch ein Verbot von „We Love Mohammad“ sowie Ermittlungen gegen alle bekannten Anhänger von Abou-Nagies ehemaliger Vereinigung „Die Wahre Religion“. Zudem müsse nach dem Salafisten-Chef gefahndet und steuer- sowie strafrechtlich gegen ihn ermittelt werden. Steuerrechtliche Ermittlungen fordert der Unionspolitiker auch gegen Vogel und Gümüs. „Hier wird, so wie im Fall Abou Nagie, durch den Vertrieb der Bücher viel Geld umgesetzt. Die Behörden müssen feststellen, ob das für diesen bundesweiten Vertrieb der Bücher notwendige Gewerbe vorliegt“, so Tipi.

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Michael Krug

Michael Krug (Jahrgang 1974) kam vor Jahren aus dem norddeutschen Hamburg nach Sachsen.

Seine alte und seine neue Heimat verbindet die Elbe. Heute pendelt er zwischen Dresden und Frankfurt am Main. Ursprünglich aus der volkswirtschaftlichen Richtung kommend, entwickelte sich der studierte Journalist zu einem Vollblutberichterstatter aus Politik, Medien, Lifestyle, Kultur und Wirtschaft. Seit Mai 2016 gehört er unserer Redaktion an.

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