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Publiziert in Politik

Hessischer Abgeordneter sieht "Kunstwerk" anders

Jan Nolte (AfD/MdB) kritisiert Bus-Monument vor dem Brandenburger Tor

Montag, 13 November 2017 19:12 geschrieben von 
Der hessische AfD-Bundestagsabgeordnete Jan Nolte Der hessische AfD-Bundestagsabgeordnete Jan Nolte Quelle: Jan Nolte

Berlin - Kunst soll durchaus auch provozieren und auf ein geteiltes Echo stoßen – diesen Zweck des künstlerischen Wirkens hat der aus Syrien stammende Aktivist und Künstler Manaf Halbouni mit seinem umstrittenen Werk „Monument“ in jedem Fall erreicht.

Sein Kunstwerk besteht aus drei hochkant aufgestellten Linienbussen. Sie sind von ebensolchen in Aleppo inspiriert, die dort als Schutz vor Heckenschützen im Bürgerkrieg aufgestellt wurden. Als Halbounis Werk in Dresden vor der Frauenkirche – und damit in unmittelbarer Nachbarschaft zu den montäglichen Pegida-Demonstrationen – aufgestellt wurde, löste dies erhebliche Proteste aus, die wiederum von Politik und linken Aktivisten mit Unverständnis aufgenommen wurden.

Drei Busse im Zwielicht

Der Grund für den Widerstand gegen das Monument ist ein ernster: In Aleppo sollen die Busse nämlich von einer als salafistisch und terroristisch bekannten Miliz aufgestellt worden sein, die auf selbigen auch ihre Fahne hisste, was in deutschen Medien in der Berichterstattung kaum erwähnt wurde. Unter Berücksichtigung dieses Umstandes erscheint eine Deutung des Kunstwerks als Symbol der Versöhnung oder Denkanstoß in Hinblick auf Bürgerkrieg und Flüchtlinge recht gewagt. Kritiker sehen in den Bussen nun vielmehr ein trojanisches Pferd des Islamismus, das deutsche Wahrzeichen verschandele.

Jan Nolte (AfD) sieht „große Geschmackslosigkeit“

Der aus dem Kreis Waldeck-Frankenberg stammende AfD-Bundestagsabgeordnete Jan Nolte kritisierte die Aufstellung des Denkmals am Brandenburger Tor aus einem ähnlichen Blickwinkel: „Längst ist bekannt, dass die drei Busse, die das Vorbild für diese Aktion sind, der islamistischen Arhar-ash Sham-Miliz als Deckung dienten. Eine Gruppe, die vom Generalbundesanwalt als ausländische terroristische Vereinigung eingestuft wird. Angesichts der Opfer, die uns der Islamismus, gerade in Berlin, bisher gekostet hat, sollte man nicht von einem Kunstwerk, sondern von einer großen Geschmacklosigkeit sprechen, die da ins Herz unserer Hauptstadt gepflanzt wurde.“, verkündete er in einer Pressemitteilung.

Ob auch in Berlin gegen das „Monument“ demonstriert wird, bleibt abzuwarten.

Letzte Änderung am Montag, 13 November 2017 19:37
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Robin Classen

Robin Classen (Jahrgang 1991) hat Rechtswissenschaften an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz studiert und ist seit 2008 als freier Journalist tätig.

Er ist politisch in der AfD aktiv und widmet auch seine Freizeit als Mitglied eines Vereins für internationale Brieffreundschaften dem Schreiben.

Seine Artikel behandeln bevorzugt politische Themen. Er versteht sich jedoch als journalistischer Allrounder mit einem breiten Themenspektrum.

Seit Juni 2016 gehört er der Redaktion von HESSEN DEPESCHE an.

Webseite: www.hessen-depesche.de/show/author/62-robin-classen.html
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