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Publiziert in Politik

Wegen Bundeswehrskandal:

Joachim Paul (AfD) geht mit Ursula von der Leyen hart ins Gericht

Dienstag, 16 Mai 2017 23:06 geschrieben von 
Dr. Ursula von der Leyen | Joachim Paul Dr. Ursula von der Leyen | Joachim Paul Quelle: © Deutscher Bundestag / Achim Melde

Berlin - Eines kann man Ursula Von der Leyen jedenfalls nicht vorwerfen: Dass sie versuche, den aktuellen Bundeswehrskandal um vermutete rechtsextreme Netzwerke auszusitzen. Hochumstritten ist derweil ihre Herangehensweise: Alles begann am 3. Mai mit ihrer vielzitierten Aussage: „Die Wehrmacht ist in keiner Form traditionsstiftend für die Bundeswehr. Einzige Ausnahme sind einige herausragende Einzeltaten im Widerstand. Aber sonst hat die Wehrmacht nichts mit der Bundeswehr gemein.“

Die Verbindung zwischen Wehrmacht und Bundeswehr ist untrennbar

Eine gewagte These: Bis weit in die 90er Jahre hinein und letztlich bis heute gilt die Bundeswehr natürlich als Nachfolgearmee der Wehrmacht. Dazu gehörte aber immer auch ein historisches Bewusstsein und eine historische Verantwortung für Verbrechen, die einzelne Wehrmachtseinheiten sich im Rahmen der nationalsozialistischen Kriegsführung haben zu Schulden kommen lassen. Gleichzeitig lebten Kameradschaftsgeist, Traditionspflege, Liedgut und soldatische Tugenden der Wehrmacht in der Bundeswehr als Vorbild fort. In den ersten Jahrzehnten der Bundeswehr prägten ehemalige Wehrmachtssoldaten ihr Gesicht.

Schießt Von der Leyen über das Ziel hinaus?

Wenn nun Fotografien von Helmut Schmidt in Wehrmachtsuniform aus Bundeswehruniversitäten verschwinden, der im In- und Ausland für seine Fähigkeiten hoch angesehene „Wüstenfuchs“ Erwin Rommel aus Wandbildnissen getilgt wird, das soldatische Liedgut kastriert und sogar Rot-Kreuz-Fahnen abgehängt werden, so empfinden dies parteiübergreifend zahlreiche Politiker als zu viel des Guten.

Joachim Paul kritisiert Von der Leyen scharf

So auch Joachim Paul, Landtagsabgeordneter der AfD im rheinlandpfälzischen Landtag, der auf seiner Facebook-Seite (https://www.facebook.com/AfDrlp) anlässlich der geplanten Umbenennung seiner einstigen Grundwehrdienstkaserne „Feldwebel Diedrich Lilienthal-Kaserne“ in Delmenhorst-Adelheide Bilder von seiner eigenen, positiv in Erinnerung gehaltenen Grundwehrdienstzeit postete und Ursula von der Leyen scharf kritisierte: „Sie raubt allen Soldaten der Wehrmacht die Ehre und stellt unsere Soldaten pauschal unter Verdacht.“ Von der Leyen sei eine Schande für unser Land.

Scharfe Kritik auch von Rudolf Scharping (SPD) und Hans-Peter Uhl (CSU)

Ähnlich scharfe Kritik kommt vom ehemaligen SPD-Verteidigungsminister Rudolf Scharping, der die „bilderstürmerische Aktion“ gar als „Hexenverbrennung“ geißelte. Hans-Peter Uhl, Bundestagsabgeordneter der CSU, kritisierte das „totale Unwerturteil“, das die Verteidigungsministerin über die Soldaten der Wehrmacht fälle. Die Achtung gegenüber unseren Vätern und Großvätern erfordere, dass der politische Missbrauch der Wehrmacht durch die Nationalsozialisten nicht zu einer pauschalen Verurteilung führe, schrieb er im „Münchner Merkur“.

Letzte Änderung am Dienstag, 16 Mai 2017 22:31
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Robin Classen

Robin Classen (Jahrgang 1991) hat Rechtswissenschaften an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz studiert und ist seit 2008 als freier Journalist tätig.

Er ist politisch in der AfD aktiv und widmet auch seine Freizeit als Mitglied eines Vereins für internationale Brieffreundschaften dem Schreiben.

Seine Artikel behandeln bevorzugt politische Themen. Er versteht sich jedoch als journalistischer Allrounder mit einem breiten Themenspektrum.

Seit Juni 2016 gehört er der Redaktion von HESSEN DEPESCHE an.

Webseite: www.hessen-depesche.de/show/author/62-robin-classen.html
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