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"Nicht ich habe die CDU verlassen, sondern die CDU hat mich verlassen"

Juden in der AfD: Dr. Vera Kosova und Artur Abramovych führen die JAfD

Montag, 08 Oktober 2018 15:10 geschrieben von 
Dr. Vera Kosova, Gerold Otten, MdB und Artur Abramovych Dr. Vera Kosova, Gerold Otten, MdB und Artur Abramovych Quelle: HESSEN DEPESCHE

Frankfurt am Main - Die Vereinigung „Juden in der AfD“ wurde am 07. Oktober gegründet. Zur 1. Vorsitzenden ist Dr. Vera Kosova gewählt. Frau Dr. Kosovo ist 35 Jahre alt und Medizinerin und engagiert sich seit 2016 in der AfD.

Man habe Hessen als Gründungsort gewählt, weil es in der Mitte Deutschlands liege und für alle gut erreichbar sei und aus historischem Grund.

Hessen war ursprünglich ein Schwerpunkt des jüdischen Lebens in Deutschland - vor allem Frankfurt/Main. 1933 zählte die Gemeinde 30.000 Mitglieder. Nach dem Krieg waren es nur noch 800 und heute leben allein in Frankfurt 6500 Juden. Von den bundesweit 100.000 Juden leben 10 Prozent in Hessen. Nachdem 1989 Juden aus der ehemaligen Sowjetunion die Ausreise erlaubt war, hat sich die jüdische Bevölkerung in Deutschland verdreifacht Artur Abramovych (2. stellvertetender Vorsitzender der Vereinigung) relativiert die Frage nach dem öffentlichen Standpunkt des Zentralrates der Juden. Der Zentralrat ist abhängig von öffentlichen Mittel und schickt finanziert von öffentlichen Mittel in gecharterten Bussen 300 Gegendemonstranten.

„Allzu groß kann die Empörung der jüdischen Bürger nicht sein“ hält er weiter dagegen. Etwas zynisch merkt er an, „wer Brot ich es, des Lied ich sing“.

Das Medieninteresse ist unverkennbar hoch bei der Gründungsveranstaltung und die Gründer sind überrascht.

AfD klar pro Israel

In der Eröffnungsrede stellt Dr. Vera Kosova fest, dass die AfD keine antisemitische und rassistische Partei ist. Die AfD ist für Israel und ist die einzige Partei die Jerusalem als Hauptstadt anerkennt. Auch habe man als einzige im Bundestag einen Antrag für den Verbot der Al-Quds-Demonstration gestellt, führte Wolfgang Fuhl weiter aus. Die Meinung von Frau Knobloch will er nicht weiter kommentieren.

Aus der anwesenden Presse wurde die Frage gestellt, wie sich das von der Partei abgelehnte Schächten von Tieren mit dem Judentum vertrage. Wolfgang Fuhl bedaure die demokratische Entscheidung seiner Partei hier eine andere Entscheidung getroffen zu haben, aber er respektiere, dass eine knappe Mehrheit der Mitglieder sich für den Tierschutz entschieden haben vor der Religion. Dies sei ohne Frage ein sehr sensibles Thema.

Gerold Otten, MdB/AfD und Angela Prokoph - Quelle: HESSEN DEPESCHE
Gerold Otten, MdB/AfD und Angela Prokoph
Quelle: HESSEN DEPESCHE

 

Alle Unterstellungen man nehme sich dem Thema nur an, um es zu instrumentalisieren muss man entgegenhalten, dass keine Partei so viele jüdische Kandidaten hatte und sich die Vereinigung aus sich selbst heraus gegründet hat. Niemand aus dem Bundesvorstand hat diese Vereinigung initiiert. Im Gegenteil man stelle auch hier fest, dass Frau Merkel die jüdische Gemeinschaft genauso wie dieses Land gespalten hat. Die Hetze im Vorfeld der Gründung war unredlich. Ohne mit den Mitgliedern gesprochen zu haben hat man sich einer unredlichen Hetze bedient und jüdische Mitglieder entmenschlicht und sogar als „Stinktiere“ bezeichnet. Die AfD ist eine wertekonservative Partei und ihre Mitglieder und Wähler sind nicht etwa über Nacht vom Himmel gefallen, sondern sind vielmehr das Ergebnis der Politik Angela Merkels. Merkel hat aus diesem Land ein unsicheres Land gemacht. Merkel hat alle Rechte gebrochen, Schengen, Dublin.......

Die Wähler und Mitglieder kommen mehrheitlich aus den Altparteien.

Und Bernhard Krauskopf bringt es auf den Punkt: Er war als Jugendlicher bei den Jusos und stellte schon damals in der SPD fest das Antisemitismus in der Partei offene Haltung ist. Wäre Willi Brandt damals amerikanischer Präsident gewesen, dann gäbe es heute kein Israel, sagt Krauskopf weiter. Dann war er in der CDU. Doch nicht er habe die CDU verlassen, sondern die CDU habe ihn verlassen. Frau Merkel hat die Partei verraten und zu ihrem Machterhalt nach links verkauft. Söder wird wohl nach der Wahl den gleichen Weg gehen hört man aus den Reihen.

Viele Journalisten wollten wissen, ob die JAfD den Dialog mit dem Islam suchen wird. Krauskopf konterte gut. Der Islam sei nicht der Feind der Juden. Seit dem 12. Jahrhundert akzeptiert das Judentum den Islam als monotheistische Religion. Aber genau seit 900 Jahren hatte auch der Islam Zeit das Judentum anzuerkennen. Seit 900 Jahren wird in islamischen Ländern und Moscheen der Hass auf Juden gelehrt.

Antisemitismus wird nach Deutschland importiert

Dieser Hass verhindert jüdisches Leben in Deutschland. Er wird importiert.

Tatsache ist, dass Antisemitismus und Übergriffe auf Juden in Schulen und im öffentlichen Raum vorwiegend von Muslimen begangen werden. Erst kürzlich hat die Jüdische Rundschau den Bericht des Antisemitismus-Forschers Manfred Gerstenfeld veröffentlicht. Aus dieser Analyse geht hervor, dass alle antisemitischen Morde des 21.Jahrhunderts ausschließlich in Europa von Moslems begangen wurden.

Wer will Juden da einreden, dass der Antisemitismus vorwiegend von rechts käme?

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Angela Prokoph-Schmitt

Angela Prokoph-Schmitt (Jahrgang 1968) ist eine leidenschaftliche Demokratin und im südhessischen Darmstadt aufgewachsen.

Sie ist Mitglied der CSU (Bayern) und der CDU (Hessen). Bis Juli 2017 führte sie auch die Redaktion von HESSEN DEPESCHE.

Webseite: www.hessen-depesche.de/show/author/68-angela-prokoph-schmitt.html
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