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Publiziert in Politik

Proteste gegen den Bundesparteitag der AfD

Köln im Ausnahmezustand: Demos drohen die komplette Innenstadt lahmzulegen

Mittwoch, 19 April 2017 12:20 geschrieben von  Johann W. Petersen
Das Maritim-Hotel am Kölner Heumarkt Das Maritim-Hotel am Kölner Heumarkt Quelle: wikimedia.org | Elke Wetzig | CC BY-SA 3.0

Köln – Die Demonstrationen gegen den Bundesparteitag der AfD, zu denen rund 50.000 Teilnehmer erwartet werden, drohen am kommenden Sonnabend die komplette Kölner Innenstadt lahmzulegen. Sicherheitsbehörden befürchten zudem Ausschreitungen seitens linksautonomer Gruppen, die angekündigt haben, die Zufahrtswege zum Maritim-Hotel, in dem der Parteitag stattfinden wird, zu blockieren. Wie ernst eine Anschlagsdrohung gegen die Teilnehmer zu nehmen ist und in welchem Zusammenhang diese mit dem Bombenanschlag auf den BVB-Bus in Dortmund steht, ist nach wie vor unklar.

Lokalmedien sprechen von „Ausnahmezustand“ und einem „Demo-Wahnsinn“, wie es ihn in der Domstadt noch nie gegeben habe. Die Polizei setzt an dem Wochenende rund 4.000 Beamte ein. „Bereits ab Donnerstag werden zahlreiche Halteverbotszonen rund um die Demostrecken und die Veranstaltungsorte eingerichtet“, erklärte dazu Kölns Ordnungsamtschef Engelbert Rummel. Auch Polit-Prominenz hat sich angekündigt: Als Redner bei den Anti-AfD-Veranstaltungen werden unter anderem Kölns parteilose Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) und Grünen-Chef Cem Özdemir erwartet.

Die Proteste gegen die AfD beginnen am Sonnabend um 7:00 Uhr mit den Sternmärschen von „Köln gegen Rechts“, die jeweils vom Ottoplatz, Chlodwigplatz, Rudolfplatz, Ebertplatz und Fischmarkt zum Malzbüchel am Heumarkt führen werden. Dort wird es ab 11:00 Uhr eine Kundgebung und Demonstration von etwa 5.000 AfD-Gegnern geben. Die größte Demo startet dann um 13:00 Uhr vom Heumarkt aus zum Rudolfplatz. Allein dieser Demonstrationszug soll etwa drei Stunden dauern, die Veranstalter rechnen hier mit 30.000 Teilnehmern.

Weitere Gegendemos und Kundgebungen führen das Festkomitee Kölner Karneval und die sogenannte KG Ponyhof durch. Die Karnevalisten wollen, unterstützt von Bands wie Bands wie Brings, den Höhnern, Paveiern und Kasalla unter dem Motto „Mir all sin Kölle“ mit etwa 15.000 AfD-Gegnern im Grüngürtel am Hohenzollernring demonstrieren, die KG Ponyhof, laut Eigendefinition eine Karnevalsgesellschaft „für Menschen gleich welchen Geschlechts, Religion, Hautfarbe, sexueller Zugehörigkeit oder finanziellem Hintergrund“, hat einen Demonstrationszug vom Chlodwigplatz zum Malzbüchel mit 1.000 Teilnehmern angekündigt.

In dem Areal zwischen dem Hohenzollernring und dem Deutzer Bahnhof auf der anderen Rheinseite kann es den ganzen Tag über zu erheblichen Verkehrsbehinderungen kommen. Die Behörden haben den Lokalinhabern in der Innenstadt am Parteitags-Sonnabend die möblierte Bewirtung von 7 bis 22 Uhr untersagt.

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