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Rücktritt gefordert

Peter Tauber angezählt: JU Baden-Württemberg schießt gegen Generalsekretär

Montag, 13 November 2017 17:32 geschrieben von 

Berlin - Seit 2013 ist Peter Tauber Generalsekretär der CDU und galt einst als großer Hoffnungsträger der Partei und des hessischen Landesverbandes. In Frankfurt geboren und in Gelnhausen zur Schule gegangen, ist Tauber eine feste Größe der Union im Main-Kinzig-Kreis.

Als junges Gesicht wurde Taubers Beförderung zum Generalsekretär 2013 auch von der Jungen Union bejubelt. Tauber galt inhaltlich auf Grund von abtreibungskritischer Äußerungen sogar als recht konservativ, was sich jedoch schnell als Trugschluss der Presse entpuppte.

Tauber ist Merkels rechte Hand

Schon bald war klar: Peter Tauber ist Merkels Liebling, der voll und ganz hinter dem hippen, liberalen Großstadtkurs der Bundesvorsitzenden der CDU und Bundeskanzlerin steht. Nachdem die CDU nun bei der Bundestagswahl ein desaströses Ergebnis eingefahren hat, wird der Wind für Tauber langsam aber sicher eisig.

Taubers Popularität in der JU geht gegen Null

Dies gilt vor allem für die Junge Union, in der Tauber mittlerweile zu einer regelrechten Unperson geworden zu sein scheint. Während Merkel noch als sakrosankt gilt, ist die scharfe Kritik an ihrem Generalsekretär jedenfalls bemerkenswert. Zu den Tauber-Kritikern gehört etwa der überregional bekannte Felix Maximilian Leidecker von der Mainzer CDU und JU, auf dessen Facebook-Seite sich auch CDU-interne Tauber-Gegner aus Hessen und Rheinland-Pfalz von ihrem Frust frei schreiben.

Rücktritt gefordert

Auf dem Landestag der Jungen Union Baden-Württemberg wurde auf Antrag des JU Kreisverbandes Calm um den Kreisvorsitzenden Jonathan Frank heute mit überwältigender Mehrheit eine Resolution verabschiedet, die Tauber zum Rücktritt vom Generalsekretärsposten auffordert. In dem Papier, das der HESSEN DEPESCHE vollständig vorliegt, wird schonungslos mit all dem abgerechnet, für das Tauber und Merkel stehen.

Von der Eurorettungspolitik über die Flüchtlingspolitik konstatiert die Parteijugend bei Tauber „mehrere Fehler, die unserer Partei geschadet haben“. So habe er „besorgte Bürger“ in sozialen Netzwerken beschimpft und Eurorettungs-Gegner in der Bundestagsfraktion verunglimpft. „Die Rolle des Generalsekretärs ist es, Stimmungen in der Partei und im Volk aufzufangen und diese zu vertreten. Zudem muss er für eine klare inhaltliche Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner sorgen. (...) Im Gegensatz dazu hat Dr. Peter Tauber weder das eine noch das andere erreicht.“, heißt es in dem Papier wörtlich.

Aus Unionskreisen ist zu vernehmen, dass die Parteijugend und konservative Kritiker statt Tauber den ebenfalls noch sehr jungen Jens Spahn als Generalsekretär wünschen. Spahn gilt als Merkel-Kritiker und soll bei ihr in Ungnade gefallen sein. Auch wenn es vordergründig nur um den Posten des Generalsekretärs zu gehen scheint, ist eines klar: Die Angriffe zielen in Wahrheit auf Angela Merkel, an deren Thron in der Union so stark gerüttelt wird wie schon lange nicht mehr.

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Robin Classen

Robin Classen (Jahrgang 1991) hat Rechtswissenschaften an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz studiert und ist seit 2008 als freier Journalist tätig.

Er ist politisch in der AfD aktiv und widmet auch seine Freizeit als Mitglied eines Vereins für internationale Brieffreundschaften dem Schreiben.

Seine Artikel behandeln bevorzugt politische Themen. Er versteht sich jedoch als journalistischer Allrounder mit einem breiten Themenspektrum.

Seit Juni 2016 gehört er der Redaktion von HESSEN DEPESCHE an.

Webseite: www.hessen-depesche.de/show/author/62-robin-classen.html
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