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Wegen Diesel-Chaos

Wiesbaden: Andreas Kowol (Grüne) will 150 temporäre Parkplätze streichen

Dienstag, 17 Juli 2018 13:17 geschrieben von 
Andreas Kowol (Grüne) macht sich Gedanken über die Verkehrsentwicklung in der Landeshauptstadt Wiesbaden Andreas Kowol (Grüne) macht sich Gedanken über die Verkehrsentwicklung in der Landeshauptstadt Wiesbaden Quelle: Grüne Hessen

Wiesbaden - Nachdem in Hamburg und Stuttgart Fahrverbote für ältere Diesel-Fahrzeuge bereits für Chaos gesorgt haben, ist in der Wiesbadener Lokalpolitik die Sorge groß, dass auch hier künftig Fahrverbote drohen könnten. Immerhin liegt mit der Ringkirche in die am stärksten mit Stickoxiden belastete Straße in ganz Hessen in Wiesbaden und auch die Nummer drei des entsprechenden Rankings des hr weist mit der Schiersteiner Straße eine Straße der Landeshauptstadt aus.

150 Parkplätze für Anwohner sollen verschwinden

Nun will der grüne Umwelt- und Verkehrsdezernent und zugleich Stadtverordnete der Ökopartei Andreas Kowol zu drastischen Maßnahmen greifen. Das 2015 von Oliver Franz (CDU) eingeführte, bei Anwohnern hoch populäre temporäre Parken in den Nachtstunden rund um den Konrad-Adenauer-Ring (2. Stadtring) soll wieder abgeschafft werden. 150 Parkplätze in der ohnehin schon parkplatzarmen Stadt stehen damit zur Disposition.

Verbreitet Kowol „Fake News“ bei den Abschleppzahlen?

Kowols Ziel: Der Verkehr soll besser fließen können, weil stetes Anfahren im Stau zu einem höheren Schadstoffausstoß führt. Morgens müssten Anwohner, die ihr Fahrzeug zu lange auf temporären Parkplätzen stehen gelassen hätten, ausfindig gemacht und jeden Tag „etliche“ Fahrzeuge abgeschleppt werden, begründete er seinen Vorstoß gegenüber dem Wiesbadener Tagblatt.

Angaben, die man durchaus bezweifeln kann: Nicht nur wirkt es unlogisch, dass jeden Tag zahlreiche Anwohner Abschleppknöllchen von mindestens 150 € in Kauf nehmen, es widerspricht auch der Wahrnehmung von Ordnungsdezernent Oliver Franz (CDU), der 2015 noch berichtet, dass zwischen Juli und Oktober des Jahres gerade einmal ein Fahrzeug abgeschleppt und vier Halter zum Wegfahren aufgefordert werden mussten.

Möglicher Hintergrund: Autofahren soll noch unattraktiver werden

All dies lässt vermuten, dass es Kowol womöglich noch um eine andere, typisch grüne Zielsetzung geht: Das Auto soll für Stadtbewohner noch unattraktiver werden und diese durch die neuerliche Schikane vermehrt auf das Fahrrad und öffentliche Verkehrsmittel umsteigen.

Neben der hochumstrittenen Maßnahme will Kowol allerdings auch in eine intelligentere digitale Infrastruktur investieren, um Staubildung zu erkennen und zu vermeiden und auch das nächtliche Ausweichen auf Gewerbeparkplätze wird von ihm angedacht. Und: Natürlich soll auch das neue „Mein Rad“-Mietfahrrad-Konzept eine Rolle spielen.

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Robin Classen

Robin Classen (Jahrgang 1991) hat Rechtswissenschaften an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz studiert und ist seit 2008 als freier Journalist tätig.

Er ist politisch in der AfD aktiv und widmet auch seine Freizeit als Mitglied eines Vereins für internationale Brieffreundschaften dem Schreiben.

Seine Artikel behandeln bevorzugt politische Themen. Er versteht sich jedoch als journalistischer Allrounder mit einem breiten Themenspektrum.

Seit Juni 2016 gehört er der Redaktion von HESSEN DEPESCHE an.

Webseite: www.hessen-depesche.de/show/author/62-robin-classen.html
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