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Publiziert in Regional

"Miteinander reden ist immer besser als übereinander!" - "Schwimmbäder und Gutmenschentum"

Dreieich: Andreas Schmehl (AfD) will Sonderbadezeiten für Muslime verhindern

Freitag, 19 August 2016 19:19 geschrieben von 
Andreas Schmehl erhebt im Burkini-Streit nochmals Stimme für die AfD Dreieich Andreas Schmehl erhebt im Burkini-Streit nochmals Stimme für die AfD Dreieich Quelle: Andreas Schmehl

Dreieich - Der Burkini-Streit hält nach wie vor das sommerliche Dreieich im Bann. Besonders dem Landtagsabgeordneten Hartmut Honka (CDU), aber auch Andreas Schmehl von der AfD ist die islamischen Bademode ein Dorn im Auge. Der Stv. Fraktionsvorsitzende der AfD in Dreieich, Andreas Schmehl, hat heute dazu das Gespräch mit Frau Kahl von den städtischen Bädern gesucht. Er versuchte mit Argumenten zu überzeugen.

Es entstand ein offenes und konstruktives Gespräch über Preisgestaltung, Burkina und spezielle Badezeiten für Frauen oder auch Personen bestimmter Religionsgemeinschaften.

Schnell wurde deutlich, dass die Politik bei der Gesetzgebung oder in diesem Fall der Erstellung einer Badeordnung stärker darauf achten muss, das diese für die vor Ort Ausführenden auch umsetzbar sein muss. Frau Kahl stellte gleich mehrfach die Frage: Was hätte ich den tun sollen?

Die Badeverordnung sieht nämlich zum Thema Badekleidung nur eine recht dürftige Definition vor. Diese besagt neben der „üblichen Badebekleidung“ eigentlich nicht viel bis gar nichts. Was übliche Badebekleidung sein könnte hat Frau Kahl bei der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen versucht abzuleiten, die das Tragen von Burkina als übliche Badekleidung an sieht.

Nachdem ein Vertreter des öffentlich rechtlichen Fernsehens ohne jedes Schamgefühl auf sie zugekommen wäre und „gerne mal weinende Kinder gefilmt hätte, denen der Zugang zum Becken wegen falscher Kleidung verwehrt wurde“, hätte man sich zur Vermeidung „schlechter Presse“ deshalb dazu entschlossen Burkina zur Vermeidung genau dieser Bilder anzuschaffen. Man fragt sich welches Geistes Kind Teile der Medien heutzutage eigentlich sind? Offenbar hat auch hier, die alles mit lähmenden Mehltau überziehende „political-correctness“, wieder ganze Arbeit geleistet.

Wenn man sich mit einer Neuordnung der Badekleidung beschäftigen möchte, muss in die Überlegung ein weiterer wichtiger Hinweis von Frau Kahl einfließen. Deutlich öfter als Burkina werden im Badebetrieb neuerdings Gäste angetroffen, die aus gesundheitlichen Gründen mit langärmliger vor UV-Strahlen schützender Kleidung dem Badespaß frönen.

Es wurden aus Gründen der Gleichbehandlung übrigens auch normale Badebekleidung im begrenztem Umfang als „Notversorgung“ für vergessliche Gäste angeschafft damit niemand unverrichteter Dinge wieder abziehen muss.

Schnell einig wurde man sich bei der Einschätzung, das öffentliche Bäder eine wichtige Funktion  bei der Förderung des Gemeinwesens und des sozialen Zusammenlebens übernehmen.

Frau Kahl erteilte Bestrebungen nach speziellen Badezeiten für Frauen oder speziell muslimischen Frauen eine klare Absage. Sie verwies auf den bereits jetzt schon gefüllten Belegungsplan des Hallenbades mit Schulen und Sportvereinen hin, der eine nicht unerhebliche Einschränkung für die Allgemeinheit schon jetzt mit sich bringen würde.

Die Eintrittspreisen sehen richtigerweise Vergünstigungen für gleich mehrere Personengruppen vor. Sie betonte, das volljährige Asylbewerber zu zahlen haben und zwar den vollen Erwachsenenpreis.

Als Ergebnis aus diesem Gespräch wird die AfD folgende Änderungsanträge für die städtischen Ausschüsse erarbeiten:

Unverändert tritt die AfD für ein Burkiniverbot ein

Das Tragen ist Zeichen eines rückständigen Geschlechterbildes, in dem sich Frauen nur verschleiert in der Gesellschaft zeigen dürfen – wenn überhaupt. Burkina grenzen aus und sind einer nachhaltigen Integration abträglich. Eine aufgeklärte und humanistische Gesellschaft muss für seine Grundwerte eintreten. Dazu gehört die Gleichberechtigung von Männern und Frauen und damit auch von Muslimen und Muslimas. Auch unsere gesundheitlichen Bedenken aus Hygienegründen bleiben weiterhin bestehen.

Die Kleiderordnung bedarf einer Neuregelung

Schaffung einer klaren Definition der Kleidung, bestehend aus Badehose, Bikini oder Badeanzug. Medizinisch begründete Ausnahmeregelungen müssen möglich sein.

Preise

Neben den bisherigen Personengruppen (Schüler, Rentner, Behinderten etc.) sollten künftig auch Hartz4-Empfänger und Asylbewerber in den Genuss vergünstigter Eintrittspreise kommen.

Badezeiten für spezielle Personengruppen

Schon aufgrund der bisherigen Belegung sind diese nicht durchführbar. Forderungen nach separaten Badezeiten aus religiösen Befindlichkeiten heraus sind aus den obigen Gründen eine Absage zu erteilen.

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HESSEN DEPESCHE

Roxana Miller wurde 1985 in Minsk/Weißrussland geboren.

Klassisches Ballett ist ihre Leidenschaft.

Sie studierte Germanistik (Universität Minsk) und später Slawistik (Universität Jena).

Seit Januar 2015 arbeitet sie für unsere Redaktion.

Webseite: www.hessen-depesche.de/show/author/42-roxana-miller.html
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