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Publiziert in Regional

42 Prozent der Offenbach-Zuzügler kommen aus dem Ausland

Ende 2016 hatten rund 37 Prozent der Bewohner Offenbachs keinen deutschen Pass

Mittwoch, 19 April 2017 11:57 geschrieben von  Axel Frohmeier

Offenbach am Main - Ende letzten Jahres erreichte die Einwohnerzahl Offenbachs mit 133.827 Personen einen neuen Höchststand. Seit 2012 wächst die Bevölkerung in der Main-Stadt durchschnittlich um 2.392 Personen im Jahr. Der Anstieg ist auf eine Geburtenzunahme, vor allem aber auf Zuzüge insbesondere aus dem Ausland zurückzuführen. Rund 37 Prozent der in Offenbach wohnenden Personen hatten Ende 2016 keinen deutschen Pass.

In den vergangenen fünf Jahren haben sich in Offenbach mehr Menschen an- als abgemeldet: Durchschnittlich sind 14.691 Menschen pro Jahr nach Offenbach gezogen und 12.734 Personen weggezogen. Rund 40 Prozent der Neu-Offenbacher sind aus anderen hessischen Gemeinden – vor allem aus Frankfurt und dem Kreis Offenbach – zugezogen. Mit 42 Prozent kam die größte Gruppe der Zuzügler aus dem Ausland.

In der Stadt leben mittlerweile Menschen aus 158 Nationen. „Es gibt keine einzelne Gruppe, die das Bild prägt. Das Risiko der Herausbildung geschlossener Immigrantenmilieus ist dadurch geringer“, meint der Leiter des Amtes für Arbeitsförderung, Statistik und Integration, Matthias Schulze-Böing. Die meisten Einwanderer kommen aus den EU-Ländern Rumänien, Bulgarien und Kroatien. Einen starken prozentualen Anstieg gab es bei Zuwanderern aus Serbien und Montenegro. Die absolute Zahl der von 2012 bis 2016 eingewanderten Montenegriner lag im Schnitt bei 93 Personen pro Jahr.

Rückläufig ist die Zahl der Staatenlosen (32,2 Prozent), der Türken (6,9 Prozent), der Marokkaner (2,8 Prozent) und der US-Amerikaner (2,6 Prozent). „Die Rückgänge bei den Offenbachern mit türkischen und marokkanischen Pass sind auch auf die Einbürgerungen zurückzuführen“, erklärt Schulze-Böing. Damit verweist der Amtsleiter auf den Umstand, dass viele Menschen mit Migrationshintergrund aufgrund ihrer Einbürgerung gar nicht mehr als Ausländer gezählt werden.

In ganz Hessen gab es seit 2011 einen massiven Zuzug von Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit. 2015 wanderten 29,2 Prozent mehr Menschen in Hessen ein als 2011. Bis auf Wiesbaden verzeichneten alle kreisfreien Städte Zuwachsraten von über 20 Prozent. Den höchsten Zuwachs gab es in Kassel mit 29,9 Prozent, danach folgte Darmstadt mit 26,7 Prozent und Offenbach mit 23,7 Prozent an dritter Stelle. 
Der hohe Migrantenanteil erklärt auch das vergleichsweise niedrige Durchschnittsalter der Offenbacher mit knapp 40 Jahren. Zum Vergleich: Die Hessen waren 2015 im Schnitt 43,7 Jahre alt, und in ganz Deutschland betrug das Durchschnittsalter 44,2 Jahre.

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