hessen-depesche.de

Publiziert in Frankfurt und Taunus

Versteckte Quersubvention?

Bad Homburg: AfD hinterfragt ausufernden Immobilienanspruch der Stadtwerke

Dienstag, 01 August 2017 18:08 geschrieben von 
Bad Homburg: Kurhaus im Zentrum Bad Homburg: Kurhaus im Zentrum Quelle: de.wikipedia.org | Karsten11 | Gemeinfrei

Bad Homburg - Seit gut einem halben Jahr wartet die Fraktion der AfD in Bad Homburg vor der Höhe auf eine schlüssige Beantwortung der Frage nach dem immensen Flächenmehrbedarf der Stadtwerke.

Nicht weniger als 6000 Quadratmeter sollen die rund 100 Mitarbeiter der Stadtwerke auf dem Postareal benötigen – derzeit reichen 4600 Quadratmeter im Hauptsitz in Ober-Erlenbach. Trotz mehrfacher Nachfrage der AfD könne der Mehrbedarf von 1400 Quadratmetern nicht begründet werden.

Die Fläche sei das eine – die Mehrkosten das andere.

Um rund eine Million Euro werde wohl die Miete am geplanten Standort Postareal gegenüber der aktuellen Bestandsmiete steigen. "Dies entspricht im Wesentlichen einer Verdopplung des Mietpreises.
Zahlen muss das jeder Bad Homburger Bürger, u.a. über seinen Abgaben an die Stadtwerke. Die Unabdingbarkeit dieses Mehrbedarfes kann durchaus in Frage gestellt werden."

Und weiter heißt es in einer Presseaussendung der AfD: "Was es aber tatsächlich gibt, ist der Wunsch von der Homburger CDU, ein Kino und einen Club auf dem Postareal anzusiedeln.
Aus rein wirtschaftlicher Sichtweise heraus ergibt sich hierbei aber das Problem der fehlenden Rentabilität für potenzielle Investoren.
Das Kino wäre defizitär.
Da kommen die Stadtwerke wie gerufen um „dem Investor ein großes finanzielles Risiko ab- zunehmen“, wie die CDU mitteilt."

Aus Investorensicht sei das natürlich lukrativ, aber wäre nicht Aufgabe des Gebühren- und Steuerzahlers in Bad Homburg, Investorengewinne zu sichern, sagt Andreas Sell für die Alternative.

Andreas Sell: "Es sind eben solche versteckten Quersubventionen, für die die Steuerzahler sehr lange werden geradestehen müssen – ohne dass sie gefragt wurden.

Wollen die Homburger Bürger ein steuer- und gebührenfinanziertes Kino?
Zumindest haben sie ein Anrecht, dass man ihnen reinen Wein einschenkt, wenn man sie schon nicht fragen will!"

Artikel bewerten
(2 Stimmen)
Jörg Pollert

Jörg Pollert (Jahrgang 1968) ist Handelsfachwirt. Er studierte Deutsch, Mathematik und Sport an der Johann-Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main.

Seit März 2016 schreibt er für die Redaktion von HESSEN DEPESCHE vor allem über Themen aus Mainhausen und Seligenstadt. Er ist Mitglied der CDU und passionierter Handballtrainer. Seit Juli 2017 ist er leitender Redakteur der HESSEN DEPESCHE.

Webseite: www.hessen-depesche.de/show/author/54-jörg-pollert.html
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten

Team