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Publiziert in Frankfurt und Taunus

Bei den Kindern unter sechs Jahren haben 70 Prozent einen Migrationshintergrund

Frankfurt am Main: Mehr als die Hälfte der Einwohner ist ausländischer Herkunft

Freitag, 30 Juni 2017 19:53 geschrieben von  Axel Frohmeier
Frankfurt am Main ist die bestimmende Metropole Hessens. Frankfurt am Main ist die bestimmende Metropole Hessens. Quelle: HESSEN DEPESCHE

Frankfurt am Main - Frankfurt ist eine wachsende Stadt. Im Vergleich zum Jahr 2000 ist die Einwohnerzahl bis 2014 um rund 100.000 auf 708.543 Personen mit Hauptwohnung gestiegen. Dieses Bevölkerungswachstum geht weitestgehend auf den Zuzug von Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit zurück. In der Frankfurter Bevölkerung sind über 90 Prozent der 194 Staatsangehörigkeiten der Welt vertreten. Die größten ausländischen Gemeinschaften stellen Türken,  Kroaten, Italiener und Polen.

Laut dem Melderegister haben mittlerweile 51,2 Prozent der Einwohner Frankfurts ausländische Wurzeln. Damit wird erstmals die 50-Prozent-Marke übersprungen, wie die Frankfurter Integrationsdezernentin Sylvia Weber (SPD) bei der Vorstellung des Berichts „Frankfurter Integrations- und Diversitätsmonitoring“ mitteilte. Die über 200 Seiten starke Dokumentation des Amtes für multikulturelle Angelegenheiten bietet aufschlussreiches Zahlenmaterial zum immer weiter steigenden Ausländeranteil in der Main-Stadt.

Eine andere Datengrundlage zur Ermittlung des Bevölkerungsanteils mit Migrationshintergrund liefert der Mikrozensus. Hiernach sind 44,7 Prozent der Einwohner der Main-Metropole ausländischer Herkunft. Auch beim Mikrozensus zeigt die Tendenz eindeutig nach oben. 

Bei den Kindern unter sechs Jahren haben aktuell etwa 70 Prozent einen Migrationshintergrund. In dieser Hinsicht zählt Frankfurt zu den Städten im Land mit dem höchsten ausländisch-stämmigen Bevölkerungsanteil.

In Frankfurt haben rund 80 Prozent der Bevölkerung mit ausländischer Staatsangehörigkeit aufgrund von Freizügigkeitsbestimmungen der EU oder einer sonstigen Niederlassungserlaubnis ein längerfristiges Aufenthaltsrecht. Selbst bei den Drittstaatsangehörigen – also der ausländischen Bevölkerung aus Nicht-EU-Staaten – verfügen drei Fünftel über eine dauerhafte Niederlassungserlaubnis, bei den übrigen zwei Fünftel ist der Aufenthalt zweckgebunden befristet. Im Jahr 2015 lebten rund 4.300 Asylanten mit einer Aufenthaltserlaubnis, einer Aufenthaltsgestattung oder Duldung in der Stadt.

„Wir sind eine Stadt ohne Mehrheit“, sagte Weber mit Blick auf die Zahlen. Frankfurt bestehe aus „mehr oder weniger großen Minderheiten“.

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