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Ausbildung zum Koch

Hochtaunus: Landrat Ulrich Krebs stellt neue Lehrküchen der Saalburgschule vor

Mittwoch, 05 Dezember 2018 13:36 geschrieben von  Gabriela Clauter
Das Foto zeigt den Fachlehrer für Ernährung, Daniel Henz (vorne rechts) zusammen mit drei seiner Schüler Eric, Samir und Phillip, zusammen mit Landrat Ulrich Krebs (hinten links), Schulleiterin Heike Weber (Mitte hinten) und dem Leiter des Fachbereiches Hochbau im Hochtaunuskreis, Rainer Plomer (hinten rechts). Das Foto zeigt den Fachlehrer für Ernährung, Daniel Henz (vorne rechts) zusammen mit drei seiner Schüler Eric, Samir und Phillip, zusammen mit Landrat Ulrich Krebs (hinten links), Schulleiterin Heike Weber (Mitte hinten) und dem Leiter des Fachbereiches Hochbau im Hochtaunuskreis, Rainer Plomer (hinten rechts). Quelle: Hochtaunuskreis

Usingen - Landrat Ulrich Krebs (CDU) hat in einer Pressekonferenz den grundsanierten Küchentrakt der Saalburgschule in Usingen vorgestellt. Insgesamt 2,1 Millionen Euro, finanziert aus dem Kommunalinvestitionsprogramm, investiert der Kreis in die drei Schulküchen. Dazu kommen rund 600 000 Euro für die Ausstattung. Die Küchen entsprechen nun den Qualitätsansprüchen einer gehobenen Gastronomie. „Wir haben hier richtig Geld in die Hand genommen“, sagte Landrat Ulrich Krebs, „und das ist sehr gut angelegt. Wir investieren nicht nur in Herde und Elektroleitungen, sondern vor allem in eine gute duale Ausbildung, in die Berufschancen von vielen jungen Menschen, die wir in den Betrieben des Hochtaunuskreises dringend brauchen.“

Die Sanierung der Lehrküchen an der Saalburgschule hat länger gedauert, als es nach dem ursprünglichen Plan vorgesehen war. Unvorhergesehene Arbeiten, die übervollen Auftragsbücher der Handwerker und andere Verzögerungen stellten Kreis und Schule auf eine harte Probe. „Dies war für Schüler und Lehrer eine sehr große Herausforderung“, sagte Schuldezernent Krebs, der sich bei der Schulleitung für die gute Zusammenarbeit während der Bauphase bedankte. „Aber nun haben wir eine Lehrküche der Extraklasse, die zur Attraktivität der Saalburgschule als berufliche Schule weiter beitragen wird.“

In den geregelten Schulbetrieb gehen die Küchen nach den Weihnachtsferien, Ende Januar werden bereits die ersten Prüfungen abgenommen. Die alten Küchen waren nach 33 und mehr Jahren Benutzung in die Jahre gekommen. Die Küchen mussten grundlegend neu organisiert werden, um den Ansprüchen an moderne Lehrküchen gerecht zu werden. Eine Sanierung war auch für die Abwasserkanäle, die Gasversorgung, die elektrischen Leitungen und das Abluftsystemnötig.

Derzeit werden rund 60 künftige Köchinnen und Köche an der Saalburgschule ausgebildet, dazu kommen insgesamt 107 Schülerinnen und Schüler aus der zweijährigen Berufsfachschule mit Fachrichtung Ernährung, den Bildungsgängen zur Berufsvorbereitung mit Ernährung und der zweijährige höhere Berufsfachschule für Sozialassistenz. Auch die 148 Auszubildenden für das Hotel- und Restaurantfach nutzen die Küchen regelmäßig.

Nun steht Schülern und Lehrpersonal an gewohntem Ort ein vollständig neuer Küchentrakt mit drei unterschiedlichen Küchen zur Verfügung. Es gibt eine Gasküche, eine Elektroküche sowie eine Patisserie/Bäckerei.Jeder Arbeitsplatz in der Elektroküche zum Beispiel hat einen Induktionsherd (insgesamt 14Stück), eine Arbeitsfläche und einen separaten Kühlschrank. Zwei Arbeitsplätze teilen sich einen Spültisch. Maximal 16 Auszubildende können gleichzeitig in den Fachräumen unterrichtet werden, in der Regel gehen die Lehrkräfte in zwei Gruppen mit je zwölf oder 13 Schülern in die Küchen. Auch der Küchenpass – die Schnittstelle zwischen Küche und Service wurde mit Ausgabetresen und Geschirrrücklauf neu organisiert.

Die ersten Pläne für eine neue Küche gab es bereits 2011. Zur Vorbereitung der Sanierung hatte sich der Kreis unter anderem einen Küchenplaner ins Team geholt und Fachlehrer der Saalburgschule hatten sich Küchen umliegender großer Hotels angeschaut. Im Sommer 2017 wurde dann die bestehende Kücheneinrichtung abgebaut und alle Installationen entfernt. Die Arbeiten machten viel Lärm, die Schule unterrichtete deshalb Klassen aus dem betroffenen Gebäudeteil in der ehemaligen Konrad-Lorenz-Schule, deren Räume aber erst nach dem Umzug der Schulgemeinde in die neue Helmut-Schmidt-Schule zur Verfügung standen. Die Kochschüler wurden in der Küche der alten Konrad-Lorenz-Schule unterrichtet.

Erst als die alten Küchen quasi in den Rohbauzustand zurückversetzt waren, waren die Fachleute in der Lage, die örtlichen Gegebenheiten gründlich zu untersuchen und diePlanung abzuschließen. Danach stand fest: Die Entwässerung musste komplett erneuert werden, weil die Geräte in der neuen Küche anders platziert werden und die alten Leitungen zudem zum Teil defekt waren. Dafür mussten Betonbodenplatten geöffnet werden, um Kanalgräben für die neuen Entwässerungsleitungen herzustellen.

Auch alle elektrischen Zuleitungen für die neuen Induktionsherde – zuvor wurde überwiegend mit Gas gekocht – wurden neu verlegt. In den Sommerferien 2018 war die komplette Saalburgschule mehrere Tage vom Netz, um die Niederspannungs-Hauptverteilung austauschen zu können. Für diese Arbeiten fand der Kreis wegen der vollen Auftragsbücher der Handwerksbetriebe lange keine geeigneten Fachfirmen. Diese Tatsache und weitere zeitliche Verzögerungen und Nachbesserungen bei der Arbeit an der Entwässerung belasteten die Terminplanung erheblich. Andere Handwerker konnten mit ihren Arbeiten nicht planmäßig beginnen, was weitere Verspätungen nach sich zog.

Ein großer Brocken war auch die Lüftungsanlage. Die alte entsprach nicht mehr den Anforderungen an gewerbliche Küchen, eine neue und eigenständige Lüftungszentrale musste gebaut werden. Weil die Decken niedrig und der Platz knapp war, verlagerten die Planer die Lüftungsanlage in die Grünanlage nach außen. Die Anlage entspricht nun aktuellen Hygienestandards und arbeitet mit einer hochmodernen Wärmerückgewinnung.

Für die neue Schulküche wurden unter anderem Induktionsherde mit jeweils vier Arbeitsplattenneu beschafft, dazu Arbeitstische mit Spülbecken, Kühltische, Siedebords, Kombidämpfer und andere Geräte. Einige gut erhaltene Geräte und andere Einrichtungsgegenstände wie Arbeitstische, Mikrowellen, Handwaschbecken, Unter- und Oberschränke werden nach fachgerechter Reinigung in den neuen Lehrküchen wieder eingesetzt. So kommen zum Beispiel die beiden noch aus dem Altbestand vorhandenen Eismaschinen zurück in die Patisserie-Küche.

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