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Publiziert in Regional

Erste Kritik an Investor durch die SPD

Gelnhausen: FDP verlangt Akteneinsicht in Sachen Outletcenter

Dienstag, 18 April 2017 16:00 geschrieben von 
Gelnhausen: FDP verlangt Akteneinsicht in Sachen Outletcenter Quelle: „Barbarossa City Outlet GmbH & Co. KG - https://www.barbarossa-city-outlet.de“

Gelnhausen - Das Gebäude des ehemaligen Kaufhauses Joh in der Gelnhäuser Innenstadt steht nun schon seit über vier Jahren leer. Seit sich Anfang des Jahres 2016 abzeichnete, dass ein Investor plane, aus dem Gebäude das erste innerstädtische Outletcenter Hessens entwickeln zu wollen, war das Medienecho beachtlich. Im Laufe des Jahres 2016 wurde es nach und nach ruhiger um das Millionenprojekt.

Inzwischen mehren sich die negativen Schlagzeilen zum Planungsstand des Barbarossa-City-Outlets. Die Euphorie hat bei allen Beteiligten spürbar nachgelassen. Selbst aus den Reihen der SPD, die das Vorhaben bisher in der Gelnhäuser Stadtverordnetenversammlung uneingeschränkt unterstützte, wurde nun in einer Pressemitteilung durch Bürgermeisterkandidatin Kerstin Schüler, die erste Kritik am Investor des Outletcenters Jan D. Leutze geübt. 
Nachdem in der vergangenen Woche eine kurzfristig anberaumte Präsidiumssitzung der Stadtverordnetenversammlung wieder abgesagt wurde, hat die FDP-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung Gelnhausen zwischenzeitlich einen Antrag zur Einberufung eines Akteneinsichtsausschusses gestellt. Entsprechend des Antrages der Liberalen, setzt sich dieser aus den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses der Stadtverordnetenversammlung zusammen.

„Die Sache scheint nun auch der SPD selbst zu heiß zu werden. Immerhin wurden in der neuesten Pressemitteilung der SPD-Bürgermeisterkandidatin bereits der Investor des Outletcenters stark kritisiert. Der Investor, der bisher von Noch-Bürgermeister Stolz immer in den höchsten Tönen gelobt wurde. Das passt für uns nicht zusammen. Scheinbar werden die Weichen auf Schuldabwelzung gestellt“, stellt der Fraktionsvorsitzende der FDP, Hendrik Silken, fest. 
Der Stadtverordnete Kolja Saß (FDP) fordert die Sozialdemokraten auf, zunächst vor der eigenen Haustüre zu kehren. Kolja Saß sieht in der Informationspolitik des Rathauses ein grundlegendes Problem: „Wenn die SPD die Kommunikation des Investors kritisiert, müssen wir diese Kritik direkt auf die SPD erweitern, denn leider ist es auch in Gelnhausen üblich, dass die Informationen aus dem Rathaus nur sehr spärlich bei den Parteien ankommen. “

Diese Meinung scheint auch der Gelnhäuser Gewerbeverein zu unterstützen. Laut Medienberichten bestand auch auf der Sitzung des Vereins am vergangenen Dienstag Einigkeit darüber, dass „auf der Kommunikationsschiene nicht alles rund gelaufen ist“.

„Ein Akteneinsichtsausschuss ist das schärfste Schwert des Parlaments. Leider müssen wir dieses nun ziehen“, erklärt Kolja Saß das Vorgehen der Liberalen. „Wir brauchen endlich Gewissheit über die Situation und müssen uns ein eigenes Bild machen. Als Stadtverordnete können und werden wir bei einer solchen elementare Entscheidung nicht nur auf die knappen Ausführungen des Investors und des Bürgermeisters vertrauen. Die Verantwortung trägt am Ende die Stadtverordnetenversammlung. Um eine gute Entscheidung für die Stadt treffen zu können, müssen alle Fakten auf den Tisch.“

„So ein Vorhaben kann auch scheitern“, backt SPD-Kandidatin Schüler bereits kleinere Brötchen. Dies ist besonders spannend, da die SPD jüngst den Vorschlag gemacht hat, die Verträge mit dem Investor anzupassen. Die Sozialdemokraten wollen dem Investor 12 weitere Monate zugestehen, Mieter für das Outletcenter zu finden. Damit würde das von SPD-Bürgermeisterkandidatin Kerstin Schüler angesprochene Scheitern des Großprojektes Outletcenter weit hinter die Gelnhäuser Bürgermeisterwahl verschoben. Diese ist für den 24. September terminiert.

Letzte Änderung am Dienstag, 18 April 2017 17:50
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Marc Jacob

Marc Jacob (Jahrgang 1994) lebt im Main-Kinzig-Kreis. Neben seinem ehrenamtlichen politischen Engagement im Kreisvorstand der Freien Demokraten ist Marc Jacob Stadtverordneter in Bad Soden-Salmünster. Er studierte Betriebswirtschaftslehre an der International School of Management in Frankfurt am Main und an der Corvinus Universität in Budapest.

Für HESSEN DEPESCHE berichtet er als Redakteur vor allem über aktuelles Geschehen im Main-Kinzig-Kreis.

Webseite: www.hessen-depesche.de/show/author/66-marc-jacob.html
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