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JU-Chef Dominik Leyh fordert Konsequenzen

Junge Union Nordhessen besorgt über Ergebnis des Türkei-Referendums

Mittwoch, 19 April 2017 12:27 geschrieben von 
Dominik Leyh Dominik Leyh Quelle: Junge Union Schwalm-Eder

Kassel – Die Junge Union Nordhessen hat das Ergebnis des Referendums in der Türkei „mit tiefer Besorgnis“ zur Kenntnis genommen. Zwar müsse man die mehrheitliche Zustimmung der Türken zu der Verfassungsänderung „wohl oder übel akzeptieren“, die „Einführung einer Diktatur in der Türkei unter dem Deckmantel einer Verfassungsreform“ dürfe jedoch nicht ohne Konsequenzen bleiben. „Die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei müssen sofort abgebrochen und etwaige Hilfszahlungen an die Türkei eingestellt werden“, so der Bezirksvorsitzende der JU Nordhessen, Dominik Leyh, dazu am Dienstag.

Man müsse außerdem darüber nachdenken, die in Incirlik im Rahmen eines NATO-Einsatzes stationierten deutschen Soldaten heimzuholen. „Die EU im Allgemeinen und Deutschland im Besonderen sollten hier einen harten Strich ziehen und nicht den Anschein erwecken, diese Entwicklung und den Despoten vom Bosporus zu tolerieren“, erklärte Leyh, der die Tatsache, dass es in allen 13 deutschen Städten, in denen die türkischen Staatsbürger ihre Stimme abgeben konnten, deutliche Mehrheiten für ein „Ja“ gegeben habe, während die Verfassungsreform in Istanbul und anderen großen Städten der Türkei mehrheitlich auf Ablehnung stieß.

Der nordhessische JU-Chef dazu: „Dass Menschen, die teilweise sehr lange hier leben oder hier in Deutschland geboren wurden, die also Freiheit, Rechtsstaat und Demokratie aus ihrer Lebenswirklichkeit kennen, eben jenen Werten in der Türkei eine derartige Abfuhr erteilen, kommt einem Freilandhuhn gleich, welches seine Stimme dafür abgibt, auf dem Nachbarhof die Käfighaltung einzuführen."

Als weitere Konsequenzen daraus fordert Leyh die Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft sowie eine Aufkündigung der Zusammenarbeit hessischer Schulen mit der mit der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB), „damit der verlängerte Arm der AKP nicht auch noch bis in unsere Klassenzimmer reicht.“

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Michael Krug

Michael Krug (Jahrgang 1974) kam vor Jahren aus dem norddeutschen Hamburg nach Sachsen.

Seine alte und seine neue Heimat verbindet die Elbe. Heute pendelt er zwischen Dresden und Frankfurt am Main. Ursprünglich aus der volkswirtschaftlichen Richtung kommend, entwickelte sich der studierte Journalist zu einem Vollblutberichterstatter aus Politik, Medien, Lifestyle, Kultur und Wirtschaft. Seit Mai 2016 gehört er unserer Redaktion an.

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