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Angstraum Bahnhofsvorplatz

Limburg: Fast jeder Dritte hat einer Studie zufolge Angst vor Ausländern

Montag, 14 Mai 2018 20:59 geschrieben von 
Limburg: Fast jeder Dritte hat einer Studie zufolge Angst vor Ausländern BILDQUELLE: PIXABAY.COM | CC0 Creative Commons

Limburg - Nach zahlreichen Vorfällen im Zusammenhang mit straffälligen Asylbewerbern im hessischen Limburg hat die Weltoffenheit der Stadt gelitten. Das ergab eine unter der Leitung von Professor Gerhard Schmelz von der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung in Wiesbaden durchgeführte repräsentative Umfrage mit mehr als 5000 Teilnehmern im Stadtgebiet, über die die NNP berichtet hat.

Angstraum Bahnhofsvorplatz

Schon die durch die Umfrage ermittelten „Angsträume“ deuten in die Richtung Migrationsproblematik: An erster Stelle liegt der mittlerweile berüchtigte Bahnhofsvorplatz, auf dem es in den letzten Monaten zu Massenschlägereien, Überfällen und sexuellen Übergriffen kam. Fast jeder Zweite fühlt sich dort nicht sicher. Dahinter folgt auf Platz zwei – wenn auch mit überdeutlichem Abstand – die Innenstadt und auf Platz drei der kleine Stadtteil Blumenrod, in dem eine Containerunterkunft für Asylbewerber liegt.

28 Prozent nennen den „Angstgrund“ Ausländer

Vor diesen fürchtet sich mittlerweile fast jeder dritte Limburger: Mit 28 Prozent sind Ausländer mit Abstand der „Angstgrund“ Nummer 1, den die Studie ermittelt hat. Über die Übergriffe von Asylbewerbern in den lokalen Schwimmbädern, über die Massenschlägereien in der Innenstadt und über meist nächtliche tätliche Auseinandersetzungen haben nicht nur die Lokalpresse, sondern auch deutschlandweite Medien in den letzten zwei Jahren immer wieder berichtet.

Daheimbleiben, Pfefferspray, Verteidigungskurse

Erschreckend sind die Reaktionen der Bürger auf die Angsträume: 60 Prozent meiden kurzerhand die Orte, acht Prozent nehmen Pfefferspray mit, zwei Prozent belegen Selbstverteidigungskurse und fünf Prozent verzichten sogar darauf, das Haus zu verlassen. Offenbar sind die persönlichen Einschränkungen zum Teil durchaus erheblich, die Angst zum Alltag geworden.

Heile Welt in Dietkirchen, No-Go-Area in Staffel

Schaut man auf die Stadtteile, so fällt neben der Kernstadt, Offheim und Ahlbach abermals ein Stadteil besonders negativ auf, der für einen hohen Migrationsdruck bekannt ist: Staffel. Dort fühlt sich knapp jeder Dritte nicht mehr sicher und nicht einmal die Hälfte gibt noch an, sich explizit sicher oder sehr sicher zu fühlen. In Linter, Eschhofen und vor allem Dietkirchen fühlen sich hingegen noch sehr viele Bürger wohl.

Auch einen Wunsch der Limburger formuliert die Studie deutlich: Mehr Polizeipräsenz. Doch gerade die wurde in den letzten Monaten am Bahnhofsvorplatz deutlich ausgebaut – offenbar ohne von den Bürgern wahrgenommenen Erfolg.

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Robin Classen

Robin Classen (Jahrgang 1991) hat Rechtswissenschaften an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz studiert und ist seit 2008 als freier Journalist tätig.

Er ist politisch in der AfD aktiv und widmet auch seine Freizeit als Mitglied eines Vereins für internationale Brieffreundschaften dem Schreiben.

Seine Artikel behandeln bevorzugt politische Themen. Er versteht sich jedoch als journalistischer Allrounder mit einem breiten Themenspektrum.

Seit Juni 2016 gehört er der Redaktion von HESSEN DEPESCHE an.

Webseite: www.hessen-depesche.de/show/author/62-robin-classen.html
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