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Publiziert in Main-Kinzig-Kreis

Wettbewerbsfähigkeit verbessern und sicherstellen

Main-Kinzig: FDP fragt nach Veränderungen hinsichtlich der Sparkassen des MKK

Freitag, 25 Januar 2019 18:19 geschrieben von  Gabriela Clauter

Gelnhausen - „Die Sparkassen im Main-Kinzig-Kreis sind bedeutende Eckpfeiler unseres Bankensystems und haben für die Bevölkerung und der regionalen Wirtschaft eine immense Bedeutung“, stellt der ehrenamtliche Kreisbeigeordnete und ehemalige Wirtschaftsdezernent der Stadt Hanau, Dr. Ralf-Rainer Piesold, fest.

Für den Fraktionsvorsitzenden der FDP im Kreistag und gelernten Bankkaufmann, Kolja Saß, ist die starke Stellung der Sparkassen jedoch nicht in Stein gemeißelt, sondern muss regelmäßig überprüft werden: „Falls es zu negativen Entwicklungen kommen sollte, muss man darauf reagieren.

„In Deutschland kann man starke Veränderungen im Bankensystem erkennen, die beispielsweise zu erheblichen Konzentrationsprozessen führen, Filialschließungen notwendig machen und neue Techniken der Digitalisierung, wie FinTechs, hervorbringen. Auf diese Herausforderungen muss auch das regionale Sparkassenwesen reagieren, um seine Leistungsfähigkeit zu erhalten“, weiß Saß.

Im Main-Kinzig-Kreis sind insbesondere die Sparkasse Hanau, die Kreissparkasse Gelnhausen und die Kreissparkasse Schlüchtern tätig. Alle drei Sparkassen befinden sich ganz, oder teilweise in der Trägerschaft des Main-Kinzig-Kreises. Dadurch trägt der Kreis auch erhebliche Verantwortung für die Sparkassen.

„Uns als Fraktion stellt sich die Frage nach der Vergleichbarkeit der Wirtschaftlichkeit der drei Main-Kinzig-Sparkassen. Ist diese bei den Kassen ähnlich oder gibt es relevante Unterschiede? Insbesondere aufgrund der Niedrigzinsphase muss man befürchten, dass das traditionelle Geschäftsmodell der Banken weiter unter Druck geraten ist. Daher haben wir eine entsprechende schriftliche Anfrage eingereicht“, zeigt Saß auf, dass die FDP bereits die ersten Schritte eingeleitet hat.

„Sollte sich eine solche negative Entwicklung tatsächlich bestätigen, muss sich die Politik fragen, wie das Geschäft der Sparkassen ausgeglichen werden kann. Insgesamt muss sichergestellt sein, dass die Kreditversorgung der Bevölkerung darunter nicht leiden wird. Denn dies ist eine der zentralen Kernaufgabe der Sparkassen und zudem eine Notwendigkeit für unsere mittelständischen und kleinen Unternehmen vor Ort“, ergänzt Kolja Saß.

Neben dem anhaltenden Niedrigzinsniveau verursacht auch die zunehmende Regulierung und die höheren Anforderungen durch die Bankenaufsicht sogenannte „overhead-Kosten“, die zusätzlich zur Senkung der Rentabilität der Banken beitragen. Aus diesen Gründen fragen wir in der genannten schriftlichen Anfrage ebenfalls ab, ob es an dieser Stelle Unterschiede gibt. In diesem Zusammenhang ist ebenfalls wichtig zu klären, ob sich bei den direkten Konkurrenten, den Volksbanken, Konzentrationsprozesse erkennen lassen, die zu einer Steigerung der wirtschaftlichen Basis führen könnten.

Weiterhin seht die FDP-Fraktion in den Forderungen der Europäischen Zentralbank Hinweise auf eine stärkere Konzentration des Marktes. Die Größe einer Bank hat wohl inzwischen auch zunehmenden Einfluss auf das Kreditvolumen und ermöglicht es den Finanzinstituten leichter auf sich veränderten Rahmenbedingungen zu reagieren. Insbesondere die rasche Digitalisierung verändert das Kundenverhalten drastisch. In diesem Zusammenhang fragen wir ebenfalls an, ob der Trend zu weiteren Selbstbedienungsfilialen anhalten wird.

„Wir erinnern daran, dass schon vor über 25 Jahren eine Zusammenlegung der drei Sparkassen zu einer gemeinsamen Zweckverbandssparkasse geplant gewesen war, die dann von der Bilanzsumme wesentlich stärker gewesen und im Größenranking des Sparkassen- und Giroverbandes weiter oben angesiedelt wäre. Eine gemeinsame Sparkasse Main-Kinzig-Kreis und Hanau könnte vielleicht auch heute noch erhebliche Synergieeffekte bewirken“, erinnert Dr. Piesold.

„Ob diese zurückliegenden Planungen ein Fundament für die Stärkung des Sparkassenangebotes vor Ort bedeuten würde, oder ob die Idee überholt ist, muss der Main-Kinzig-Kreis in Zusammenarbeit mit den hiesigen Sparkassen beantworten. Innerhalb der FDP-Kreistagsfraktion gehen wir davon aus, dass die Situation der Sparkassen im westlichen, wirtschaftlich stärken Teil des Main-Kinzig-Kreis besser ist. Der Kreis trägt jedoch die Verantwortung für die gesamte Region und der mittlere und obere Main-Kinzig-Kreis haben noch ein hohes ungenutztes wirtschaftliche Entwicklungspotential. Deswegen ist ein gutes funktionierendes Sparkassenwesen von Sinntal bis Maintal über Gelnhausen und Hanau, ein wirklich entscheidender Standortfaktor“, schließt Kolja Saß.

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