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Publiziert in Main-Kinzig-Kreis

Anklage wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung

Prozess vor Hanauer Landgericht: Kannibalismus-Verdacht gegen 20-jährigen Asylbewerber

Donnerstag, 18 Mai 2017 18:29 geschrieben von  Axel Frohmeier
Prozess vor Hanauer Landgericht: Kannibalismus-Verdacht gegen 20-jährigen Asylbewerber Quelle: Landgericht Hanau

Hanau - Vor dem Landgericht Hanau muss sich seit dieser Woche ein 20-jähriger Asylbewerber wegen versuchten Mordes sowie gefährlicher Körperverletzung verantworten. Der Mann aus Eritrea hat laut Anklage im Oktober 2016 einem anderen Asylbewerber mit zwei Messern in den Hals gestochen. Dann soll er seinem Opfer beide Ohrmuscheln abgebissen, ihm beide Augenlider abgeschnitten und mit einem Kugelschreiber in beide Augäpfel gestochen haben.

Der Geschädigte ist seitdem blind und blieb der Gerichtsverhandlung fern.

Täter und Opfer kannten sich aus einer Asyl-Unterkunft in Bad Soden-Salmünster und wohnten zuletzt in getrennten Wohnungen in Schlüchtern im Main-Kinzig-Kreis.

Beim Prozessauftakt vor dem Hanauer Landgericht schwieg der Angeklagte zum Vorwurf der Gesichtsverstümmelung, die die Vorsitzende Richterin Susanne Wetzel als „ausgesprochen brutale und bizarre Tat” bezeichnete.

Beim zweiten Verhandlungstag am Mittwoch berichtete ein Polizist von einer Vernehmung mit dem Geschädigten. Dabei habe der junge Mann beteuert, dass der Angreifer ihm während des Messerangriffs gesagt habe, dass er sein Fleisch essen werde. Ein anderer Polizist hatte schon zu Prozessbeginn als Zeuge ausgesagt, dass ihm beim Anblick des Opfers am Tatort sofort „Gedanken an Kannibalismus und rituelle Handlungsweisen“ gekommen seien.

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Redaktion