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Publiziert in Regional

Bürgermeister Herbert Hunkel kann sich Ausrichtung in den Jahren 2021 oder 2022 vorstellen

Neu-Isenburger FDP regt Bürgerentscheid zur Bewerbung für Hessentag an

Dienstag, 14 März 2017 22:40 geschrieben von  Axel Frohmeier
Susann Guber von der FDP Neu-Isenburg Susann Guber von der FDP Neu-Isenburg Quelle: Susann Guber

Neu-Isenburg - Seit das Land Hessen angefragt hat, ob Neu-Isenburg einmal Gastgeber für den Hessentag sein will, wird in der Stadt leidenschaftlich über das Für und Wider diskutiert. Bürgermeister Herbert Hunkel unterstützt eine Ausrichtung des Landesfestes, lehnt aber eine Bewerbung für das Fest im Jahr 2020 ab. Aus Sicht des Parteilosen ist die organisatorische Vorlaufzeit zu gering. Außerdem will er einen Konkurrenzkampf mit Bad Vilbel um den Hessentag 2020 vermeiden.

Für die Jahre 2021 oder 2022 könne er sich Neu-Isenburg aber sehr wohl als Gastgeber des Hessentages vorstellen, so der Bürgermeister. Wichtig sei vorab die Erarbeitung eines tragfähigen Konzeptes. „Für uns geht Qualität vor Schnelligkeit“, sagte Hunkel.

Zustimmung dafür kommt von der Neu-Isenburger FDP. Den Verzicht auf eine womöglich überhastete Bewerbung für den Hessentag 2020 hält sie für richtig, zumal über die Vor- und Nachteile einer Hessentagsbewerbung zu wenig bekannt sei.

Die FDP-Ortsvorsitzende Susann Guber sagte: „Bekannt ist, dass eine solche Veranstaltung die Bürgerinnen und Bürger als Ganzes erst einmal sowohl Nerven als auch Geld kostet. Im Gegenzug bieten sich vor unserer Haustür attraktive Großveranstaltungen, unser Bekanntheitsgrad steigt nachhaltig und womöglich lässt sich auch die eine oder andere Infrastrukturmaßnahme darüber schneller finanzieren.“ Hilfreich wäre es, wenn die Stadt durch entsprechende Finanzspritzen den veralteten Gebäudekomplex Hugenottenhalle/Stadtbibliothek in ein modernes Kultur- und Bildungszentrum verwandeln könnte.

Gruber gibt aber zu bedenken, dass am Ende der großen Hessenfeier auch ein Millionendefizit in den Büchern stehen könne, das nur durch Steuererhöhungen und Haushaltskürzungen auszugleichen wäre.

Die Freien Demokraten haben deshalb angeregt, die Neu-Isenburger ganz basisdemokratisch entscheiden zu lassen, ob sie einen Hessentag in ihre Stadt holen wollen oder nicht. Die Stadtverordneten sollten hierzu einen nach der Hessischen Gemeindeordnung (HGO) zulässigen Bürgerentscheid initiieren.

FDP-Fraktionschef Thilo Seipel betonte: „Der Hessentag ist ganz gewiss mehr als ein bloßes ‚Jubelfest‘. Er wurde nach dem Krieg als identitätsstiftendes Landesfest ins Leben gerufen. Ob er heute noch zeitgemäß ist, darüber lohnt es sich zu sprechen. Wichtig ist hier die Einbindung der Bürger von Anfang an. Und vor allem brauchen wir eine absolute Kosten-Nutzen-Transparenz.“

Eine klar ablehnende Position nimmt die Linke in Neu-Isenburg ein. Statt Millionen Euro für ein „Jubelfest für den Landesvater“ auszugeben, solle das Geld besser in soziale Leistungen und die Infrastruktur investiert werden. Für die Linke ist es nicht nachvollziehbar, „wie man angesichts eines Haushaltslochs, das die Stadt zur Erhöhung von Gebühren zwingt, die Millionen teure Ausgabe für ein Jubelfest planen kann“.

Aber geplant ist eben noch gar nichts. Ein Bürgerentscheid könnte Klarheit schaffen, wie die Neu-Isenburger in dieser Frage „ticken“.

Letzte Änderung am Dienstag, 14 März 2017 22:48
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