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Publiziert in Rheingau und Wiesbaden

"Osmanli Camii"

Bad Schwalbach: DiTiB-Moschee weiht Minarett ein

Mittwoch, 31 Mai 2017 18:57 geschrieben von 
Bad Schwalbach: DiTiB-Moschee weiht Minarett ein Bildquelle: PIXABAY.COM

Bad Schwalbach - Am 28. Mai wurde in Bad Schwalbach das Minarett der dortigen Moschee unter Anwesenheit der lokalen Polit-Prominenz eingeweiht. Unter den Gästen befanden sich neben dem türkischen Generalkonsul auch der Landrat Burkhard Albers (SPD) und der Bürgermeister Martin Hußmann (CDU). Die türkische Moschee mit dem Namen „Osmanli Camii“ – zu Deutsch „Osmanische Moschee“ – gehört zum hochumstrittenen DiTiB-Verband, der dem türkischen Religionsministerium unterstellt ist und die polit-religiöse Arbeit der türkischen Moscheen in Deutschland leitet. In der Vergangenheit war es in DiTiB-Moscheen immer wieder mal zu antisemitischen, anti-deutschen und antidemokratischen Predigten gekommen, was den Verband jüngst stark unter Druck setzte.

Die AfD versuchte, das Minarett zu verhindern

Von der Moschee in Bad Schwalbach sind derartige Eskapaden indes bislang nicht bekannt. Vielleicht deshalb haben Stadt und Baubehörde auch ihr Einvernehmen zu dem 12 Meter hohen islamischen Herrschaftssymbol erteilt. Ende letzten Jahres versuchte die AfD-Kreistagsfraktion im Main-Taunus-Kreis um Hendrik Lehr sowie die Fraktion „Bürgerlich Liberaler Fortschritt“ in der Stadtverordnetenversammlung Bad Schwalbachs zwar noch, das Ansinnen in der letzten Minute zu stoppen, scheiterten jedoch an den anderen Parteien. Diese wiesen die Sorgen als unbegründet zurück: Eine Beschallungsanlage für Muezzin-Rufe sei nicht vorgesehen und die übrigen Gebäude würden lediglich um 80 Zentimeter überragt. „Da braucht sich kein Deutsche auf den Schlips getreten zu fühlen“, erklärte Hußmann (CDU) gegenüber dem Wiesbadener Tagblatt.

Minarett-Bau sorgt immer wieder für Streit

Der Bau von Minaretten sorgt deutschlandweit immer wieder für Streit. Gegner kritisieren eine schleichende Islamisierung: Zunächst würden nur Moscheen mit der Versicherung gebaut, auf ein Minarett zu verzichten. Später würden dann Minarette mit der Versicherung angebaut, auf einen Muezzin-Ruf zu verzichten. Wie die Geschichte weitergehe, liege ja auf der Hand. Zudem sei das Minarett mit dem christlichen Kirchturm nicht vergleichbar und stelle vielmehr einen politischen Machtanspruch dar. Dementsprechend ließ auch die AfD Ende letzten Jahres Flugblätter im Umfeld der Moschee verteilen. Proteste blieben bei der Einweihung nun jedoch aus. Ob sich die Befürchtung der Minarett-Gegner bewahrheitet und bald in Bad Schwalbach auch der Muezzin rufen wird, werden die nächsten Monate und Jahre zeigen.

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Robin Classen

Robin Classen (Jahrgang 1991) hat Rechtswissenschaften an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz studiert und ist seit 2008 als freier Journalist tätig.

Er ist politisch in der AfD aktiv und widmet auch seine Freizeit als Mitglied eines Vereins für internationale Brieffreundschaften dem Schreiben.

Seine Artikel behandeln bevorzugt politische Themen. Er versteht sich jedoch als journalistischer Allrounder mit einem breiten Themenspektrum.

Seit Juni 2016 gehört er der Redaktion von HESSEN DEPESCHE an.

Webseite: www.hessen-depesche.de/show/author/62-robin-classen.html
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