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Im Visier der Amadeu Antonio Stiftung

Wiesbaden: Bernhard Lorenz (CDU) stellt sich vor Xavier Naidoo

Mittwoch, 17 Mai 2017 21:52 geschrieben von 
Bernhard Lorenz von der CDU Wiesbaden Bernhard Lorenz von der CDU Wiesbaden Quelle: CDU Wiesbaden

Wiesbaden - Xavier Naidoo gilt seit Jahren als einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Popmusiker. Mit seinen einfühlsamen Songs begeistert der Mannheimer mit indischen, südafrikanischen, irischen und deutschen Wurzeln und tiefem christlichen Glauben seit Jahren Millionen von Menschen. Sieben seiner Alben erreichten Platz 1 der deutschen Albumcharts.

Xavier Naidoo ist schon länger politisch

Seit einiger Zeit steht Xavier Naidoo jedoch unter Dauerbeschuss: Als einer der ganz wenigen deutschen Stars scherte er aus dem in diesen Kreisen weit verbreiteten linksliberalen Denken aus und outete sich nicht nur als konservativer evangelikaler Christ, sondern auch als scharfer Systemkritiker. So erstatte er bereits 2007 im Rahmen der Finanzkrise Strafanzeigen gegen Regierungsmitglieder. Linke Organisationen kritisierten seine Texte schon 2012 als „antisemitisch und homophob“. Vor Gericht schloss Naidoo mit der umstrittenen Amadeu Antonio Stiftung einen Vergleich, nach dem er unter anderem auf deren Plattform „Netz gegen Nazis“ nicht mehr als Antisemit bezeichnet wird.

Marionetten kritisiert die etablierte Politik scharf

Naidoo wies auch wiederholt darauf hin, dass seiner Meinung nach der Zwei-plus-Vier-Vertrag kein gültiger Friedensvertrag und Deutschland immer noch ein besetztes Land sei. Aktuell sorgt sein Song „Marionetten“ auf dem neuen Album „Nicht von dieser Welt 2“ für Furore. In dem Song wird die etablierte Politik und die Gesellschaft scharf kritisiert. Unter anderem heißt es „Alles nur peinlich und sowas nennt sich dann Volksvertreter - Teile eures Volkes nennen euch schon Hoch- beziehungsweise Volksverräter - Alles wird vergeben, wenn ihr einsichtig seid -
Sonst sorgt der wütende Bauer mit der Forke dafür, dass ihr einsichtig seid“

Bernhard Lorenz (CDU) verteidigt die Kunst- und Meinungsfreiheit des Künstlers

Nach anfänglicher Skandalisierung wagen sich nun immer mehr Politiker und Promis aus der Deckung und stellen sich vor den Künstler. Michael Mittermeier sorgte diesbezüglich jüngst für Aufsehen. Der Vorsitzende der CDU-Rathausfraktion in Wiesbaden, Bernhard Lorenz, gehört nun ebenfalls dazu. In einem auf der Homepage der CDU Wiesbaden einsehbaren offenen Brief stellt er klar: „Die Reaktionen, die Sie hervorgerufen haben, lösen bei mir größere Empörung aus als der Songtext an sich. Ihre Verse sind für mich von der Kunst- und Meinungsfreiheit in Deutschland gedeckt und bewegen sich aus diesem Grund im Rahmen dessen, was wir in einer offenen und pluralistischen Gesellschaft aushalten müssen.“

Lorenz: „Marionetten“ ist ein klassisches Protestlied

Das Lied „Marionetten“ stünde in der Tradition des „klassischen Protestlieds“, schreibt Bernhard Lorenz weiter, und verweist auf das mittlerweile gesellschaftlich anerkannte Lied „Macht kaputt, was Euch kaputt macht“ der linksextremen Band „Ton Steine Scherben“. Es bestehe eine Diskrepanz zwischen der scharfen Verurteilung der „wenig konkreten Collage von Stimmungen“ im Fall „Marionetten“ und der weitgehenden Akzeptanz von eindeutig beleidigender oder zu Gewalt aufrufenden Aussagen.
Offenbar, so schließt der mit feiner Feder geschriebene, aber inhaltlich geladene Text, werde bei der Beurteilung dessen, was als auch künstlerisch wertvolle Meinung gelte, oft mit zweierlei Maß gemessen. Entscheidend sei weniger der Inhalt, als vielmehr wer die Botschaft sende.

Letzte Änderung am Mittwoch, 17 Mai 2017 22:18
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Robin Classen

Robin Classen (Jahrgang 1991) hat Rechtswissenschaften an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz studiert und ist seit 2008 als freier Journalist tätig.

Er ist politisch in der AfD aktiv und widmet auch seine Freizeit als Mitglied eines Vereins für internationale Brieffreundschaften dem Schreiben.

Seine Artikel behandeln bevorzugt politische Themen. Er versteht sich jedoch als journalistischer Allrounder mit einem breiten Themenspektrum.

Seit Juni 2016 gehört er der Redaktion von HESSEN DEPESCHE an.

Webseite: www.hessen-depesche.de/show/author/62-robin-classen.html
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