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"Erhalt der Mainfähre langfristig gesichert"

Seligenstadt: Susanne Schäfer (FDP) sieht Kostenersparnis - CDU mit verzweifelter Kampagne?

Donnerstag, 30 März 2017 19:52 geschrieben von 
Gruppenbild mit Bürgermeister - Susanne Schäfer (zweite von rechts) führt die Fraktion der FDP in der Stadtverordnetenversammlung von Seligenstadt Gruppenbild mit Bürgermeister - Susanne Schäfer (zweite von rechts) führt die Fraktion der FDP in der Stadtverordnetenversammlung von Seligenstadt Quelle: Susanne Schäfer

Seligenstadt - Mit der Zustimmung zur Umstellung der Mainfähre auf einen 1-Schicht-Betrieb in der vergangenen Stadtverordnetenversammlung, "wurde nun die letzte Hürde zur deren langfristigen Erhalt genommen." So argumentiert Susanne Schäfer (FDP). Zuvor hatten bereits die Betriebskommission der Stadtwerke und der Personalrat dieser Umstellung zugestimmt.

Die Betriebszeiten werden künftig in den Monaten November – März von 11:00 Uhr bis 17:00 Uhr und in den Monaten April – Oktober von 09:45 Uhr bis 20:10 Uhr liegen und damit auch weiterhin die Kernzeiten voll abdecken. Somit soll das jährliche Defizit im Betriebszweig Fähre allein durch diese Maßnahme von 300.000€ um ca. 100.000€ reduziert werden. Möglich wird diese Ersparnis - neben den geringeren Betriebskosten - vor allem im Personalbereich dadurch, dass einer der Fährleute kürzlich in den Ruhestand getreten ist.

Keine Brücke

Während sich so mancher angesichts des wachsenden Defizits im Fährbetrieb mit dem beabsichtigten Bau einer Brücke für die Abschaffung des Seligenstädter Wahrzeichens ausspricht, kam dies für die Freien Demokraten nie in Betracht. „Unser Ziel war es immer, die Fähre langfristig zu erhalten, ohne dabei zuzusehen, wie die Verluste zunehmend wachsen“, so die Fraktionsvorsitzende Susanne Schäfer. „Dies ist uns nun in einem ersten Schritt durch die Umstellung auf einen 1-Schicht- Betrieb gelungen.“ Den Bau einer Brücke und der damit einhergehenden Schließung des Betriebszweiges der Fähre inklusive Entlassung der Fährleute hält Schäfer für ein unverantwortliches Signal. „Wir haben gezeigt, dass es auch anders geht, wenn man bereit ist, sich dem Problem anzunehmen und es vor allem es auch lösen zu wollen. Die Fähre hat für uns nicht nur einen Preis, sondern auch einen Wert!“, so Schäfer.

Der Umstellung war eine Vielzahl an Arbeitsgruppen vorangegangen, die verschiedene Möglichkeiten zur Reduzierung der Fehlbeträge angedacht und diskutiert haben. „Wichtig war uns immer, dass es während den Hauptzeiten zu keinen Einschnitten für die Nutzer kommt“, so Philipp Giel, parlamentarischer Geschäftsführer der FDP in der Stadtverordnetenversammlung und Vertreter in der Betriebskommission der Stadtwerke. „Der neue Fahrplan richtet sich damit daran aus, wann die Fähre auch tatsächlich benötigt und benutzt wird.“ Hierfür wurden sowohl empirische Daten und Studien zu den Nutzerzahlen einbezogen, als auch der jeweilige Anlass für die Fährnutzung berücksichtigt. „Am Ende des Entscheidungsprozesses steht nun der gut ausdifferenzierte 1-Schicht- Betrieb, welcher den Weiterbetrieb der Fähre sichert, die Verluste deutlich reduziert und dabei auch die Funktion als verlässliche Verbindung zu den benachbarten Bayern aufrecht erhält“, so Giel.

Thomas FJ Lortz (CDU) wirbt beim Thema Mainfähre für eine Bürgerversammlung. | Quelle: Thomas FJ Lortz, Facebook
Thomas FJ Lortz (CDU) wirbt beim Thema Mainfähre für eine Bürgerversammlung.
Quelle: Thomas FJ Lortz, Facebook

 

In einem Appell an die benachbarten Gemeinden fordert Schäfer dennoch dazu auf, die dort aufgekommene Diskussion um einem Beitrag zur Fähre aufrecht zu erhalten und sich künftig wieder angemessen zu beteiligen, so, wie auch Karlstein ihren Beitrag an den Kosten für die Mainbrücke in Dettingen leisten. „Es kann jedenfalls nicht sein, dass die Stadt Seligenstadt und damit deren Bürger bei der Finanzierung dieser - für das gesamte Umland wichtigen - Verbindung völlig alleine gelassen wird. Hier gilt es künftig dafür zu sorgen, dass die Lasten gerecht verteilt werden“, schließt Susanne Schäfer.

Im Hintergrund tobt rund um das Thema Mainfähre die politische Auseinandersetzung in der Stadt. Während die Rathauskoalition aus SPD, FDP und FWS dem Sparkurs des Bürgermeisters Dr. Daniell Bastian (FDP) den Rücken stärken wollen, werben Bündnis90/Grüne für einen Brückenbau und die CDU initiiert, bislang nicht ungeschickt, eine 'Aktion pro Mainfähre' unter der offenbar federführenden Leitung des Stadtverordneten Thomas FJ Lortz.

Letzte Änderung am Donnerstag, 30 März 2017 20:54
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