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Bahn will in hessische Bahnhöfe rund 530 Millionen Euro investieren

Offenbach am Main: SPD-Fraktion verlangt von Deutscher Bahn Verkauf oder Sanierung des Hauptbahnhofs

Freitag, 19 Mai 2017 18:01 geschrieben von  Axel Frohmeier
Ulla Peppler (SPD) Ulla Peppler (SPD) Quelle: SPD Fraktion Offenbach am Main

Offenbach am Main - In den Jahren von 2017 bis 2021 wird die Deutsche Bahn in Hessen rund 530 Millionen Euro für die Sanierung von Bahnhöfen aufwenden. Diese Investitionssumme speist sich im Wesentlichen aus Eigenmitteln der Bahn sowie Geldern von Bund, Land Hessen und dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV).Susanne Kosinsky, Regionalbereichsleiterin Mitte der DB Station und Service AG, erklärte dazu: „Unsere Kunden stehen im Mittelpunkt. Deshalb investieren wir in mehr Komfort und Service, um die Aufenthaltsqualität in den Bahnhöfen zu verbessern. Auch die kleineren hessischen Bahnhöfe sind mit dabei.“

In Hessen starten 2017 acht entsprechende Bau- und Modernisierungsprojekte. Davon profitieren Bickenbach, Darmstadt-Eberstadt, Stockstadt, Gernsheim, Biebesheim, Raunheim, Weiterstadt und Biblis.

Dass die Deutsche Bahn keine Mittel für den sanierungsbedürftigen Offenbacher Hauptbahnhof einplant, stößt der Offenbacher SPD-Stadtverordneten Ulla Peppler bitter auf. Besonders die rein betriebswirtschaftliche Argumentation befremdet sie. So begründet die Bahn ihre fehlende Investitionsbereitschaft damit, dass sich eine Liegenschaft wie ein Gewerbeobjekt rechnen müsse, was aber auf den Offenbacher Hauptbahnhof nicht zutreffe. Peppler kritisiert: „Die Deutsche Bahn ist doch in erster Linie ihren Kunden verpflichtet. Und diesen Kunden muss sie an ihren Bahnhöfen ein Mindestmaß an Komfort und Infrastruktur bieten, beispielsweise Fahrstühle, die die Bahnsteige zugänglich machen.“

Die ausschließlich betriebswirtschaftliche Denkweise sei auch deshalb zu hinterfragen, weil sich „die Deutsche Bahn immer noch zu 100 Prozent im Besitz des Bundes befindet und aus Steuergeldern querfinanziert wird“, so die Sozialdemokratin. Enttäuschend sei zudem, dass diese Linie der Bahn vom hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) kritiklos hingenommen werde.

Sollte sich die Bahn auch zukünftig der Sanierung des Offenbacher Hauptbahnhofs verweigern, strebt die SPD dessen Kauf durch die Stadt an. Ulla Peppler bringt die beiden Optionen der Bahn auf diesen Nenner: „Entweder sie investiert endlich, oder sie verkauft den Hauptbahnhof konsequenterweise an die Stadt Offenbach.“ Eine Sache ginge aber gar nicht: „Den Hauptbahnhof nicht an die Stadt zu verkaufen, dann aber nicht in ihn zu investieren.“

Mit dieser Forderung der SPD ist die Diskussion über die Zukunft des Offenbacher Hauptbahnhofs eröffnet.

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