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Rodgau - Der Bundestagswahlkampf 2017 kommt auch in Rodgau in Fahrt. Insbesondere die Veranstaltung der AfD am Sonntag im Bürgerhaus im Ortsteil Dudenhofen war zum Zankapfel der örtlichen Politik geworden. Die Jusos um den Stadtverordneten Kevin Massoth (SPD) erhofften sich ein "überparteiliches Bündnis" gegen die AfD. Doch zu solch einer Wucht kam es am Abend nicht. Mehr oder weniger eindeutig sozialdemokratisch fiel der abendliche Widerstand gegen die AfD aus. Die "Alternative" reift offenbar auch in Rodgau zu einer stabilen politischen Kraft heran.

Rodgau - In etwas überzogenen nationalkonservativen Strömungen vermittelte die AfD bundesweit zuletzt den Eindruck, nur noch etwas für beinharte Rechte zu sein. Doch dieser Eindruck trügt wohl. Gerade die Nominierung der marktliberalen Alice Weidel als Co-Spitzenkandidatin (neben Alexander Gauland) zur Bundestagswahl 2017 darf als Zeichen gesehen werden, dass die AfD sehr wohl auch für die marktwirtschaftlichen Grundüberzeugungen in Zeiten staatsgläubigem Merkelianismus einstehen kann.

Rodgau - Dr. Matthias Winter, Sprecher der AfD, gerät nicht gerade ins Schwärmen, wenn er die Politik der Rathausmehrheit um Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD) und Erstem Stadtrat Michael Schüßler (FDP) umschreiben soll: "Der Rodgauer Linksblock hat in der Stadtverordenetenversammlung am 15. Mai 2017 zusammen mit der CDU gegen die Stimmen der Alternative für Deutschland (AfD) beschlossen, für das baumbewachsene parkähnliche Areal an der Dudenhöfer Straße am südlichen Ortseingang von Jügesheim (ca. 3.500 qm) einen Bebauungsplan aufzustellen (Baugebiet Mühlstraße-Süd), und zwar in einem beschleunigten Verfahren ohne Umweltprüfung!"

Rodgau - Der Kreisverband Offenbach-Land der Alternative für Deutschland (AfD) hat in dieser Woche auch in Rodgau, der Stadt seiner Gründung im Jahre 2013, einen Ortsverband aus der Taufe gehoben. Das ist dann der Dritte im Kreis Offenbach. Weitere Ortsverbandsgründungen seien in Vorbereitung, erklärt Dr. Matthias Winter für die AfD.

Rodgau - Die Fraktion der AfD in der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Rodgau sieht sich in einem Vorgang um eine Immobilienverwertung als einsamen Streiter gegen die anderen "Kartelparteien". In einer Presseaussendung an HESSEN DEPESCHE erklärt Matthias Winter für die AfD: "Die Stadtverordnetenversammlung hat am 6. Februar 2017 mit den Stimmen von CDU, ZmB und des Linksblocks aus SPD, Grüne, FDP, FW und Die Linke den Verkauf einer ca. 3000-4000 qm großen Fläche am Rodgauer Wahrzeichen, dem Wasserturm beschlossen, gegen die Stimmen der AfD und gegen jegliche Vernunft. Im Anschluss an diesen Verkaufsbeschluss wurde auch gleich noch die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Wasserturmareal beschlossen.

Rodgau - Jutta Dahinten (Jahrgang 1966) ist eine waschechte Sozialdemokratin. Schon ihr Großvater war eine lokale kommunalpolitische Größe. Er war Bürgermeister des vor der Gebietsreform eigenständigen Ortsteils Dudenhofen. Und diese familiäre Tradition verpflichtet. Auch gewerkschaftlich ist Jutta Dahinten engagiert. Mit diesen Voraussetzungen hätte sie in einer SPD von vor fünfzehn Jahren eine steile Karriere machen können. Doch die SPD ist bundesweit nur noch ein Schatten ihrer selbst. Das begrenzt auch eine couragierte Basiskämpferin wie Jutta Dahinten in ihren Wirkungsoptionen.

Rodgau - Otto Melzer (Jahrgang 1940) ist Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Stadtverordneter in Rodgau. Wenngleich seine Wurzeln bei der CDU lagen, hat sich Otto Melzer im Wählerverein ZmB des Altbürgermeisters Alois Schwab engagiert. Alois Schwab ist der ZmB längst verloren gegangen, auch Mitstreiter und ehrenamtliches Magistratsmitglied Hermann Jäger (FDP) ist nicht mehr bei der ZmB. Otto Melzer harrt aber noch aus.

Rodgau - Mit dem Wechsel von Martina Sertic, Hermann Jäger und Karlheinz Hackel von der ZmB Rodgau in die FDP hat sich auch die kommunalpolitische Ausgangslage in Rodgau, der größten Stadt im Landkreis Offenbach, (https://www.hessen-depesche.de/regional/paukenschlag-in-rodgau-karlheinz-hackel,-martina-sertic-und-hermann-jäger-wechseln-von-zmb-zur-fdp.html) komplett verändert. Die Exekutive im Rathaus um Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD) und Erstem Stadtrat Michael Schüßler (FDP) hat in der Stadtverordnetenversammlung, der Legislative, nun wieder eine rechnerische Mehrheit aus SPD (12 Sitze), Grüne (5), FDP (5) und Rodgauer Liste (2) gegenüber dem kolportierten "Rechtsblock" aus CDU (13), AfD (5) und Rest-ZmB (3).

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