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Hamburg - Es war einer der spannendsten Machtkämpfe, den die CDU erlebt hat. Und es ging um nicht weniger als die künftige Ausrichtung der Partei. Nun ist die Entscheidung gefallen: Die CDU bleibt, wo sie ist, nämlich links der Mitte und nah bei den Grünen. Statt eines Aufbruchssignals sendeten rund 1.000 Delegierte eine devote Grußadresse an Angela Merkel, deren Kammerzofe das Amt weiterführen darf. Nach 18 Jahren bekommt die ehemals große Volkspartei zwar eine neue Vorsitzende, doch Annegret Kramp-Karrenbauer ist nur der halbherzige Versuch einer geschundenen Partei, sich zu erneuern. Zu viel Angst hatte man offenbar davor, mit Friedrich Merz die gewünschte Machtoption einer schwarz-grünen Zusammenarbeit zu gefährden und 2021 ein ungeliebtes Dreierbündnis eingehen zu müssen. Den Delegierten dürfte außerdem bewusst gewesen sein, dass Merkels Tage als Kanzlerin mit einem Vorsitzenden Merz gezählt gewesen wären. Der ehemaligen CDU-Chefin war die Erleichterung über den Wahlausgang denn auch deutlich anzusehen. Geradezu euphorisch fiel sie Kramp-Karrenbauer um den Hals und es schien, als hätte sie am liebsten gleich auf der Bühne eine Flasche Sekt geköpft. Die Sektkorken dürften anderswo umso lauter geknallt haben: Für die AfD hätte es keinen besseren Wahlausgang geben können. Lange Gesichter hingegen bei der SPD-Führung, die insgeheim gehofft haben dürfte, sich künftig an der „Heuschrecke“ Friedrich Merz reiben und in der Wählergunst endlich wieder steigen zu können. Nun also heißt die Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer.

Frankfurt am Main - Vor einer Woche berichteten wir, dass der Springer-Konzern Angela Merkels Abschied von ihren politischen Ämtern eingeläutet hat. Und immer mehr Medien stimmen in den Abgesang ein. Die Journalisten haben Annegret Kramp-Karrenbauer (“AKK”) auserkoren, es künftig zu richten. Sollte die Landtagswahl in Bayern für die Union in die Hose gehen, könnte schon der CDU-Parteitag im Dezember zu Merkels “D-Day” als Vorsitzende werden. Freilich nicht als Abgang mit Schimpf und Schande, sondern mit jeder Menge warmer Worte für die Hinauskomplimentierte, wobei stehende Ovationen von weniger als fünfzehn Minuten Dauer als bittere Enttäuschung gewertet würden. Vielleicht wird ein Klatschkanon einstudiert, um ermüdenden Händen eine kurze Pause zu gönnen. Man kann den Delegierten jedenfalls nur empfehlen, eine medizinische Handcreme in den Koffer zu packen. Am besten auch Blasensalbe. Doch wer ist diese unscheinbare Frau mit der Bubikopf-Frisur und der Designer-Brille, die irgendwann auch Kanzlerin werden soll? Offenbar vor allem eines: Merkels politische Miniaturausgabe, die optisch alles daran setzt, nicht so zu wirken. Sie mag ein wenig konservativer sein und die Bürger dieses Landes nicht für unmündige Kinder halten, denen man in einfacher Sprache beizubringen hat, was richtig für sie ist. Doch sie sieht in ihrer Parteivorsitzenden eine “Visionärin” – das letzte aller möglichen Attribute, das dem durchschnittlich politisch Interessierten zu Angela Merkel einfallen würde.

Wiesbaden – Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat der saarländischen Regierungschefin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) zu ihrem Landtagswahlsieg gratuliert und dies als „großen Vertrauensbeweis“ für die Politik der Union gewertet. „Wenn wir als Union im Wahlkampf überzeugende Persönlichkeiten und unsere Inhalte selbstbewusst in der Vordergrund stellen, dann bauen die Wählerinnen und Wähler auf uns“, so Bouffier am Montag.

Berlin - Seehofer und Merkel haben ein weiteres Mal das Kasperletheater vom scharfzüngigen Kritiker und der standhaften Kanzlerin gespielt. Diesmal versuchte der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer auf der Bühne des CSU-Parteitags seine sinkenden Umfragewerte mit einer verbalen Attacke auf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu stoppen.

Wiesbaden - Der CDU Landtagsabgeordnete Hartmut Honka (Jahrgang 1978) fordert vor dem Hintergrund der Volksabstimmung in Irland und der öffentlichen Debatte in Deutschland eine ehrlichere Diskussion zur Gleichstellung von Ehe und eingetragener Lebenspartnerschaft. „Die im Nachgang zur Volksabstimmung in Irland in unserem Land entstandene Diskussion über die Gleichstellung von Ehe und eingetragener Lebenspartnerschaft halte ich vor dem Hintergrund, dass es nicht um eine abstrakte Rechtsfrage, sondern um Menschen und ihr Zusammenleben geht, in einigen Teilen für zu einfach und geradezu platt. Leider hat sich das Schema: „Nur wer für eine völlige Gleichstellung ist, ist gut und wer dagegen ist, ist schlecht” nach meiner Wahrnehmung der Debatte in den Vordergrund geschoben. Die wirklich relevanten Fragen treten dabei leider zurück“, sagte Hartmut Honka. Dessen Parteikollegin, die Ministerpräsidentin des Saarlands Annegret Kramp-Karrenbauer, hatte das zuletzt nicht ganz so relativ gesehen (https://www.saar-depesche.de/politik/kritik-an-homo-ehe-unerw%C3%BCnscht.html).

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