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Paris – Das soziale Netzwerk Facebook hat kurz vor dem ersten Wahlgang der französischen Präsidentschaftswahlen rund 30.000 Accounts von Anhängern der Front-National-Kandidatin Marine Le Pen sperren lassen. Als Begründung führte Facebook an, die Nutzerkonten seien für zahlreiche Falschmeldungen verantwortlich gewesen. Der Front National reagierte mit einem Protest und forderte das Netzwerk auf, die Accounts wieder freizuschalten.

Kelkheim – Seit einigen Wochen deutet sich an, dass in Deutschland ein anderer Wind weht. Schleichend verdichten sich die Anzeichen: Der Meinungsfreiheit soll es an den Kragen gehen. Und im Jahr der Bundestagswahl verschärft sich die Gangart der Berufspolitik. Zu groß ist die Angst, der Wähler könnte mündig werden und sich noch mehr als bisher von der Parallelgesellschaft des Bundestages abwenden. Den etablierten Parteien war der stetig sinkende Zuspruch bisher egal. Auch mit einer Wahlbeteiligung noch unter dem bisherigen Tiefstand von lediglich 70% erhalten die Postenjäger und Diätenkassierer ihre Mandate in unverminderter Zahl. Seit ihnen aber ernstzunehmende Konkurrenz erwachsen ist, die sich selbst mit medialem Dauerfeuer und ununterbrochener Diffamierung nicht mehr beseitigen lässt, herrscht Panik im Parteienstaat.

Kelkheim – Sie haben es getan. Wochenlang durfte man darüber spekulieren, ob sich die Gesellschaft für deutsche Sprache tatsächlich für ein Manöver hergibt, dessen Plumpheit zum Fremdschämen ist. Nun ist es amtlich: „Postfaktisch“ ist das Wort des Jahres. Allerdings hatte sich die Spannung in Grenzen gehalten. Es war klar, dass sich die Riege der deutschen Journalisten zum Ende eines für sie katastrophalen Jahres die Chance nicht entgehen lassen würde, mithilfe einer scheinbar unabhängigen Organisation gegen das immer seltener geneigte Publikum nachzutreten. Denn natürlich dient das Wort des Jahres 2016 vor allem als Aufhänger für eine intensive mediale Debatte.

Redaktion