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Stuttgart - Dass Baden-Württembergs grüner Ministerpräsident Winfried Kretschmann Angela Merkel näher steht als seiner eigenen Partei, ist kein Geheimnis. Nun übernimmt er auch Merkels Strategie. Wie lange hatte uns die Kanzlerin Angst gemacht und uns eingeschworen auf die angeblich alternativlose „Rettung“ der europäischen Kunstwährung. Doch längst weiß auch Lieschen Müller: Was Merkel damals verbreitete, waren waschechte Fake News. Nun versucht sich Kretschmann an der merkelschen Alternativlosigkeit: Sollte es nicht zur schwarz-gelb-grünen Regierungskoalition kommen, hätte dies „wahrscheinlich ganz negative Folgen“, warnt er. Die notwendigen Neuwahlen würden „unglaubliche Instabilität nach Europa bringen“. Kretschmann weiß genau, was er da sagt, und er weiß, warum er es sagt. Einem der wenigen „Vernunftgrünen“ reißt der Geduldsfaden. Er will seine Partei wieder an den Schalthebeln der Macht sehen, weil er spürt, dass die Grünen des Jahres 2017 ein welkes Pflänzchen sind, das nur überleben kann, wenn es von Merkel auch weiterhin gedüngt und gegossen wird. Und so sehr sich der 69-Jährige bemüht, sein Angstszenario in mitfühlende Worte zu packen, ist die Botschaft doch ebenso drastisch wie merkelesk: „Scheitert Jamaika, dann scheitert Europa“, soll dem Publikum einbläuen, dass alles andere als das karibische Dreierbündnis den sicheren Untergang bedeutet. „Jeder Preis, den wir zahlen, ist geringer, als wenn es Neuwahlen gibt“, droht er aber auch allen Sturköpfen in den eigenen Reihen.

München – Der bekannte Buchautor und Islamkritiker Hamed Abdel-Samad hat nach dem Terroranschlag von Manchester auf Facebook einen Beitrag in englischer Sprache veröffentlicht, in dem er schwere Vorwürfe gegen Politik und Medien erhebt und die Selbstaufgabe Europas beklagt. Der zwischen Wut und Resignation angesiedelte Text gipfelt in den Worten: „Europa gibt sich selbst auf. Ich kämpfe nicht mehr für euch. Ich werde nur für mich selbst kämpfen, für meine Freiheit zu sagen, was ich sagen will, wie ich es sagen will und wo.“

Wiesbaden – In Deutschland wurden im vergangenen Jahr mehr als 80 Millionen Übernachtungen ausländischer Gäste registriert. Das bedeutet das siebte Rekordergebnis in Folge. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, wurden von Januar bis Dezember 2016 insgesamt 80,8 Millionen internationale Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben mit mindestens zehn Betten gezählt, was ein Plus von 1,1 Millionen bzw. 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.

Shanghai – Europa ist offizielle Partnerdestination der ITB China 2017. Eine entsprechende Vereinbarung haben David Axiotis, General Manager der ITB China, und Eduardo Santander, Geschäftsführer der European Travel Commission (ETC), vor wenigen Tagen unterzeichnet. Die dreitätige Reisemesse, die vom 10. bis 12. Mai 2017 in Shanghai stattfindet, legt den Schwerpunkt auf die chinesische Reise- und Tourismusbranche.

 

Rodgau – Ganz im Zeichen des Kampfes gegen „Rechtspopulismus“, ob nun im heimischen Hessen oder im fernen Amerika, stand der Neujahrsempfang der Rodgauer Sozialdemokraten am vergangenen Sonnabend. Als Hauptredner hatten die SPD-Granden um den Ortsvereinsvorsitzenden Jürgen Kaiser den für Europafragen zuständigen Staatsminister Michael Roth aus Wiesbaden anreisen lassen – und der sprach, offenbar noch ganz unter dem Eindruck der skandalträchtigen Höcke-Rede, auch gleich davon, dass man „Geschichtsklitterung und Hassbotschaften“ entschlossen entgegentreten müsse.

Budapest – In einer Rede im Rahmen einer Vortragsreihe zu globalen wirtschaftlichen Entwicklungen hat Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán vor wenigen Tagen in Budapest seine Ansicht zum Ausdruck gebracht, dass das Prinzip „America first“ des neuen US-Präsidenten Donald Trump auch andere Länder dazu inspirieren sollte, ihre nationalen Interessen an erste Stelle zu setzen. Der konservative ungarische Regierungschef nannte dies „eine große Freiheit und ein großes Geschenk“.

New York – Der US-Großinvestor und Gründer der Open Society Foundations, George Soros, warnt vor einem Auseinanderbrechen der Europäischen Union. In einem aktuellen Gastbeitrag für die Tageszeitung „Die Welt“ zieht der Multimilliardär einen direkten Vergleich zum Untergang der Sowjetunion vor 25 Jahren und sieht vor allem in den jüngsten Entwicklungen Anzeichen dafür, dass die EU schon bald ihrem Ende entgegensehen könnte, wenn die Staatengemeinschaft nicht rasch reformiert werde.

Sonntag, 13 November 2016 16:43

Breitbart will nach Europa expandieren

| Medien

Los Angeles – Nach dem Wahlsieg Donald Trumps bei den US-Präsidentschaftswahlen zeichnet sich immer deutlicher ab, dass der konservative Mediendienst Breitbart, der zu den wichtigsten publizistischen Stützen des Republikaners im Wahlkampf zählte, nach Europa expandieren will. Breitbart-Chef Stephen Bannon führte zuletzt das Wahlkampfteam Trumps und zeichnet maßgeblich verantwortlich für dessen erfolgreiche Kampagne in den sozialen Medien.

Rodgau – Vor gut zwei Wochen trat AfD-Bundessprecherin Frauke Petry bei einer Veranstaltung im Rodgauer Stadtteil Dudenhofen auf. Eingeladen hatte der Kreisvorsitzende der AfD Offenbach-Land und Fraktionschef der AfD in der Rodgauer Stadtverordnetenversammlung, Dr. Robert Rankl. Die Veranstaltung stieß auf reges Interesse – sowohl bei den Anhängern der AfD als auch ihren politischen Gegnern: Während im Saal rund 300 Zuhörer den Auftritt Petrys verfolgten, demonstrierten davor etwa 500 Gegendemonstranten, vornehmlich aus dem linken Spektrum.

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