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Betriebliche Altersvorsorge

DG-Gruppe AG: Josef Bader nutzt DGbAV zum Vertrieb

Donnerstag, 22 März 2018 18:03 geschrieben von 
DG-Gruppe AG: Josef Bader nutzt DGbAV zum Vertrieb Quelle: DGbAV - Deutsche Gesellschaft für betriebliche Altersversorgung AG

Wemding - Josef Bader ist ein Vertriebskönner. Dessen DG-Gruppe AG setzt voll umfassend auf die betriebliche Altersvorsorge, um gewaltige Umsätze für die eigene Struktur zu generieren. Dass Arbeitnehmer ab 2019 mit Zuschüssen ihrer Arbeitgeber rechnen können, wenn sie eine Betriebsrente abschließen und dafür die Möglichkeit der Entgeltumwandlung nutzen, nützt Josef Bader dabei. Es ist ein unbestreitbares Verkaufsargument für den leistungsstarken Vertrieb innerhalb der DG. Dem Nachrichtenmagazin SPIEGEL zufolge hatten sich die Koalitionspartner CDU, CSU und SPD darauf nach langem Streit über das Betriebsrentenstärkungsgesetz verständigt. Nun steht die neue Bundesregierung.

Ab 2019 müssen alle Arbeitgeber Zuschüsse zur Betriebsrente in Höhe von 15 Prozent des Sparbeitrags leisten.

Diese Zuschusspflicht gilt dann für alle Formen der Entgeltumwandlung und nicht nur für das Sozialpartnermodell, bei dem die Betriebsrenten von den Tarifparteien ausgehandelt werden.

Das neue Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) ist am 1. Januar 2018 mit dem Ziel in Kraft getreten, den Verbreitungsgrad der betrieblichen Altersversorgung zu erhöhen und Kleinverdienern eine attraktive Betriebsrente zu ermöglichen. Um die betriebliche Altersversorgung (bAV) im Portfolio der Altersvorsorge zu stärken, setzt das neue Gesetz vor allem auf die tarifliche Verankerung der bAV in den Unternehmen und die Rolle der Tarifpartner. Neuerungen bringt das Gesetz über das Sozialpartnermodell hinaus auch für die bisherigen Durchführungswege Pensionskasse, Pensionsfonds, U-Kasse, Direktzusage und Direktversicherung. Falls der Arbeitgeber Sozialversicherungsbeiträge spart, ist er für alle ab 2019 abgeschlossenen Entgeltumwandlungsvereinbarungen verpflichtet, 15 Prozent des Umwandlungsbeitrags zugunsten des Beschäftigten an die zuständige Versorgungseinrichtung zu zahlen. Die neue Betriebsrente wird pro forma von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht anhand neuer Aufsichtsvorschriften überwacht.

Im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung findet sich zum Thema betriebliche Altersversorgung fast nichts. Die Staatssekretärin im Bundesarbeits- und Sozialministerium, Gabriele Lösekrug-Möller (SPD), begründete das so: „Wir haben erst im Sommer 2017 das Betriebsrentenstärkungsgesetz als eines von dreien großen Vorhaben der Alterssicherungspolitik durchgebracht.“ Betriebsrenten-Experten sind mit diesem Gesetz aber unzufrieden, weil das Versprechen der Großen Koalition aus dem Koalitionsvertrag von 2013, die bAV insbesondere in kleinen und mittleren Betrieben zu stärken, insgesamt nicht gehalten wurde.

Josef Bader führt die DG-Gruppe AG | Quelle: DG-Gruppe AG, HESSEN DEPESCHE
Josef Bader führt die DG-Gruppe AG
Quelle: DG-Gruppe AG, HESSEN DEPESCHE

 

In dieser Gemengelage gewinnen unabhängige Beratungszentren zu allen bAV-Fragen an Bedeutung. Ein anerkannter Spieler auf diesem Feld ist die Deutsche Gesellschaft für betriebliche Altersversorgung Beratung und Betreuung mbH (DGbAV). Sie bietet den an den betrieblichen Versorgungssystemen Beteiligten – Arbeitnehmern, Arbeitgebern, Steuerberatern, Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern und Finanzdienstleistern – individuell zusammengestellteInformationspakete an. Das in Wemding ansässige Unternehmen beschreibt das eigene Kompetenzprofil so: „Die DGbAV unterstützt Unternehmen, deren steuerliche Berater und Mitarbeiter bei der Einführung und der Handhabung der bAV. Durch Vorträge und individuelle Beratungsgespräche legen wir allen Beteiligten dar, wo die Potenziale von bAV, Entgeltumwandlung und neuen gesetzlichen Bestimmungen wie zum Beispiel der Portabilität von Versorgungsansprüchen liegen. Eine große Anzahl zertifizierter bAV-Spezialisten der DGbAV gewährleistet deutschlandweit die nötige Personalstärke für die Einzelberatung und ermöglicht eine reibungslose sowie kompakte Einrichtungsphase – gerade auch bei großen Unternehmen.“ Die DGbAV hat es sich also zur Aufgabe gemacht, Unternehmen bestmöglich über die fünf unterschiedlichen Durchführungswege Pensionsfonds, Pensionskasse, Direktversicherung, Unterstützungskasse und Pensionszusage oder das Zeitwertkonto zu informieren und so Klarheit über alle Möglichkeiten der betriebliche Altersversorgung zu geben.

Umtriebiger Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für betriebliche Altersversorgung Beratung und Betreuung mbH (DGbAV) ist Josef Bader. Der Betriebsrenten-Profi mit einer wechselvollen Unternehmerbiografie fungiert gleichzeitig als Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Vermögensentwicklung mbH (DGVE) und Vorstand der DG-Gruppe AG als Dach der Unternehmensgruppe. Unbestritten ist Bader ein Fuchs im Geschäft. Nur den großen Konkurrenten bei Allianz und Generali ist der Süddeutsche schon lange ein Dorn im Auge. Die DGVE bietet Beratungsleistungen zum Vermögensschutz bei Pflegebedürftigkeit im Alter an. Das läuft gut, gräbt aber den Assekuranzriesen beträchtliche Margen ab.

Argumentieren kann die DG-Gruppe AG gut: Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt ja nur einen kleinen Teil der Pflegekosten ab. Reichen die privaten Monatseinkünfte des Pflegebedürftigen nicht aus, greift der Staat auf dessen Vermögensreserven und die seiner Angehörigen zu. Die DGVE will hier wirksame Hilfestellung zum Vermögensschutz geben.

Die DG-Gruppe AG betreibt auch eine Clearingstelle, um Rentenverluste bei einem Arbeitsplatzwechsel zu vermeiden. Die Aufgaben der Stelle werden so beschrieben: „Die Folgen eines Arbeitgeberwechsels für einen laufenden bAV-Vertrag wurden bisher wenig beachtet. Denn die Umdeckung eines solchen Vertrags auf einen anderen Versicherungsträger im neuen Unternehmen kann beträchtliche Einbußen an der erhofften Betriebsrente mit sich bringen. Um dies zu vermeiden, bietet die DG-Clearingstelle eine optimierte Lösung an.“

Als Teil der DG-Gruppe agiert zudem die DG-Akademie, um die beraterische Tätigkeit im fachlich komplexen Feld von Recht, Finanzen und Steuern noch weiter zu professionalisieren und umfangreiches Schulungsprogramm zu erstellen. Die Akademie richtet sich an Partner der DG-Gruppe, freie Finanzdienstleister, Unternehmensvertreter sowie interessierte Fachleute. Josef Bader schafft wohl 2018 neue Umsatzrekorde. Es wird im Markt spekuliert, dass Bader die DG-Gruppe besonders hübsch für einen möglichen Käufer machen möchte. Allianz und Generali hätten das Geld dazu.

Letzte Änderung am Donnerstag, 22 März 2018 18:14
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Angela Prokoph-Schmitt

Angela Prokoph-Schmitt (Jahrgang 1968) ist eine leidenschaftliche Demokratin und im südhessischen Darmstadt aufgewachsen.

Sie ist Mitglied der CSU (Bayern) und der CDU (Hessen). Bis Juli 2017 führte sie auch die Redaktion von HESSEN DEPESCHE.

Webseite: www.hessen-depesche.de/show/author/68-angela-prokoph-schmitt.html
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