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Fragwürdige Wohnimmobilien-Fonds?

Dr. Bernd Ital und die ZBI Zentral Boden Immobilien AG

Mittwoch, 26 April 2017 21:34 geschrieben von 
Bildunterzeile: Logo der ZBI Zentral Boden Immobilien Gruppe Bildunterzeile: Logo der ZBI Zentral Boden Immobilien Gruppe Quelle: ZBI AG

Erlangen - Wenn es um Wohnimmobilienfonds als Geldanlage geht, ist die ZBI AG um Vorstandsvorsitzenden Dr. Bernd Ital eine feste Größe. 2002 in Erlangen gegründet, verfügt die ZBI heute über elf Niederlassungen in ganz Deutschland. Eine davon findet sich auch in der hessischen Main-Metropole Frankfurt in der Hanauer Landstraße.

270 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen, welches selbst noch zu 100 Prozent in Familienhand ist und sowohl private als auch institutionelle Anleger bedient. Insgesamt werden bislang 16500 Wohn- und Geschäftseinheiten verwaltet. Allein 2016 konnten 460 davon für insgesamt mehr als 90 Millionen Euro verkauft werden.

Bislang wurden hohe Renditen erwirtschaftet 

3200 weitere Einheiten mit einem stolzen Volumen von 600 Millionen Euro befinden sich in Entwicklung. Kein Wunder: Die Investitionen in die Fonds, die die ZBI AG auflegt, haben sich in der Vergangenheit jedenfalls für ihre Anleger gelohnt: Sechs von 13 aufgelegten Fonds wurden bereits erfolgreich aufgelöst und ihre Erträge an die Anleger ausgezahlt. Die durchschnittliche Rendite pro Jahr betrug dabei 8,05 Prozent – ein Traumwert. Jeder zweite Anleger entschied sich dann auch dafür, sein Geld erneut bei den Erlangern anzulegen. 

Zwei Fonds für Privatanleger zur Auswahl 

Für Privatanleger stehen bei den geschlossenen Publikumsfonds der ZBI derzeit der ZBI WohnWert 1 und der ZBI Professional 10 zur Auswahl. Beim ZBI WohnWert 1 gibt es sowohl Licht als auch Schatten: Positiv fallen die niedrige Mindestbeteiligungsgröße von 5000 Euro zuzüglich 3 Prozent Ausgabenaufschlag sowie die Absicherung des Mindestvolumens durch eine Platzierungsgarantie bis 10 Millionen Euro auf. Weniger erfreulich ist die lange Laufzeit des Fonds: Bis 2034 ist das Geld gebunden und wenn die Gesellschafter es für nötig erachten und entsprechend beschließen sogar bis 2039. Sich so lange zu binden, sollten sich gerade private Anleger genau überlegen. Auch handelt es sich derzeit um einen „Blind Pool“, das heißt die Investoren kennen noch kein konkretes Investitionsziel. Bekannt ist bislang nur, dass breit gestreut in Wohnimmobilien in deutschen Ballungsräumen investiert werden soll. 

Licht und Schatten bei „WohnWert 1“ 

Anleger müssen sich also auf die Erfahrung und das Geschick der ZBI und ganz im speziellen auf die beiden Vorstände Mark Münzing und Christian Reißing verlassen. Münzing ist für die Objektberatung, -akquise und -finanzierung zuständig, während Reißing sich um Projektentwicklung inkl. Projektankauf, das Bauträgergeschäft und die Projektfinanzierung kümmert. 

Die „Professional“-Line ist das attraktivere Herzstück der ZBI 

Alternativ gibt es den ZBI Professional 10 Fonds, der in die seit 2002 bestehende „Professional“-Linie der ZBI eingepflegt ist. In die ersten neun Professional-Fonds flossen seit 2002 1,6 Milliarden Euro. Bei einer Laufzeit von 2,5 bis 7,5 Jahre konnten die Fonds Ergebnisse zwischen ordentlichen 5,25 % p.a. und beeindruckenden 15,5 % p.a. erzielen. Der Professional 10 Fonds fährt eine Strategie, die neben dem Erwerb von Immobilien zur längerfristigen Bewirtschaftung auch Handel in Form von An- und Verkauf von Immobilien vorsieht. Wer investieren will, muss leider recht tief in die Tasche greifen: Mindestens 25.000 Euro müssen für 7,5 Jahre angelegt werden. Drei Mal pro Jahr erfolgen Ausschüttungen. 
In einer Fondsanalyse der DEXTRO GROUP GERMANY wird die umfassende Due Diligence gelobt. Eine Mehrerlösbeteiligung der ZBI schaffe zudem eine Interessenskongruenz zwischen selbiger und den Anlegern. Fast die Hälfte der Investitionen sind fremdkapitalfinanziert. Insgesamt erhält dieser Fonds ein Rating von AA- von der DEXTRO GROUP und ein mittleres Risikorating. Auch „kapitalmarkt-intern“ hält den ZBI Professional 10 für „zur Beimischung gut geeignet“. 

Lange Erfahrung und Erfolge sprechen für ZBI 

Wer über das nötige Anlagekapital verfügt, für den dürfte dieser Fonds in der Tat die attraktivere Alternative zum WohnWert 1 darstellen. Die ZBI macht insgesamt auf Grund ihrer langjährigen Erfahrung und ihren respektablen Erfolgen in der Vergangenheit einen ordentlichen Eindruck.

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Robin Classen

Robin Classen (Jahrgang 1991) hat Rechtswissenschaften an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz studiert und ist seit 2008 als freier Journalist tätig.

Er ist politisch in der AfD aktiv und widmet auch seine Freizeit als Mitglied eines Vereins für internationale Brieffreundschaften dem Schreiben.

Seine Artikel behandeln bevorzugt politische Themen. Er versteht sich jedoch als journalistischer Allrounder mit einem breiten Themenspektrum.

Seit Juni 2016 gehört er der Redaktion von HESSEN DEPESCHE an.

Webseite: www.hessen-depesche.de/show/author/62-robin-classen.html
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