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"Eine Insel mit Potenzial"

Dr. Stephan Welk wirbt für São Tomé e Príncipe

Sonntag, 16 Oktober 2016 23:50 geschrieben von 
Dr. Stephan Welk ist Sonderbotschafter von São Tomé e Príncipe Dr. Stephan Welk ist Sonderbotschafter von São Tomé e Príncipe Quelle: HESSEN DEPESCHE

Frankfurt am Main - Dr. Stephan Welk, Regierungsberater des afrikanischen Inselstaates São Tomé e Príncipe trafen wir am Flughafen Frankfurt am Main zu einem kurzen Gespräch. Welk, 1967 im nordhessischen Korbach geboren, ist Sonderbotschafter der sonnigen Insel vor der Atlantikküste Afrikas. Ursprünglich war São Tomé e Príncipe portugiesisch geprägt. Die westeuropäische Seefahrernation hatte dort bereits im ausgehenden Mittelalter für ihre Caravellenflotte eine Versorgungsstation eingerichtet. Auch der legendäre Vasco da Gama soll hier frisches Trinkwasser und Proviant für seine Entdeckunfsfahrten aufgenommen haben. Nun soll São Tomé e Príncipe eine Zukunft als Touristenziel und Investitionsstandort bekommen. Dr. Stephan Welk ist enger Vertrauter des Aussenministers H. E. Salvador dos Ramos.

HESSEN DEPESCHE: Geehrter Herr Dr. Stephan Welk, müssen wir Sie diplomatisch korrekt mit "Seine Exzellenz Sonderbotschafter Dr. Stephan Welk" anreden?

Stephan Welk: Nein, Stephan Welk reicht völlig aus. Ich bin zwar im diplomatischen Dienst für das Aussenministerium als Sondergesandter des Außenministers tätig, aber in der Regel werden nur Minister und Diplomaten im Rang eines Botschafters mit Seine Exzellenz angesprochen.

HESSEN DEPESCHE: Nun gut, also dann Herr Welk. Sie beschreiben gerne eindrucksvoll die Vorteile des kleinen Inselstaates São Tomé e Príncipe, lohnt es dort mal Urlaub zu machen?

Stephan Welk: São Tome e Príncipe ist vor allem noch eine naturbelassene Insel. Europäer fühlen sich hier wohl. Es ist nicht wirklich Afrika, eher ein Afrika light.

HESSEN DEPESCHE: Was verstehen Sie unter einem "Afrika light"?

Stephan Welk: Tatsächlich ist São Tomé e Principe der friedlichste Staat in Afrika. Wir sind die älteste Demokratie, haben eine kleine Armee, einen sehr hohen Bildungsstand und stehen Portugal und somit Europa sehr nahe. In meiner über 15jährigen Tätigkeit für afrikanische Regierungen ist mir kein Staat untergekommen, der so friedlich und geordnet ist wie Sao Tomé e Principe.

HESSEN DEPESCHE: Aber warum kennen die meisten Menschen in Deutschland diesen Staat nicht, wenn er doch so friedlich und schön ist?

Stephan Welk: São Tomé e Principe ist noch ein „Geheimtipp“ ohne Massentourismus und mit vielen schönen, versteckten Plätzen. Außerdem liegt es in der Natur der Menschen, dass oftmals die negativen Meldungen im Gedächtnis bleiben und – Gott sei Dank – haben wir keine schrecklichen Ereignisse bei uns auf der Insel. Wir haben keine Naturkatstrophen, keinen Putsch, keine Gewalt, keine Drogen, keine Selbstmordattentäter, keinen Rassismus, einfach nichts was eine reißerische Presse interessieren könnte.

HESSEN DEPESCHE: Was plant die Regierung um den Tourismus auszubauen?

Stephan Welk: Die jetzige Regierung ist sehr aktiv in der Umsetzung verschiedener Projekte. Es gibt Pläne zum Ausbau des Tourismus und somit auch zum Ausbau des Flughafens. Es ist ein Golfplatz geplant, die Energieversorgung wird auf Green Tech umgestellt. Die Regierung ist da sehr umweltbewusst. Auch wollen wir keinen Massentourismus. São Tomé e Principe soll auf Jahre hinweg ein Juwel bleiben. Derzeit gibt es konkrete Aktivitäten im Ausbau des Containerhafens im Norden der Insel. Unsere Insel liegt strategisch günstig in Westafrika. Es ist nur folgerichtig hier ein Logistikzentrum zu errichten.

HESSEN DEPESCHE: Vielen Dank Herr Dr. Welk. Wir hoffen sehr, dass wir bald mehr von der Insel hören und wünschen Ihnen und der Regierung viel Erfolg beim weiteren Aufbau des Landes.

Letzte Änderung am Montag, 17 Oktober 2016 06:52
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