hessen-depesche.de

RMV begeistert mit digitalen Innovationen

Holoplot GmbH: Roman Sick und Adrian Lara Moreno beschallen auf smarte Weise unsere Bahnhöfe

Donnerstag, 07 Februar 2019 23:19 geschrieben von 

Frankfurt am Main - Für viele Hessen ist es mittlerweile ganz selbstverständlich, ihr RMV-Ticket per Handy-App zu kaufen und nicht am Schalter oder Automaten. Wer den Bereich des Verkehrsverbundes jedoch verlässt, stellt schnell fest, dass andere Verkehrsverbünde noch lange nicht so weit sind.

Gezielte Beschallung mit „Holoplot“

Doch die Handy-Tickets per App sind lange nicht die einzige digitale Innovation des RMV, wie dieser Artikel zeigen soll. Aktuell arbeitet man etwa mit dem Startup Holoplot GmbH um Roman Sick und Adrian Lara Moreno zusammen, das sich auf zielgerichtete Beschallungstechnik spezialisiert hat. Die Anwendungsmöglichkeiten an Bahnsteigen liegen auf der Hand und sind denkbar attraktiv: Geräuschsemmissionen von Lautsprecherdurchsagen werden vermieden, da die Durchsagen nur dort vernehmbar sind, wo sie auch gehört werden sollen. Und dort kann man sie endlich gut verstehen – Rauschen, Krachen und Lärmen aus den Lautsprechern könnte künftig also einer klaren, auch für hörbehinderte Personen verständlichen Sprache weichen. Sicherlich ist das im wahrsten Sinne des Wortes noch Zukunftsmusik, doch schon heute wird die Technologie am Frankfurter Hauptbahnhof an den stark frequentierten S-Bahn-Gleisen 103 und 104 angewendet und erprobt.

WLAN in den Zügen und an Automaten statt Handyfunklöcher

Ein weiteres Projekt, was der RMV bereits 2018 begonnen hat und dieses Jahr abgeschlossen werden soll, ist die WLAN-Versorgung aller S-Bahnen im Rhein-Main-Gebiet sowie der Expressbusse. Funklöcher, wie sie auch auf den S-Bahn-Strecken im Ballungsgebiet immer wieder auftreten, sollten damit schon bald der Vergangenheit angehören. Clever: Der RMV will nun auch 600 Fahrkartenautomaten zu WLAN-Hotspots umbauen. Sollten also die ebenfalls bereits in der Schublade befindlichen Pläne der Ausweitung der Handytickets Realität werden und die Fahrkartenautomaten ähnlich der gelben Telefonzellen der Deutschen Telekom langsam verwaisen, so ist ihre künftige Verwendung bereits geregelt.

Zahlen pro Kilometer statt pro Tarifwabe

Ebenfalls wegweisend ist das Pilottarif-Projekt RMVsmart, an dem sich schon 30.000 Testkunden beteiligen. Hier fallen keine „willkürlichen“ Fahrpreise mehr an, sondern der Preis bemisst sich nach dem gewählten Verkehrsmittel und der Kilometerdistanz. Insbesondere bei Kurzstrecken kann sich das ebenfalls digitalisierte Modell auszahlen. Bis 2021 soll die Testphase noch laufen, danach wird der RMV auswerten, ob RMVsmart künftig allen Kunden im Rahmen der üblichen Tarifstruktur angeboten wird oder nicht. Bis dahin müssen Interessenten sich auf Wartelisten eintragen, da die Zahl der Testplätze aktuell ausgeschöpft sei, berichtet der „Merkurist“.

Digitale Innovationen lösen die analogen Probleme nicht

Neben all den positiven Neuerungen hat der RMV jedoch ein ganz analoges Problem: Die Gleisinfrastruktur im Rhein-Main-Gebiet ist schon jetzt überlastet, steigende Pendlerzahlen etwa durch Dieselfahrverbote könnten zum Kollaps führen. Dann würde auch das smarteste Handyticket wohl nicht mehr helfen.

Artikel bewerten
(3 Stimmen)
Robin Classen

Robin Classen (Jahrgang 1991) hat Rechtswissenschaften an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz studiert und ist seit 2008 als freier Journalist tätig.

Er ist politisch in der AfD aktiv und widmet auch seine Freizeit als Mitglied eines Vereins für internationale Brieffreundschaften dem Schreiben.

Seine Artikel behandeln bevorzugt politische Themen. Er versteht sich jedoch als journalistischer Allrounder mit einem breiten Themenspektrum.

Seit Juni 2016 gehört er der Redaktion von HESSEN DEPESCHE an.

Webseite: www.hessen-depesche.de/show/author/62-robin-classen.html
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten

Team