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Meeting- und Incentive-Reisebranche trifft sich im Mai in der Mainmetropole

IMEX Frankfurt 2017: Die bestimmenden Trends im nächsten Jahr

Dienstag, 13 Dezember 2016 21:38 geschrieben von 
IMEX Frankfurt 2017: Die bestimmenden Trends im nächsten Jahr Quelle: IMEX Frankfurt 2017

Frankfurt am Main – Nach den erfolgreichen Veranstaltungen in Frankfurt und Las Vegas in diesem Jahr laden die Macher der Meeting-, Kongress- und Incentive-Reisemesse IMEX interessierte Unternehmen, Redner, Wissenschaftler und Themenexperten zum Einreichen ihrer Vorträge für das Aus- und Weiterbildungsprogramm der IMEX Frankfurt 2017 (16.-18.05.2017) ein. Die IMEX America in Las Vegas öffnet ihre Tore wieder vom 10. bis zum 12. Oktober 2017.

Die Referate in Frankfurt können in deutscher oder englischer Sprache gehalten werden und sollten in einen der zehn Fokusbereiche passen: Trends und Research, Business Skills, Diversity, Health & Wellbeing, Personal Development, Technology, Creative Learning, General Education, Marketing/Social Media und Sustainability. Zusätzlich besteht nach Angabe der IMEX-Verantwortlichen großes Interesse an Vorträgen zu Eventsicherheit, Contracting und professionellem Verhandeln. Bewerbungen sind bis zum 16. Januar 2017 möglich. Weitere Informationen unter: www.imex-frankfurt.de.

Aufgrund der Erfahrungen aus dem laufenden und mit Blick auf das kommende Jahr haben die IMEX-Experten für 2017 fünf Trends identifiziert, an der die Branche nicht vorbeikommen wird: Artificial Intelligence (AI) und Virtual Reality (VR), Tech-Connecting, politische Umbrüche und Paradigmenwechsel, Ausstieg aus sozialen Netzwerken und Kommunikationskanälen und Generation Z.

Artificial Intelligence (AI) und Virtual Reality (VR) sind inzwischen von einer Zukunftsvision zur Realität geworden. Grip, die weltweit erste Lösung für künstliche Intelligenz in der Eventbranche gewann in diesem Jahr den Preis #IMEXpitch auf der IMEX America. Auch branchenübergreifend werden die technologischen Entwicklungszyklen immer kürzer: So entwickelte das Unternehmen WorldViz, das Lösungen für die „Virtual Reality“ bereitstellt, die Kommunikationsplattform „Skofield“, mit der die Nutzer Präsentationen auf Basis der virtuellen Realität erstellen können. Beide Bereiche – die der künstlichen Intelligenz der virtuellen Realität – bieten spannende neue Möglichkeiten für Anbieter der globalen Veranstaltungsbranche an, die auch auf der IMEX Frankfurt im Mai 2017 Berücksichtigung finden werden.

Tech-Connecting widmet sich den Fragen: „Wie stelle ich sicher, dass ich auf einer großen Veranstaltung genau die Kontakte treffe, die für mich persönlich oder geschäftlich relevant und damit wesentlich sind? Und wie treffe ich neue Kontakte, um gezielt mein Netzwerk zu erweitern?“ Technologien wie Social Media oder Apps können Event-Besuchern dabei helfen, die passenden, relevanten und wichtigen Kontakte zu knüpfen. Die IMEX-Experten nennen dies „Finding your tribe”.

Bei diesem Trend geht es also um Zielgruppenerreichung und gezielte Personalisierung, wofür die Gewinner des #IMEXpitches 2015 und 2016 Loopd und Grip perfekte Beispiele sind. Auch der Technologieanbieter Zenvoy hat gemeinsam mit der IMEX ein technologisches Tool entwickelt, das vor, während und nach der Messe Kontaktanbahnungen und Terminvereinbarungen ermöglicht – als Zusatznutzen zum bestehenden Terminvereinbarungssystem, welches Termine zwischen Einkäufern und Ausstellern koordiniert.

Auch die rasante Entwicklung von Tools wie Snapchat und die Tendenz, auch im geschäftlichen Umfeld zunehmend die privaten Netzwerke – das „Private Messaging“ – zu nutzen, stützen den Tech-Connecting-Trend. Viele der wichtigen Konversationen auf Messen, Konferenzen und auf anderen größeren Veranstaltungen finden inzwischen in sozialen Netzwerken wie Twitter, Facebook und Instagram statt. Die Möglichkeiten des direkten Feedbacks, der Verlinkungen und der Gruppenbildung werden zunehmend auch von Event- und Konferenzteilnehmern genutzt, um sich zu verabreden und in Echtzeit von Veranstaltungen zu berichten.

Umbrüche und Paradigmenwechsel wie der Brexit oder die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten beschäftigen auch die Veranstaltungs- und Kongressbranche. „Sind PCOs und Hotels für die umfassenden Veränderungen und die neuen Herausforderungen der internationalen Veranstaltungsbranche gerüstet?“, lautete etwa der Titel eines Diskussionsforums auf der diesjährigen ICCA-Konferenz in Kuching in Malaysia. Die IMEX-Macher weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Herausforderungen an die Weltmärkte wie auch an die Akteure der Veranstaltungsbranche immer größer, die Anforderungen an Reaktionszeiten immer schneller und die Umbrüche immer heftiger sein werden.

Dieses Thema sprach unter anderem Dr. Kaihan Krippendorff in seiner PCMA Business School auf der IMEX Frankfurt 2016 an, aber auch Jay Samit rückte dies mit seiner Präsentation „Disrupt You!“ auf der IMEX America 2016 in Las Vegas in den Fokus. Mit „Disruption“ bezeichnete Samit die Wirkung unerwarteter politischer Ergebnisse wie eben den Brexit oder den Ausgang der US-Präsidentschaftswahl. Auch wenn die Auswirkungen solcher politischer Zäsuren bislang nur wenig zum Tragen kommen, so setzen sich die meisten Unternehmen schon längst mit den langfristigen Konsequenzen solcher Ereignisse auseinander. „Angesichts dieser stetigen und tiefgreifenden Veränderungen könnte der laufende rasante Wandel bald schon ganz normal sein“, sagen die Frankfurter IMEX-Experten voraus. 

Der Ausstieg aus sozialen Netzwerken und Kommunikationskanälen ist ein gegenläufiger Trend zum Tech-Connecting, der jedoch für bestimmte Personenkreise mindestens ebenso relevant ist, wie die zunehmende Vernetzung für andere. Im vergangenen Jahr berichtete Professor Sir Cary Cooper auf der Jahreskonferenz der British Psychological Society, dass der Zwang britischer Angestellter, dem ständigen Kommunikationsfluss Stand zu halten, die Produktivität negative beeinflusse. „Es ist nicht gut für die Gesundheit unseres Landes, wenn Menschen nachts, an den Wochenenden und im Urlaub an E-Mails arbeiten müssen”, so Cooper. Er sprach sich daher für eine sukzessive Ersetzung des E-Mail-Schriftverkehrs durch persönliche Gespräche und Telefonate aus.

Unabhängig davon fand Atos Origin heraus, dass der durchschnittliche Angestellte 40 Prozent seiner Arbeitswoche mit internen E-Mails beschäftigt ist, die dem Unternehmen keinen Mehrwert bringen. Kommen noch Newsletter und soziale Medien hinzu, wird die persönliche Zeit weiter eingeschränkt. Der laut IMEX zu beobachtende Trend, sich von den vielen multimedialen Einflüssen wieder ein Stück weit zu emanzipieren, bedeutet auch für die Branche ein Umdenken in manchen Bereichen.

Mit der Generation Z werden jene jungen Leute beschrieben, die derzeit in den Startlöchern für das Berufsleben stehen. Diese Gruppe der ab den späten 1990ern Geborenen ist die erste Generation, die komplett mit dem Internet und mobilen Endgeräte aufgewachsen ist. Bis Ende dieses Jahrzehnts werden nach Schätzungen von Experten etwa 20 Prozent aller Arbeitnehmer dieser „Generation Z“ angehören.

Vergleicht man die „Generation Z“ mit der „Generation Y“ – also den etwa 15 Jahre vorher Geborenen –, so werden laut verschiedener Studien große Unterschiede deutlich. So sind die Angehörigen der „Generation Z“ technologisch intuitiv geprägt, sind also technologische Multi-Tasker und verfügen über reichhaltige Erfahrungen in virtueller Zusammenarbeit. Allerdings haben sie oftmals Schwächen in der persönlichen Kommunikation und bei den sozialen Kompetenzen, sind leichter ablenkbar und verfügen über kürzere Aufmerksamkeitsspannen.

Für diese Generation sind Entwicklungsperspektiven, flexible Arbeitszeiten und viel persönliches Feedback vom eigenen Chef besonders wichtig. Sie sind daher auch mehr als andere bereit, mehrfach ihre Arbeitsstelle zu wechseln. Die IMEX-Experten weisen darauf hin, dass die Vertreter der „Generation Z“ auf Veranstaltungen neue und hohe Ansprüche sowohl an die Eventplaner als auch die Veranstaltungsstätten haben. Ob diese Anforderungen für einen echten Mehrwert stehen oder einfach nur äußerst aufwändig sind, werden die nächsten Jahre zeigen.

Die IMEX (vollständiger Name: IMEX – Incorporating Meetings made in Germany –The Worldwide Exhibition for incentive travel, meetings and events) ist eine Messe der Tourismus- und Eventbranche, die jedes Jahr im Mai in Frankfurt am Main und im Oktober als IMEX America in Las Vegas stattfindet. Das Organisationsteam sitzt in Brighton (Großbritannien). Hauptthema der Messe sind Meeting- und Incentive-Reisen. Dabei stellen sich nationale und regionale Kongresszentren, Event- und Veranstaltungsagenturen, Wellnesshotels, Golfresorts, Autovermieter und Vertreter der Fachpresse vor und präsentieren ihre Angebote.

Letzte Änderung am Dienstag, 13 Dezember 2016 21:46
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Michael Krug

Michael Krug (Jahrgang 1974) kam vor Jahren aus dem norddeutschen Hamburg nach Sachsen.

Seine alte und seine neue Heimat verbindet die Elbe. Heute pendelt er zwischen Dresden und Frankfurt am Main. Ursprünglich aus der volkswirtschaftlichen Richtung kommend, entwickelte sich der studierte Journalist zu einem Vollblutberichterstatter aus Politik, Medien, Lifestyle, Kultur und Wirtschaft. Seit Mai 2016 gehört er unserer Redaktion an.

Webseite: https://www.hessen-depesche.de/show/author/60-michael-krug.html
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