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Kunden zahlen für Solaranlagen erst nach Beginn der Stromerzeugung Miete

MEP Werke GmbH von Konstantin Strasser haben fremdverschuldete Zählertausch- und Netzanschluss-Probleme gelöst

Montag, 17 Dezember 2018 17:37 geschrieben von 
MEP Werke GmbH von Konstantin Strasser haben fremdverschuldete Zählertausch- und Netzanschluss-Probleme gelöst Quelle: HESSEN DEPESCHE

München – Die MEP Werke GmbH (My Energy Partner) des Münchner Kaufmanns Konstantin Strasser hat sich auf die Vermietung von Photovoltaik-Anlagen spezialisiert, damit Privathaushalte durch eigenproduzierten Ökostrom ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten und sich gleichzeitig von den steigenden Strompreisen der großen Energiekonzerne unabhängig machen können. Beim Solaranlagen-Mietmodell der Münchner MEP Werke nutzen Hauseigentümer ohne nennenswerte Anfangsinvestitionen die Kostenvorteile der Sonnenenergie und erzeugen zu einem moderaten Monatsmietpreis langfristig klimafreundlichen Strom. Inzwischen bietet das von Konstantin Strasser geführte Unternehmen seine Solaranlagen nicht nur zur Miete, sondern mit interessanten Finanzierungsoptionen auch zum Kauf an. Dabei verspricht man neben der Lieferung und Installation hochmoderner Energiespeicher auch ein „intelligentes Strommanagement“.Über das Solaranlagen-Konzept „Switch Solar“ sagte MEP-Geschäftsführer Strasser: „Wir freuen uns sehr, dass es uns gelungen ist, mittlerweile rund 10.000 deutschen Haushalten unkompliziert und bezahlbar den Zugang zu grüner Energie zu ermöglichen. Unser Ziel ist es nun, nicht nur weiter zu wachsen, sondern auch unser Angebot um weitere Produkte im Bereich Energie und Haushalt zu ergänzen. Insgesamt wollen wir dem Kunden ein Komplettangebot bieten für einen grünen und sicheren Haushalt ohne hohe Investitionskosten oder großen Aufwand.“

Die Freude der Münchner Chefetage über die positive Umsatzentwicklung trübte sich zwischenzeitlich ein, weil es zu Lieferschwierigkeiten des Zählerlieferanten und zu Versäumnissen der Netzbetreiber gekommen war. Die Verzögerungen zwischen der Montage der Solaranlagen und der tatsächlichen Inbetriebnahme führten dazu, dass manche Kunden schon Miete für ihre Anlage zahlten, obwohl noch gar kein Strom produziert wurde. Laut Thomas Wennmacher von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen waren in dieser Sache zwischen Oktober 2017 und Januar 2018 Beschwerden im „niedrigen zweistelligen Bereich“ über die MEP Werke GmbH eingegangen. Dem Verbraucherschützer zufolge sind die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Unternehmens in dem Punkt zu unklar, in dem es um den Anschluss geht, den die Netzbetreiber bereitstellen müssen, damit nach der Installation der Anlagen sofort mit der Ökostrom-Produktion begonnen werden kann.

Als die Kritik der Verbraucherschützer laut wurde, stellten die MEP Werke umgehend klar, dass sich die Vorwürfe auf Alt-AGBs und damit auf eine schon ungültige Vertragsversion bezögen. Die Münchner Solaranlagen-Profis erklärten konkretisierend: „Es ist richtig, dass die Fälligkeit der Mietzahlung bisher laut Mietvertrag zwischen MEP und dem Kunden unabhängig ist vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme. Die Fälligkeit beginnt ab dem ersten des übernächsten Monats nach erfolgter Montage und Installation (DC- und AC-Anschluss). Der Zählertausch und die Inbetriebnahme erfolgen in Koordination mit dem zuständigen Netzbetreiber in der Regel innerhalb von acht bis zwölf Wochen.“ Im Jahr 2017 sei es dabei ärgerlicherweise zu Verzögerungen gekommen, weshalb sich für einige Kunden der Zeitraum bis zur Inbetriebnahme verlängert habe. Schuld daran seien Lieferschwierigkeiten des damaligen Zählerlieferanten und Versäumnisse der Netzbetreiber gewesen. Im Rahmen des von der Bundesnetzagentur vorgegebenen Koordinierungs- und Freischaltungsprozesses hätten die Netzbetreiber mehrfach vereinbarte Fristen nicht eingehalten. Dadurch hätten die MEP Werke GmbH einen enormen organisatorischen Mehraufwand und die Kunden längere Wartezeiten in Kauf nehmen müssen.Die MEP Werke nahmen sich dieser Problematik zeitnah an, um dem hohen Anspruch als „Full-Service-Anbieter“ weiterhin gerecht werden zu können. In der Eigenwerbung hieß es schließlich: „Unsere Vision ist es, saubere Energie sowie innovative Technologien vom Privileg Einzelner zu etwas ganz Normalem zu machen. Mit unseren Solaranlagen zur Miete, Finanzierung und zum Kauf bieten wir für jeden Hausbesitzer das richtige Modell, um einen Beitrag für eine grüne Zukunft zu leisten.“

Im März 2018 erfuhr die interessierte Öffentlichkeit, dass das Unternehmen von Konstantin Strasser schon seit Monaten an einer Flexibilisierung des Mietbeginns arbeitet und dabei Änderungen der Finanzierungsmodalitäten der Solaranlagen vornehmen muss. Der MEP-Geschäftsführer betonte: „Letztlich soll es nicht das Problem des Kunden sein, wenn der Zählertausch sich verzögert. Wir haben bereits in der Vergangenheit zahlreiche Schritte unternommen, um die Inbetriebnahme der Solaranlagen zu beschleunigen. In letzter Konsequenz haben wir uns 2016 als Messstellenbetreiber zertifizieren lassen.“ Trotzdem habe der Prozess der Inbetriebnahme bei manchen Kunden noch zu lange gedauert. „Als Vermieter, der die Solaranlage über 20 Jahre vorfinanziert, ist es unser ureigenstes Interesse, dass die Solaranlage schnell ans Netz kommt und der Kunde vom eigenen Solarstrom profitieren kann“, so Strasser. „Die Verzögerungen, welche sich in den letzten sechs Monaten aus mehreren Gründen ergeben haben, wurden bereits in großen Teilen abgearbeitet. Nichtsdestotrotz nehmen wir die Situation ernst und arbeiten an einer Lösung im Sinne unserer Kunden.“

Schon im Mai nahm MEP die erforderlichen Änderungen an seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen vor, damit Kunden für ihre Solaranlagen nicht schon Miete zahlen müssen, wenn diese noch gar keinen Strom erzeugen. Seit Juni dieses Jahres ist für den Mietbeginn nicht mehr das Datum der Montage entscheidend, sondern der Zeitpunkt des Zähleraustausches und des Netzanschlusses.

Der süddeutsche Solaranlagen-Vermieter kann nach der Lösung der fremdverschuldeten Zählertausch- und Netzanschluss-Probleme darauf hoffen, mit wesentlich mehr Kundenzufriedenheit ins neue Geschäftsjahr 2019 zu starten. Angesichts der Klimaschutz-Debatte haben seriöse Vermieter und Verkäufer von Photovoltaik-Anlagen beste Wachstumschancen, und die MEP Werke wollen ihr Stück vom Kuchen abhaben.

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Angela Prokoph-Schmitt

Angela Prokoph-Schmitt (Jahrgang 1968) ist eine leidenschaftliche Demokratin und im südhessischen Darmstadt aufgewachsen.

Sie ist Mitglied der CSU (Bayern) und der CDU (Hessen). Bis Juli 2017 führte sie auch die Redaktion von HESSEN DEPESCHE.

Webseite: www.hessen-depesche.de/show/author/68-angela-prokoph-schmitt.html
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