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Staatskrise gefährdet großes Blockchain-Projekt

Omnia Mining: Baut Robert Velghe auch nach dem Sturz von Sersch Sargsjan auf die Armenien-Connection?

Donnerstag, 26 April 2018 22:43 geschrieben von 
Robert Velghe, wahrscheinlicher Kopf hinter Omnia Mining, kämpft auch nach dem Sturz des armenischen Regierungschefs Sersch Sargsjan ums Krypto-Mining in Armenien Robert Velghe, wahrscheinlicher Kopf hinter Omnia Mining, kämpft auch nach dem Sturz des armenischen Regierungschefs Sersch Sargsjan ums Krypto-Mining in Armenien Quelle: Omnia Mining

Jerewan - Robert Velghe ist ein charismatischer Verkäufer. Lange bevor andere für sich das Gewinnthema Blockchain entdeckt haben, setzte der Österreicher Velghe auf die Zukunft des Kryptomining. Mit Omnia Mining bieten Robert Velghe und Partner einfachen Schürfern das technische Equipment für die eigene Bonanza an. Und im Kaukasuszwergstaat Armenien sollten gigantische Möglichkeiten geschaffen werden.

Omnia Mining galt zuletzt im rasch expandierenden Geschäft des Kryptominig als außerordentlich gut aufgestellt. Robert Velghe, dem mutmaßlichen Kopf hinter Omnia, war es gelungen über persönliche Beziehungen zur Familie von Armeniens starkem Mann Sersch Sargsjan eine außerordentlich gut klingende Sell-Story zu verkaufen: Hier in Armenien entstünde die "Largest Cryptocurrency Mining Farm in the world" (Quelle: http://www.armenia.com.au/news/International-News/English/62146/Largest-Cryptocurrency-Mining-Farm-in-the-world-to-be-built-in-Armenia-2-billion-to-be-invested). Doch nun verlor Velghe kurzerhand seinen politischen Verbündeten im knapp 3 Millionen Einwohner zählenden kleinen Land im Einflussbereich von Russland, Iran und der Türkei. Die demokratischen Defizite, aber vor allem wohl Interessen der großen Nachbarländer waren ausschlaggebend für den raschen Abgang des schon lange angezählten Sersch Sargsjan (Hinweis: https://www.zeit.de/2018/18/armenien-sersch-sargsjan-sturz).

Nun gerät auch Omnia Mining unter Druck. Investoren fürchten um den Verlust der außerordentlichen Möglichkeiten.

Die Firmengruppe Omnia Tech rund um Robert Velghe, Johann Mittl, Friedrich Neuwirth und Thomas Hintermaier sieht sich als "Mining-Firma". So genannte Mining-Firmen stellen mithilfe von Computern Kryptowährungen her. Bitcoin und Ethereum sind wohl die bekanntesten Beispiele alternativer Zahlungsmittel. Mittlerweile gibt es rund 1.500 dieser sogenannten Coins und Token und es kommen laufend welche dazu. Eine wahre Goldgräberstimmung herrscht vor.

Man kann bislang nicht genau analysieren, wo überall Omnia Mining anfängt und wo es aufhört. Zuviele Ableger lassen keine echte Konzernstruktur erkennen. In Deutschland firmiert ein Martin Dellwing (https://omnia-mining.de/) hinter der "Marke" Omnia.

Omnia Mining, auch schon mal verbunden mit der Genesis Mining, will ganz groß in das Geschäft ums Blockchain einsteigen. Der Deal in Armenien galt bislang als ganz großer Coup des umtriebigen Kaufmanns Robert Velghe. Nun bleibt abzuwarten, ob sich Omnia Mining auch ohne die besondere Kaukasus-Phantasie am Markt durchsetzen kann oder ob es gar Velghe und seinem Team gelingt, die neuen Ansprechpartner in Jerewan für sich und Omnia zu gewinnen.

Aber Robert Velghe und seinen Mitstreitern wäre dies trotz einer deutlich verschlechterten Ausgangslage zuzutrauen.

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Angela Prokoph-Schmitt

Angela Prokoph-Schmitt (Jahrgang 1968) ist eine leidenschaftliche Demokratin und im südhessischen Darmstadt aufgewachsen.

Sie ist Mitglied der CSU (Bayern) und der CDU (Hessen). Bis Juli 2017 führte sie auch die Redaktion von HESSEN DEPESCHE.

Webseite: www.hessen-depesche.de/show/author/68-angela-prokoph-schmitt.html
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