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Starke Konkurrenten

Repay.me vs wee: Sascha Jonas und Mario Peter besser als Cengiz Ehliz und Michael Scheibe?

Dienstag, 11 Dezember 2018 20:04 geschrieben von 
Wer hat im Cashback-Markt mehr drauf - Repay.me oder wee? Wer hat im Cashback-Markt mehr drauf - Repay.me oder wee? Quelle: HESSEN DEPESCHE, Repay.me, wee

Berlin – Cengiz Ehliz, Präsident und Founder des Cashback-Systems "wee" wollte eigentlich sehr zuversichtlich in den Jahreswechsel 2018/19 gehen. Doch ein weiterer Gerichtstermin mit seinem alten Weggefährten Rudolf Engelsberger plagt ihn womöglich im Vorfeld des 19. Dezember 2018 vor dem Gericht in Köln, Sitzungssaal 0222 (Sitzungsbeginn ist 10h50). Doch Cengiz Ehliz ist offenbar zuversichtlich Vorwürfe seines früheren Geschäftspartners Engelsberger vor Gericht entkräften zu können. wee-Pressesprecher Tilmann Meuser haben wir auf Anfrage zu diesem Gerichtstermin leider telefonisch nicht erreicht. Immerhin kämpft Meuser leidenschaftlich für wee. In einem Telefonat mit HESSEN DEPESCHE bezeichnete PR-Mann Tilmann Meuser den früheren WeeCONOMY Vorstandsvorsitzenden Rudolf Engelsberger schon mal als "Geschichte".

Dabei schlägt sich wee zusammen mit der weeNexx AG und der COOINX S.A. des Kaufmanns Michael Scheibe vor allem in Mittel-/Osteuropa wacker. Polen, Slowenen, Kroaten und Slowaken zählen zu den fleißigsten Föderern des Cashback-Systems wee.

Doch wee hat in der Berliner Repay.me harte Konkurrenten.

Cashback-Systeme sind aus der modernen, kundenorientierten Konsumwelt gar nicht mehr wegzudenken. Der Begriff „Cashback“ stammt aus dem Englischen und bedeutet wörtlich „Bargeld zurück“. Er bezeichnet ein Bonusprogramm, das sich von herkömmlichen Belohnungskonzepten dadurch unterscheidet, dass Rabattpunkte nicht bloß für weitere Einkäufe verwendet werden können. Meist werden zur Freude der Kunden gar keine Punkte mehr vergeben, sondern der Bonuswert wird direkt als Geldbetrag ausgewiesen und dem Käuferkonto gutgeschrieben. Auch hier gilt: nur Bares ist Wahres! Einige Online-Portale basieren noch auf dem Punktesystem, wobei die Rabatte etwa der Payback GmbH oder die „Wees“ der WeeCONOMY AG auch oft als Geldbetrag ausgezahlt werden. Die Bonussysteme, die direkt Geldbeträge anzeigen und auszahlen, bieten dem Nutzer ein hohes Maß an Transparenz und Flexibilität, weil er mit jedem Geldbetrag sofort sehen kann, wie viel Ersparnis ihm das Cashback-System bei jedem einzelnen Einkauf gebracht hat.

Lange Zeit galt die im Schweizer Kreuzlingen ansässige WeeCONOMY AG mit ihrem Cashback-System „wee“ als innovative Vorreiterin bei der Vernetzung der globalen Welt des Online-Shoppings mit dem lokalen Einzelhandel. Beim E-Commerce erzielte Rabatte kann sich der Konsument dort entweder beim Einkauf im Einzelhandel verrechnen oder direkt auf sein Girokonto transferieren lassen. Ein gesammelter „Wee“ entspricht dabei einem Euro. Dieses System soll den Einzelhandel von seiner Konkurrenz E-Commerce profitieren lassen, weil mit dem online erzielten Bonus meist im regionalen Einzelhandel eingekauft wird. Der Cashback-Anbieter hat aber in jüngster Zeit mit Negativschlagzeilen zu kämpfen, die nicht nur den kritischen Einlassungen Rudolf Engelsbergers geschuldet sind.

Der sorgte als CEO der WeeCONOMY Group AG seinerzeit dafür, dass alle Einzelfirmen des von Cengiz Ehliz ins Leben gerufenen „wee“-Systems unter einem Dach vereint wurden. Das war im Jahr 2015. Danach hatte Engelsberger noch bis März 2016 eine Projektvereinbarung einschließlich eines Beratervertrages mit dem Bad Tölzer Unternehmer. Inzwischen zählt der 1961 geborene Vertriebsspezialist zu den schärfsten Kritikern von Ehliz und dessen undurchsichtiger Geschäftspolitik. Engelsberger wirft ihm vor, Gesellschafterversammlungen viel zu spät durchgeführt zu haben und Gelder auf fragwürdige Weise in neue Gesellschaften umgeleitet zu haben. Der Ex-CEO, der gerüchteweise immer noch zwei Prozent der Anteile an der WeeCONOMY Group AG halten soll, erklärte dazu auf Nachfrage: „Das ganze Geschäftsmodell, das ganze Cashback-System, ist ja über die WeeCOMOMY AG gelaufen. Die ganzen Kunden, die ganzen Händler, die hatten alle ein Vertragsverhältnis mit der WeeCONOMY AG. Und jetzt soll das alles auf einmal in der Wee.com AG beziehungsweise in der heutigen Swiss Fintec Invest AG angesiedelt sein.“ Das sei für ihn gar nicht nachvollziehbar. Der frühere Unternehmenschef kann sich nur wundern: „Mit großem Geldeinsatz wurde da ein System geschaffen. Es wurden Investitionen getätigt, es wurde Know-how gebildet, es wurde die Marke ‚Wee‘ geschaffen. Und da kann man doch nicht einfach hergehen und sagen: So, jetzt stecke ich dieses System in eine andere Gesellschaft. Damit sind ja die bestehenden Aktionäre gewissermaßen ausgehebelt. Das geht nicht. Das ist doch kein Spiel wie Monopoly, aber so kommt es einem teilweise vor. Da werden Werte hemmungslos hin und her geschoben, und das nach Lust und Laune.“

Angesichts der Schwächephase der WeeCOMOMY AG laufen sich die Betreiber der Shopping-Plattform Repay.me warm und wollen mit einer 100-Prozent-Cashback-Garantie auf alle Einkäufe durchstarten. Die Geschäftsführer der Berliner Repay.me GmbH, Sascha Jonas und Mario Peter, zielen mit ihrem Cashback-Marktplatz für Neues und Gebrauchtes gleichermaßen auf Käufer, Verkäufer und Werbetreibende. Im Rahmen der „Fair-Share-Idee“ sollen alle Teilnehmer von Repay.me Vorteile haben. Der neuartige Marktplatz für Kaufen und Verkaufen soll spätestens im dritten Quartal 2019 online gehen.

Bis dahin gibt es eine Vorregistrierungsphase, in der Käufer, Verkäufer und Werbekunden das Portal schon einmal für sich entdecken können. Der Plattformbetreiber regt an, sich schon frühzeitig anzumelden, Freunde einzuladen und die Produkte einzustellen, auch wenn die Shopping-Angebote erst ab 2019 sichtbar und verkäuflich sind. Je mehr Nutzer in dieser Frühphase gewonnen werden, desto vielfältiger und attraktiver ist die Shopping-Welt zum offiziellen Start von Repay.me natürlich. Unternehmensseitig heißt es: „Nutzer, die sich in der Pre-Launch-Phase anmelden, erhalten für ein ganzes Jahr einen prozentualen Cashback-Bonus, können durch das Einladen von Freunden frühzeitig Teams aufbauen und sich über das Team-Cashback weitere Vorzüge sichern. Die Höhe der täglichen Cashback-Auszahlungen hängt von verschiedenen Kriterien ab. Die Einkäufe sind ein wichtiges Kriterium, das durch diesen Bonus für ein Jahr um 20 Prozent höher bewertet wird.“

Käufer sollen mit „tollen Angeboten“ gelockt werden – „neu und gebraucht, online wie offline, mit dem Gedanken, dass ganze 100 Prozent Cashback möglich sind“. Das Einkaufen auf dem neuen Portal sei komfortabel, sicher und belohne alle Aktivitäten mit zusätzlichen Boni. Potenzielle Käufer werden aufgefordert, spätestens im dritten Quartal 2019 Mitglied der Shopping-Community zu werden. Verkäufern wird eine gute Präsentation in der portaleigenen Top-Shopping-Mall zugesichert, wo man auf eine konsumaffine Netzgemeinschaft treffe, die mit attraktiven Cashback-Angeboten zusätzlich aktiviert werde. Ohne Einstellungskosten und mit nur geringen Verkaufsgebühren würden die Händler selbst dann von den Aktivitäten der von ihnen eingeladenen Kunden profitieren, wenn diese auf Repay.me Produkte von anderen Händlern kaufen. Insbesondere Verkäufern wird die Shop-Anmeldung schon in der Pre-Launch-Phase empfohlen. Moderne Shopping-Plattformen gehören wegen ihrer Anziehungskraft auf konsumfreudige Zielgruppen zu den neuen Premium-Umfeldern für Werbung. Das Berliner Cashback-Unternehmen bietet auf seiner Plattform deshalb Displaywerbung, Sponsored Products, Social Advertising und vieles mehr, um Kunden in der kaufentscheidenden Phase auf die Produkte und Services aufmerksam zu machen. 

Finanziert werden die hohen Cashback-Zahlungen aus den Werbeeinnahmen und Verkaufsprovisionen der Shopping-Plattform. Je höher diese sind, desto höher fällt auch die Summe aus, die Repay.me nach Abzug der Kosten für die Bereitstellung und den Betrieb der Plattform an die Community ausschütten kann. Im Rahmen der Fair-Share-Philosophie sollen die Nutzer bestmöglich am Erfolg beteiligt werden. Will heißen: Je aktiver ein Nutzer auf dem Shopping-Marktplatz ist, desto mehr Geld kann er einstreichen. Weil engagierte Nutzer auch die Attraktivität des Werbeumfeldes ausmachen, sind für sie bis zu 100 Prozent Cashback für alle Einkäufe möglich.

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Angela Prokoph-Schmitt

Angela Prokoph-Schmitt (Jahrgang 1968) ist eine leidenschaftliche Demokratin und im südhessischen Darmstadt aufgewachsen.

Sie ist Mitglied der CSU (Bayern) und der CDU (Hessen). Bis Juli 2017 führte sie auch die Redaktion von HESSEN DEPESCHE.

Webseite: www.hessen-depesche.de/show/author/68-angela-prokoph-schmitt.html
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