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Vom der boomenden Paketbranche profitieren?

Solvium Capital: Marc Schumann und André Wreth setzen auf Schiffscontainer und Wechselkoffer

Freitag, 12 Oktober 2018 10:31 geschrieben von 
Solvium Capital: Marc Schumann und André Wreth setzen auf Schiffscontainer und Wechselkoffer Quelle: Solvium Capital

Hamburg – Marc Schuhmann (Jahrgang 1975) und André Wreth (Jahrgang 1976) pflegen in Hamburg das Image ehrbarer Kaufleute. Trotz einiger Kritik erscheint deren Geschäftsmodell rund um die Solvium Capital auch durchdacht. In der ersten Jahreshälfte 2018 sank die Zahl neu emittierter Fonds mit Sachwertbeteiligungen. Anleger, die aus guten Gründen ein Auge auf Sachwertbeteiligungen geworfen haben, mussten sich im Vorjahresvergleich mit einem bescheideneren Angebot an neuen Fondsprodukten zufriedengeben. Die Ratingagentur Scope hat in den ersten sechs Monaten dieses Jahres insgesamt 14 von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zugelassene Publikums-AIF gezählt. Das sind drei Alternative Investmentfonds (AIF) weniger als in der ersten Jahreshälfte 2017. Dafür ist aber das prospektierte Eigenkapitalvolumen um 80 Prozent gestiegen. Im ersten Halbjahr 2018 lag es bei rund 630 Millionen Euro, im gleichen Zeitraum des Vorjahres belief es sich bei 17 AIF auf rund 350 Millionen Euro.

Bei dieser Angebotslage richten viele Freunde von Sachwertbeteiligungen ihren Blick auf Fonds, die in Schiffscontainer und Wechselkoffer beziehungsweise Wechselbehälter investieren. Ein Anbieter derartiger Sachwertinvestments ist die in Hamburg ansässige Solvium Capital GmbH, die sich gleichermaßen an private wie institutionelle Investoren richtet und sich auf mobile Sachwerte im Container- und Logistikmarkt spezialisiert hat. Anleger will man mit monatlichen Mietzahlungen und kurzen Laufzeiten überzeugen. An Anleger gerichtet heißt es: „Container und Wechselkoffer mit ihrem typischen Mietzahlungsprofil eignen sich besonders, um an Investoren in kurzen regelmäßigen Abständen Mieten zu zahlen. Durch die fest vereinbarten Mietzahlungen erzielen Sie bereits ab dem ersten Tag Mieterlöse und können sofort erkennen, dass diese Investition die richtige Entscheidung ist.“ Erst 2011 gegründet, betreut Solvium heute mit mehr als 30 Mitarbeitern rund 10.000 Kundenverträge und hat mit über 80 verschiedenen Direktinvestments etwa 200 Millionen Euro Anlegerkapital investiert. Alle Mieten und Rückzahlungen in Höhe von rund 50 Millionen Euro wurden planmäßig und pünktlich geleistet, wie die beiden Geschäftsführer Marc Schumann und André Wreth versichern.

Im Januar dieses Jahres hat Solvium Capital mit Container Select Plus Nr. 3 und 4 zwei neue Vermögensanlagen im Standardcontainer-Segment in das Vertriebsprogramm aufgenommen. Mit dem Anlageprodukt Container Select Plus Nr. 3 wird man per Zertifikat Eigentümer einzelner 20-Fuß-Standardcontainer, die durchschnittlich sechs Jahre alt sind. Für die Vermietung dieser Container erhält man eine Mietzahlung von 10,40 Prozent pro Jahr, die monatlich nachschüssig ausgezahlt wird. Am Ende der Mietlaufzeit kauft Solvium Capital die Standardcontainer vom Anleger zu einem Festpreis zurück. Über die vereinbarte Mietlaufzeit von drei Jahren hinaus kann der Vertrag bei gleichbleibenden Rechten und Pflichten um insgesamt vier Jahre verlängert werden. Wer von seinem Verlängerungsrecht Gebrauch macht, bekommt auch zum neuen Laufzeitende einen festgelegten Rückkaufpreis. Zudem besteht für Anleger die Möglichkeit einer Rabattierung in Höhe von 8,25 Euro pro Standardcontainer, wenn sie beim Containerkauf ihre Zustimmung zur Online-Korrespondenz erteilen. Die vollständigen Informationen zu dieser Vermögensanlage müssen dem Verkaufsprospekt entnommen werden, der die Struktur sowie die Chancen und Risiken dieses Finanzproduktes genau beschreibt.

Beim „Solvium Wechselkoffer Euro Select 5“ handelt es sich um ein Investment mit fünfjähriger Laufzeit. Der Investor erhält ein Eigentumszertifikat für bereits vermietete Wechselkoffer, die maximal 18 Monate alt sind und eine Monatsmiete von 11,64 Prozent pro Jahr einbringen. Am Laufzeitende kauft Solvium die Wechselkoffer zum Festpreis zurück. Wechselkoffer sind austauschbare Transportbehälter mit ausklappbaren Stützbeinen, die meist aus Stahl bestehen und damit sehr stabil und wenig reparaturanfällig sind. Sie werden für den Gütertransport auf der Schiene und der Straße eingesetzt. Im Versand- und Internethandel sind die Paketdienste auf den Massentransport durch Wechselbehälter angewiesen. Solvium Capital vermietet die Wechselkoffer an die Axis Intermodal Deutschland GmbH, die diese verwaltet und weitervermietet. Axis verwaltet derzeit europaweit mehr als 14.000 Wechselkoffer für mehr als 2.000 Investoren. Das investierte Anlagevolumen liegt bei rund 60 Millionen Euro, womit das Unternehmen 87 Prozent aller Wechselkoffer-Direktinvestments im deutschen Markt verwaltet.

Im September dieses Jahres hat Solvium den Investoren erneut den Nachweis für den zugesagten Containerbestand erbracht. Das Unternehmen teilte am 18. September per Presseerklärung mit: „Solvium Capital hat vertragsgemäß Container und Wechselkoffer für die Anleger erworben und vermietet. Alle Zahlungen an Anleger stammen aus Mieten von Reedereien und andere Logistikunternehmen. Solvium Capital hat sie pünktlich und vollständig an die Anleger ausgezahlt. Insgesamt hat die Gruppe bisher mehr als 200 Millionen Euro Anlegerkapital investiert und bereits mehr als 50 Millionen Euro aus beendeten Verträgen zurückgezahlt. Alle Mietzahlungen an die Anleger summieren sich auf 25 Millionen Euro. Das zeigt der gerade veröffentlichte fünfte Portfoliobericht über den Bestand an Containern und Wechselkoffern sowie den Erfolg der platzierten Direktinvestments. Er belegt auch, dass die Mieteinnahmen der Gesellschaften größer sind als die vertraglich festgelegten Mietauszahlungen an die Anleger.“

Den ersten Bericht dieser Art hatte das Unternehmen für das Jahr 2013 vorgelegt. Geschäftsführer Marc Schumann betont, dass man damit weit über die gesetzlichen Anforderungen und Standards in der Sachwertbranche hinausgehe. „Wir haben schon zwei Jahre nach Gründung begonnen, jährlich der Öffentlichkeit gegenüber Rechenschaft abzulegen. Wirtschaftsprüfer haben uns Jahr für Jahr bescheinigt, dass wir die Gelder der Anleger vertragsgemäß und gewinnbringend anlegen und die Container und Wechselkoffer tatsächlich vorhanden sind“, so Schumann. Ein Wirtschaftsprüfungsunternehmen hat auch für das Jahr 2017 alle Vertragsunterlagen eingesehen und die wesentlichen Wirtschaftsdaten geprüft und testiert.

Das Hamburger Unternehmen rechnet mit einer weiteren Erfolgsentwicklung, weil seine Wechselkoffer-bezogenen Anlageprodukte von der boomenden Paketbranche profitieren. Der Markt für Paketversand wächst und mit ihm auch der Vermietungsmarkt für Wechselkoffer. Die Zahl der Sendungen stieg 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 6,1 Prozent auf 3,35 Milliarden Stück. Gleichzeitig legte der Umsatz um 4,9 Prozent auf 19,4 Milliarden Euro zu und es entstanden in der Branche rund 10.000 neue Arbeitsplätze. Das geht aus der neuen Studie des Bundesverbandes Paket und Expresslogistik e.V. (BIEK) hervor. Für 2018 erwartet der BIEK ein Mengenwachstum von 5,0 bis 5,5 Prozent gegenüber 2017.

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Angela Prokoph-Schmitt

Angela Prokoph-Schmitt (Jahrgang 1968) ist eine leidenschaftliche Demokratin und im südhessischen Darmstadt aufgewachsen.

Sie ist Mitglied der CSU (Bayern) und der CDU (Hessen). Bis Juli 2017 führte sie auch die Redaktion von HESSEN DEPESCHE.

Webseite: www.hessen-depesche.de/show/author/68-angela-prokoph-schmitt.html
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